Polianders Zeitreisen

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Herzliche Einladung nach Baden

04.04.2018 · poliander

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie sind, Ihr seid herzlich eingeladen zu einer Veranstaltung
im Rahmen der Europäischen Kulturtage “Umbrüche // Aufbrüche” in Karlsruhe:  [Mehr →]

Buchstabenfracht

Illusion und Fremdheit

15.03.2018 · poliander

Züge fahren ab.

Manche Züge sind schon abgefahren.

Auf dem Bahnsteig: sitzen im Zug, warten, dass er fährt. Spürt zuerst der Körper das Fahrgestell anrucken, sieht zuerst das Auge, wie das Bild im Fenster sich verändert? Blick hinaus: Dinge geraten in Bewegung. Äh, welche jetzt?

Wenn das Schiff am festen Strande
     hinfährt auf dem Wogenpfad,
Glauben die im Schiffe manchmal,
     was da fährt, sei das Gestad’.
So auch wir, deren Schicksal
     im Vergehen nur besteht,
Glauben doch auf unsrer Reise:
     Wir bestehen; die Welt vergeht.
(Dschalāl ad-Dīn ar-Rūmī)   [Mehr →]

Erregung
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Zurück nach Babel geht es durch den Fluss

18.02.2018 · poliander

FREIHEIT film von jan speckenbach

FREIHEIT Film von Jan Speckenbach

Trinkt sie aus dem Lethefluss, wird sie vergessen, die Seele. So sagt der Mythos, und so glaubt sie auch. Sie schöpft das Wasser mit der Hand. Eine Verwirrte kommt, spricht mit ihr, schreit sie an, ehe sie noch das Wasser vom Munde gewischt hat. Die Alte läuft davon, sie hat längst getrunken. Ob das Wasser auch bei ihr gewirkt hat, wird die Jüngere erst noch erfahren.

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Augenweide · Begegnung
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Große Tochter, endlich gesehen

08.01.2018 · poliander

Anita Rée_Weiße Nussbäume_1922-1925, Copyright Hamburger Kunsthalle

Anita Rée (1885–1933)
Weiße Nussbäume, 1922–1925. Öl auf Leinwand, 71,2 x 80,3 cm. © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Elke Walford

Weiße Nussbäume: Von den Stadt/Landschaften, die historische, oft vollkommen verlassen erscheinende Orte in Kampanien und Kalabrien zeigen, mag ich diese am meisten, die laublosen Bäume, Stille und Menschenferne. Es muss Menschen hier geben, an einer Mauer lehnt noch die Leiter, benutzt zum Beernten der Bäume vielleicht, vielleicht bereit, dass wer die Mauer übersteigen kann. Kein Horizont, nur eine Palme im Mittelgrund des Bildes täuscht ihn vor, indem sie den dunkleren Hintergrund für die Nussäste abgibt. Einen wirklichen Hintergrund gibt es nicht, nur wenige Häuserzeilen sind hintereinander gereiht. Leere Fenster, in einem sieht man die Ecke eines anscheinend ebenfalls leeren Raumes. Bögen, Stufen, eine Brücke führt in das Bild hinein, ob etwas unter ihr fließt, ob ein Weg darunter entlang führt, bleibt im Dunklen. Ein paar Zweige weisen hinein. (P.)

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Augenweide · Reisebrief
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Fließend übergehen

31.12.2017 · poliander

wassermuehle

2018 in Bewegung bleiben

Was fließt, ist der Regen, manchmal auch Schnee. Das Jahr floss dahin, ein Bach, ein kleiner, dann größerer Fluss, ein Strom sodann, der in ein Delta überging, das Jahr wurde breit, der Weg vom Beginn zum Heute weit. Bald ist es zerflossen im Fluss der Zeit.

An einem fernen Ort bereitet die Quelle sich vor, aus der das Rinnsal kommen wird, das bald die Öffnung erweitert, mit größerem und größerem Druck will Wasser aus der Erde dringen, ein Quell, ein Fließ mit schwacher zuerst, dann größerer, schließlich beträchtlicher Schüttung; das Fließen kommt näher, wir sehen es kommen, fühlen es, zuletzt überschwemmt uns das neue Jahr mit Tagen und Nächten, die sind wie Wasser und hüllen uns ein, wir schwimmen, um nicht zu ersticken, nicht zu ertrinken, wir drehen das Gesicht zum Himmel: dort! ein Stern *

Wir gehn mit dem Fluss, folgen ihm, schwimmen darin, treiben dahin mit dem Floß, flößen die Arbeit neuer Tage, den Fischtreppen entgegen, auf denen die Fischlein quellwärts steigen auf dem Organismenaufstieg, und wir fahren hinab, meerwärts, ins unendliche Meer ***** und was da treibt, was der Fluss zerreibt, was für immer bleibt: entscheiden wir.

Liebe Leserinnen und Leser,
Poliander wünscht Ihnen und Euch ein neues Jahr, in dem alles im Fluss bleibt, Lebendiges lebendig sein kann, kluge Gedanken frei fließen und bewegliche Hände schönes Menschenwerk und gutes in den Fluss der Zeit setzen. Bleiben Sie verbunden! Herzlich grüßen
Poliander & Gramann

Koordinaten: 2017/2018. Bonne Année! Mutlu yeni yıllar! A seegend neijuar! A happy new year! С Новым годом! La Multi Ani! Gelukkig Nieuwjaar! Ein glückliches neues Jahr!

Reisebrief
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Mit englischen Grüßen

23.12.2017 · poliander

Posaunenengel

Was er verkündet

Genug durch den Berufsverkehr geradelt,
genug Schülerinnen und Schüler getadelt,
genug am Schreibtisch gehockt,
ausreichend Leute in die Filiale gelockt,
genug Kunden umschmeichelt,
oft genug die Brieftasche gestreichelt,
genug online bestellt,
genug Süßes neben die Tastatur gestellt,
genug in Boutiquen geguckt,
viel zu viel Geschenke nach Hause gehuckt,
genug Plätzchen gebackt,
genug Socken verpackt,
viel zu lang nicht fertiggelesen, was vor Monaten angefangen,
viel zu lang nicht mehr ins Konzert gegangen,
seit einem Monat nicht mehr die Liebsten betrachtet
und viel zu oft in Hotels übernachtet,
im Stehen gefrühstückt, im Gehen telefoniert,
Make-up auf die Augenringe geschmiert,
wie lang schon keine Nacht durchgeredet?,
und sich für die Freundinnen keine Zeit genommen,
wie lang nicht mehr so recht ins Offne gekommen!

Liebe Leserin, lieber Leser, das soll sich ändern!
Fröhliche Weihnachten wünscht Poliander

Koordinaten: Heinrich Schütz: … Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Begegnung · Ohrenschmaus
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Ich sah Nietzsche nur einmal

02.12.2017 · poliander

Eines Tages hing der Zettel an der Laterne, schief hinter einen Kabelbinder geklemmt: Er, stand da, sei verschwunden, um Mithilfe werde gebeten. Hatten wir ihn gesehen? Freigänger sei er, stand zu lesen, komme und gehe und komme zurück. Nie sei er fortgeblieben bisher. Wir, die die Straße passierten, möchten in unseren Garagen schauen und in den Kellern, ob er wohl versehentlich eingesperrt worden sei. [Mehr →]

Erregung
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