Polianders Zeitreisen

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Kranz oder Krone (6) – Blick aus dem Homeoffice an den Himmel

23.03.2020 · poliander

Nachttemperatur: fünf Grad unter Null. Nachthimmel: Südlich Orion. Obwohl ein starkes, helles Sternbild ist Orion, wie alle Sterne, am Berliner Himmel selten so prägnant zu sehen. Es geht auf Dunkelmond – ein Grund, der andere: die klare eiskalte Luft. Nicht nur die Hauptsterne des Sternbilds, auch die Sternenhäufung zwischen Gürtel und Knie, also ungefähr auf […]

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Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (3) – Lektüren im Homeoffice

20.03.2020 · poliander

Schnell noch ein Buch kaufen, dachte P. am Freitag, dem 13. März, und verbrachte fast eine halbe Stunde in der Buchhandlung. Die Annahme, es sei dort ohnehin nichts los, war irrig: Ging ein Kunde raus, kam eine Kundin rein. Schließlich nahm P. ein dünnes Buch, Friedrich Ani, Der Narr und seine Maschine, und dachte schon […]

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Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (2) – Gefühle im Homeoffice

19.03.2020 · poliander

Am Abend zuvor: Sternenhimmel. P. erwähnt es, weil die Helligkeit der Stadt meistens verhindert, dass eine nennenswerte Zahl an Sternen am Himmel erscheint. Es scheint also sehr klar zu sein. Schon am neuen Tag wacht P. auf und erinnert sich unangenehmer Nachtträume vom Februar. Blick ins Notizbuch. Aus einer Menge heraus, träumte P., sei geschossen […]

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Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (1) – Polianders Nachrichten aus dem Homeoffice

18.03.2020 · poliander

Wie schnell sich die Dinge verwandeln. Wenige Wochen ist es her, dass P. Kolleg!nnen und Freund!nnen bei einer Veranstaltung traf, sie grüßten erst mit den Augen und umarmten dann doch. Die Zahl der Menschen, die sich nachweislich mit Corona infiziert hatten, war noch klein, doch schon zu groß, um sie mit den Fingern anzuzeigen. In […]

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Kranz oder Krone
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Ich sah Nietzsche nur einmal

02.12.2017 · poliander

Eines Tages hing der Zettel an der Laterne, schief hinter einen Kabelbinder geklemmt: Er, stand da, sei verschwunden, um Mithilfe werde gebeten. Hatten wir ihn gesehen? Freigänger sei er, stand zu lesen, komme und gehe und komme zurück. Nie sei er fortgeblieben bisher. Wir, die die Straße passierten, möchten in unseren Garagen schauen und in […]

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Erregung
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Wohlfühlsprache // Einverständnis

21.09.2017 · poliander

1. Berlin, Laternen, Parteiplakate. Eines zeigt einen jungen Mann, ein Bürschchen, könnte P. sagen, Gesicht mit Kapuze verdeckt, einseitig heruntergezogener Mundwinkel. Text:  Die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber sie stirbt.  Welche Hoffnung ihm gestorben ist, erfährt P. nicht. Vielleicht die Hoffnung, mit einer Spaßpartei ohne weiteres Zutun und ohne Anstrengungen um den Zustand der Welt gute […]

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Begegnung

Welche Farbe die Welt hat, warum, für wen

10.04.2017 · poliander

Reclams Universal-Bibliothek Nr. 913 war das, Leipzig 1981: James Baldwin, Giovannis Zimmer. In irgendeinem unserer Umzüge und Teilumzüge, die wir nicht mehr zählen, muss es verlorengegangen sein. Es war eines jener schwarzen Reclamhefte, die später durch die etwas solideren hellbraunen ersetzt wurden, das Papier vergilbte bei allen schnell und wurde brüchig, in denen, die P. […]

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Ausgrabung
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Eine Frau aus Mariupol

27.03.2017 · poliander

Als P. das Gespräch mit Natascha Wodin im Radio hörte, wusste P. gleich: Dieses Buch muss ich lesen. Natascha Wodin, ihr feiner Stil, P. lang vertraut aus dem Roman “Die Nachtgeschwister”, sprach im Radio mit dieser Stimme, wünschte sich dieses Lied. Und sie erzählte, wie sie sich im 21. Jahrhundert auf die Suche nach einer […]

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Begegnung
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Marginalie im Geschlechterkampf

13.03.2017 · poliander

“Heute stehen mal die Frauenfußballerinnen im Mittelpunkt.” Koordinaten: DLF, 8. November 2016, Ansage der Sportsendung durch den Moderator.

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Ohrenschmaus
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Füchsischer Januar

31.01.2017 · poliander

Januar, alle husten. “Ein Rosinenbrot bitte”, sagt der Mann beim Bäcker, und die Frau an seiner Seite ergänzt: “Ohne Rosinen!” Der Bäckereifachverkäufer zuckt nicht mit der Wimper. Ich drehe mich nicht um, um zu schauen, wie Mann und Frau aussehen, sondern nehme das Wechselgeld und trage mein Vollkornbrot nach Hause. In der Stadt ist es […]

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Begegnung
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