Polianders Zeitreisen

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Kranz oder Krone (14) – leise im Homeoffice

31.03.2020 · poliander

Blick aus dem Fenster. Ein Eichhörnchen rennt über das Baugerüst dort hinten.

Geräusch: keines.

Wachstumsfortschritt 1: Trotz Kälte haben sich die Triebe der Clematis in den letzten Tagen um mehrere Zentimeter gestreckt, die Blättchen sind nicht mehr so zart und durchsichtig wie zu Anfang.

Wachstumsfortschritt 2: Die Knospe der Amaryllis schiebt sich täglich mindestens einen Zentimeter höher, eine Öffnung der Hüllblätter deutet sich an.

Nachrichten: P. fällt es täglich schwerer, Nachrichten zu finden, die nicht Corona-bezogen oder Corona-assoziiert sind, vor allem dann, wenn man sich auch nicht mit der Familie der britischen König!nnen beschäftigen mag. Die dann noch verbleibenden Nachrichten sind selten positiv. P. bleibt auf der Suche nach guten Nachrichten. Für heute zunächst eine wichtige Nachricht: In Kenia setzt sich die Heuschrecken-Katastrophe fort. Wer mehr wissen möchte, liest den Bericht auf der Homepage der Welthungerhilfe.

Clematis: Soll die Empfindung Hoffnung sein?

Geräusche: Stimmen aus einer anderen Etage. Eine Stimme im anderen Zimmer des Office. Klappen eines Fensterflügels. Etwas fällt um. Auch P. öffnet ein Fenster. Und wieder das Tapptapp von Jogger!nnenfüßen. Leise entfernt es sich.

Möchten Sie mehr lesen? Was ist Heimat?, wurde P. letztens von der evangelischen Akademie Meißen gefragt. Misstrauisch in Sachen Heimatbegriff folgt P. seitdem dem Verlauf der Meinungsäußerungen auf der Meißner Akademie-Homepage. Suchergebnisse hier.

Morgen mehr.

Koordinaten: 61.913 (Zahl laut RKI vom Zeitpunkt 31. März 2020, 0 Uhr, online aktualisiert um 8:15 Uhr)

Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (13) – seltsames Herz im Homeoffice

30.03.2020 · poliander

Raumtemperatur: 18 °C
Außentemperatur: unter Null
Mischtemperatur beim Öffnen des Fensters: frisch
Körpertemperatur: normal
Temperatur des Geistes: kühl

Welche Temperatur haben die Herzen heute, liebe Leserinnen, liebe Leser?

Blick auf die Straße: Die nette Dame mit dem Rollator auf ihrem vormittäglichen Spazierweg wendet sich ab, als ihr ein etwa gleichaltriger Herr begegnet, er geht im Bogen vorbei. Sie lächelt, als er entgegenkommt, sie lächelt, als sie ihren Weg fortsetzt.

Geräusch 1: Kalt knackt der Zweig, über den das Eichhörnchen läuft.
Geräusch 2: Diskussion der Bauhandwerker schräg seitwärts.

Die Neugier der Herzens ist schwer zu befriedigen, besonders wenn es sich um die Herzen der Leser!nnen handelt. (Stimmt’s etwa nicht?) Private Nachrichten, die P.s Herz erreichen, gehören nicht hierher. Allenfalls so viel: Zuversicht überwiegt Missmut, Kontaktaufahme die Schreibfaulheit. Doch die analoge Umarmung fehlt.

“Analoge Umarmung”, was soll das sein? Das ist Umarmung!, findet P., denkt aber dann, dass virtuelle Umarmungen ebenfalls existieren.

P. fehlt auch die Art, wie die Berliner!nnen normalerweise in Kontakt bleiben, mit ruppigen Sprüchen in der Postschlange, mit Anrempeln in der U-Bahn, dem öfter Achselzucken und trockener Blicktausch folgt als formale Entschuldigung.

Vielleicht geht es allen so.

Eine Person zum ersten Mal treffen, freundlich die Köpfe über ein Projekt beugen und nach diesem ersten Treffen vorsichtig gefragt werden: Darf ich Sie mal umarmen?

Für das Herz-Kreislauf-System hingegen wird gesorgt. Jederzeit hört P. das Tapptapp der Vorbeijoggenden. Jeden Tag gehen P. und der Gefährte aus dem Office hinaus und laufen, laufen, dabei all ihre Wege so ausrichtend, dass öffentliche Verkehrsmittel nicht benutzt werden müssen. Aber es gibt noch Berufsverkehr! Ach, denkt das Herz, das dachte ich nicht, die Ärmsten, die jetzt jeden Tag…, und dann gibt das Herz die verärgerte Antwort selbst: Dachtest du, die Frau an der Supermarktkasse käm zu Fuß vom anderen Ende der Stadt?

