Polianders Zeitreisen

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Wohin sonntags? Natürlich in die Amerika-Gedenkbibliothek

26.04.2018 · poliander

Nicht aus Pappe

Willkommen in Berlin

Welcher Bezirk gleicht einem düsteren Keller? In welcher Bar verkauft sich eine Dichterin? Wer weist die toten alten Damen auf dem Friedhof ein? In welchem Hafen blinkt ein Hund? Wo schreit ein Immobilienmakler um sein Leben? Und welchen Weg nahmen einst die Kaninchen?
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Buchstabenfracht · Reisebrief
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Ein Gebirge, ein Kristall

17.04.2018 · poliander

Wallfahrtsdom in Neviges

Wallfahrtsdom in Neviges

Anfängliche Wärme, Anfang April, in Essen blühen Forsythien am Bahndamm, schwache Nebel aus Blüten steigen in Bäumen auf, dünnes Grün auf Zweigen, der lang Erwartete kommt in dünnem Kleid, der Frühling, und manche mögen sein Suffix nicht, weil sie glauben, jedes, das auf -ling endet, müsse ein dienstbarer Geist sein oder ein unmündiges Kind.  [Mehr →]

Augenweide
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Unbekannte Manuskripte, nächtliche Briefe, Polianders subjektive Sicht

16.04.2018 · poliander

Christine Düwel, Nächtliche Briefe 3

Christine Düwel, Nächtliche Briefe 3

“Nächtliche Briefe”, sie sehen aus, als wären sie im Dunklen geschrieben. Wie sonst hätten sie geschrieben sein können: Irgendwo ist es immer dunkel. Grau grau sichtbar unsichtbar: als wären Fäden über das Blatt gezogen, schwarzweiß auf Grau, grau auf Schwarzweiß. Nächtliche Briefe, als wäre Papier knapp gewesen, immer noch ein Brief steht auf dem selben Grund. Um sie zu lesen, schieben wir uns zwischen die Schichten, wir versuchen es. Schlaflos, fragt P. sich, oder traumlos? Schreiben wie im Traum, denkt P.: aufwachen und einfach weiterschreiben. [Mehr →]

Augenweide
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Herzliche Einladung nach Baden

04.04.2018 · poliander

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie sind, Ihr seid herzlich eingeladen zu einer Veranstaltung
im Rahmen der Europäischen Kulturtage “Umbrüche // Aufbrüche” in Karlsruhe:  [Mehr →]

Buchstabenfracht

Illusion und Fremdheit

15.03.2018 · poliander

Züge fahren ab.

Manche Züge sind schon abgefahren.

Auf dem Bahnsteig: sitzen im Zug, warten, dass er fährt. Spürt zuerst der Körper das Fahrgestell anrucken, sieht zuerst das Auge, wie das Bild im Fenster sich verändert? Blick hinaus: Dinge geraten in Bewegung. Äh, welche jetzt?

Wenn das Schiff am festen Strande
     hinfährt auf dem Wogenpfad,
Glauben die im Schiffe manchmal,
     was da fährt, sei das Gestad’.
So auch wir, deren Schicksal
     im Vergehen nur besteht,
Glauben doch auf unsrer Reise:
     Wir bestehen; die Welt vergeht.
(Dschalāl ad-Dīn ar-Rūmī)   [Mehr →]

Erregung
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Zurück nach Babel geht es durch den Fluss

18.02.2018 · poliander

FREIHEIT film von jan speckenbach

FREIHEIT Film von Jan Speckenbach

Trinkt sie aus dem Lethefluss, wird sie vergessen, die Seele. So sagt der Mythos, und so glaubt sie auch. Sie schöpft das Wasser mit der Hand. Eine Verwirrte kommt, spricht mit ihr, schreit sie an, ehe sie noch das Wasser vom Munde gewischt hat. Die Alte läuft davon, sie hat längst getrunken. Ob das Wasser auch bei ihr gewirkt hat, wird die Jüngere erst noch erfahren.

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Augenweide · Begegnung
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Große Tochter, endlich gesehen

08.01.2018 · poliander

Anita Rée_Weiße Nussbäume_1922-1925, Copyright Hamburger Kunsthalle

Anita Rée (1885–1933)
Weiße Nussbäume, 1922–1925. Öl auf Leinwand, 71,2 x 80,3 cm. © Hamburger Kunsthalle / bpk. Foto: Elke Walford

Weiße Nussbäume: Von den Stadt/Landschaften, die historische, oft vollkommen verlassen erscheinende Orte in Kampanien und Kalabrien zeigen, mag ich diese am meisten, die laublosen Bäume, Stille und Menschenferne. Es muss Menschen hier geben, an einer Mauer lehnt noch die Leiter, benutzt zum Beernten der Bäume vielleicht, vielleicht bereit, dass wer die Mauer übersteigen kann. Kein Horizont, nur eine Palme im Mittelgrund des Bildes täuscht ihn vor, indem sie den dunkleren Hintergrund für die Nussäste abgibt. Einen wirklichen Hintergrund gibt es nicht, nur wenige Häuserzeilen sind hintereinander gereiht. Leere Fenster, in einem sieht man die Ecke eines anscheinend ebenfalls leeren Raumes. Bögen, Stufen, eine Brücke führt in das Bild hinein, ob etwas unter ihr fließt, ob ein Weg darunter entlang führt, bleibt im Dunklen. Ein paar Zweige weisen hinein. (P.)

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Augenweide · Reisebrief
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