Polianders Zeitreisen

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Unbekannte Manuskripte, nächtliche Briefe, Polianders subjektive Sicht

16.04.2018 · poliander

“Nächtliche Briefe”, sie sehen aus, als wären sie im Dunklen geschrieben. Wie sonst hätten sie geschrieben sein können: Irgendwo ist es immer dunkel. Grau grau sichtbar unsichtbar: als wären Fäden über das Blatt gezogen, schwarzweiß auf Grau, grau auf Schwarzweiß. Nächtliche Briefe, als wäre Papier knapp gewesen, immer noch ein Brief steht auf dem selben […]

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Augenweide
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Zurück nach Babel geht es durch den Fluss

18.02.2018 · poliander

Trinkt sie aus dem Lethefluss, wird sie vergessen, die Seele. So sagt der Mythos, und so glaubt sie auch. Sie schöpft das Wasser mit der Hand. Eine Verwirrte kommt, spricht mit ihr, schreit sie an, ehe sie noch das Wasser vom Munde gewischt hat. Die Alte läuft davon, sie hat längst getrunken. Ob das Wasser […]

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Augenweide · Begegnung
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Eine Frau aus Mariupol

27.03.2017 · poliander

Als P. das Gespräch mit Natascha Wodin im Radio hörte, wusste P. gleich: Dieses Buch muss ich lesen. Natascha Wodin, ihr feiner Stil, P. lang vertraut aus dem Roman “Die Nachtgeschwister”, sprach im Radio mit dieser Stimme, wünschte sich dieses Lied. Und sie erzählte, wie sie sich im 21. Jahrhundert auf die Suche nach einer […]

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Begegnung
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Gedächtnis

21.12.2016 · poliander

Berlin ist unsere Stadt, sagt P., sie gehört uns nicht, aber wir besitzen sie, wir laufen herum, wir reden mit Leuten. Berlin, das sind diese Brandmauern mit der fehlenden Ecke links oder rechts oben. Je dichter die Stadt wird, desto seltener sieht man das. Im Künstlerviertel, sagt P., wurden noch letztes Jahr Fassaden saniert, in […]

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Ausgrabung
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Am Himmel und auf der Erde

18.05.2016 · poliander

Graugänse auf der Wiese, einzelne Schreie und Quaken. Ihr vielstimmiges Geschrei, wenn sie aufsteigen. Ihr Leisesein, wenn sie die Gössel herumführen, meist mehrere Gänse mit ihren Gösseln in einer Gruppe. Ihre Füße auf der Wiese unhörbar. Ihr Murmeln und Reden, wenn sie in Scharen, vom salzigen Gras fressend voranziehen.

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Ohrenschmaus
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Friedenau hören stundenlang

23.03.2016 · poliander

Der Winter, so unverhältnismäßig warm er war, nimmt im März kein Ende. Trügerische Sonne, eispfeifiger Wind. Der fitscht erst recht durch die Straße, wenn die Sonne tagelang nicht scheint. Lila und blau stehen Krokusfelder, übern Kopf wird weiter die Kapuze gestülpt und nur einmal wieder abgenommen: wenn nach dem Stop beim Süßkramdealer die Hörer auf […]

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Ausgrabung
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Filmreise in die 80er nach Westberlin

22.06.2015 · poliander

Gehn wir mal ins Xenon Kolonnenstraße, Dunkelort, wenn draußen die Sonne scheint, längster Kinoschlauch, seit das Schlüter Schlüterstraße sterben musste, und heute suchen im Xenon die alten Alternativen lange nach dem richtigen Platz, wo der Kopf vor ihnen Sitzender die Leinwand nicht tangiert, DAS hätte in den 80ern niemand wichtig gefunden, Leute, aber jetzt ist […]

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Ausgrabung
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