An dieser Stelle benötigt P. eine Zwischenüberschrift.

Herz ein! heißt: Verstand ein!

Das heißt es doch jederzeit. Wir vergessen es nur. Das Herz, zum Glück, ist ein unromantischer Muskel. Keine Illusionen.

Und während P. das Wochenende mit heruntergedimmtem Nachrichtenkonsum und Literatur verbracht hat, ist heute die ganze Welt wieder präsent. Mit dieser Zeitverzögerung nimmt P. das Bild des römischen Papstes wahr, der im Regen auf dem Petersplatz stehend, den eigentlich Ostern zugedachten Segen urbi et orbi spendet. Wie es überall gemeldet wurde. Um genau zu sein (P. hat nachgesehen) stand der Papst unter einem fest gebauten Baldachin. Im Regen stand der das Evangelium las, ein dunkel gekleideter Herr mit Schirm. Nurfern ein paar Menschen, unrkennbar, ob Sicherheitsleute, Passant!nnen, Gläubige oder nicht. Die Inszenierung war perfekt, der Regen konnte darin willkommener nicht sein. Der heilige Ernst berührt gleichwohl sogar nicht-katholische Herzen.

Das ist schon sehr seltsam, und P. fällt auf, wie oft sie das Wort seltsam in den letzten Tagen gehört und gelesen hat, seltsame Zeit, in dieser seltsamen Zeit, wenn diese seltsame Zeit vorüber sein wird. Und so weiter. In fast allen Gesprächen tauchte es auf.

Seltsam?

Seltsam: insolitus, abnormis, heißt es im Grimmschen Wörterbuch. Das nennt seltsam eine umbildung aus mhd. seltsæne, ahd. seltsâni im anschlusz an die wirklich mit -sam zusammengesetzten adjectiva wie arbeitsam, ehrsam, heilsam, mühsam u. s. f. Und davor sei der Stamm schon in got. sildaleiks erschienen, der zweite Bestandteil des Worten ein zu sehen gehöriges verbaladjectiv vorgerm. *sēkní, germ. *sêni, das in ahd. unsâni, deformis selbständig auftritt. … auch in got. anasiuns, sichtbar, mnd. sûne, ersichtlich, mnld. siene, ansehnlich, schön, stattlich, günstig und in mndl. selsiene aus seltsiene. ebenda. nndl. tritt dafür das dem nhd. seltsam entsprechende zeldzaam ein. Und so weiter und so fort, Wörterbuch-Koordinaten bitte weiter unten ablesen.

Wir erleben jetzt etwas, das wir nur selten sehen.

Seltsames Herz. Sobald der Verstand sich in die Herkunft eines Wortes vertieft, wird das Herz leicht. Höhenflug dank Etymologien. Herztrost dank Wissenschaft.

Trost? P.s Herz widerspricht. Krankheiten gab es doch, gibt es doch immer. Auch wenn wir, wie der Herr Papst betont, alle in einem Boot sitzen, so ist dieses Boot für die einen, nämlich viele, eine Nussschale auf bewegtem Meer, für die andern eine stark gebaute Fähre. Es kann ein Floß sein, ein Kreuzfahrt- oder Kriegsschiff. Alle in einem Boot, stimmt das überhaupt?

Mit dieser Frage, Leser!nnen, überlässt P. uns heute der Wirklichkeit der Nachrichten und der Unwirklichkeit der Gerüchte. Seltsam, nicht wahr?

Koordinaten 1: 57.298 (Zahl laut RKI vom Zeitpunkt 30. März 2020, 0 Uhr, online aktualisiert um 8 Uhr. Am 29. März seien allerdings keine Daten aus Sachsen-Anhalt, am 28. März keine Daten aus Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland übermittelt worden.)

Koordinaten 2: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Grimmsches Wörterbuch online.

Kranz oder Krone

Kranz oder Krone (12) – das Office am Sonntag

29.03.2020 · poliander

Am Sonntag bleiben Polianders Gedanken privat.

Blick ins Bücherregal:

Blick in die Tiefe und zurück.

Denen, die nicht lesen, sondern sich etwas erzählen lassen möchten, empfiehlt Poliander wärmstens:
Liebe und Zorn. Eine lange Nacht über den Mystiker Jakob Böhme
von Ronald Steckel, hier in der Mediathek des Deutschlandfunks.
Audio erfahrungsgemäß nur wenige Tage, Text, Bild, Links und Manuskript zumeist etwas länger verfügbar.

Koordinaten: 52.547 ( Zahl laut RKI vom Zeitpunkt 29. März 2020, 0 Uhr, online aktualisiert um 8:45 Uhr. Am 28. März seien keine Daten aus Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland übermittelt worden.)

Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (11) – Zeit out of office

28.03.2020 · poliander

Auf dem Morgenweg sind die Beine schwer, egal, was sonst ist, wir haben Frühlingsmüdigkeit. Vielleicht sind wir gestern auch einfach zu lange gelaufen, durch stille Seitenstraßen, ein paar Schritte durch den einen Park oder den anderen. Es gab Grüppchen, die beim näheren Hinsehen stets aus zwei Erziehungsberechtigten bestanden und ein, zwei, selten drei Kindern.

Ein Mädchen kroch eine Böschung am Rand des Parks hoch, jedesmal wenn sie fast oben war, am Weg, ließ sie sich bäuchlings sowie rückwärts die winzige Anhöhe wieder herunterrutschen, von dem jungen Mann, der sie dort auffing, hochhob, herumschwang, sie stets anspornte, es noch einmal zu versuchen. Die Kleine jauchzte vor Vergnügen, die nahebei im Gras sitzende schwangere Frau, wohl ihre Mutter, lachte.

Was sind zwei Wochen? Für P.? Für ein kleines Mädchen, das der Zeit gerade erst begegnet?

Wir gingen, bis es kühl wurde.

Heute wird die Zeit umgestellt. Wohin stellt man sie um? Stellt man sie überhaupt?

In Wahrheit heißt die Zeit morgen nur anders.

Elf Tage zu zweit im Homeoffice. Der tägliche Gang hinaus, ab und zu ein Gang zum Wochenmarkt. Das Alltägliche wird zum Ereignis. Die Zeit vergeht langsamer im Gleichmaß der Tage.

Ob das in den Klöstern des Mittelalters auch so war? Die Gebetszeiten gliederten den Tag und die Nacht. Matutin, Laudes, Prim, Terz, Sext, Non, Vesper, Komplet.

Warum denken wir an ein Kloster? Wir haben den Tag und seine Beschäftigungen doch selbst gegliedert.

Wir spüren die Zeit stärker, auch ihr Bleiben, nicht nur ihr Vergehn.

Zahnputz am Morgen, Zahnputz am Abend. Nachrichten hören am Morgen, Nachrichten checken am Mittag. Arbeit am Vormittag, Arbeit am Nachmittag. Weg am Vormittag, Weg am Nachmittag. Im sonnigen Mittag ein Kaffee auf dem Balkon. Frühstück und Abendbrot.

Man könnte das mehr auffächern, mehr wiederkehrende Tätigkeiten einfügen. Wir gehen nirgendwohin, das heißt: nirgendwohin extra, sondern immer ums Haus. Was sich ändert von Tag zu Tag, ist die Kommunikation. Wer anruft. Wen wir anrufen. Wer schreibt, mailt, Nachricht schickt. Wir halten Kontakt mit den anderen, die auch ins Homeoffice gezwungen sind.

Was sich ändert von Tag zu Tag, ist das Schöne. Was gleich bleibt, ist auch nicht immer schlecht. Gleiche Straße, neu aufgegangenes Blattwerk am Zaun. Gestern blühte dieser Baum noch nicht. Morgen werden die Blüten nass. Wenn der Wetterbericht stimmt.

Aber Menschen in Klöstern gehen (gingen) sehr oft sehr wohl raus. Je nachdem. Arbeit, Besuche, Kommunikation. Das ist es nämlich nicht.

Es ist die Frühlingsmüdigkeit.

Sonnabend. Etwas ist anders. Wir sind out of office.

Koordinaten: 48.582 (Zahl laut RKI vom Zeitpunkt 28. März 2020, 0 Uhr, online aktualisiert um 10.10 Uhr. Am 27. März seien keine Daten aus Sachsen-Anhalt übermittelt worden.)

Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (10) – was fehlt im Homeoffice

27.03.2020 · poliander

Geräusche: die gleichen wie gestern, die gleichen wie vorgestern.

Besuch: Die Sperlinge kommen nicht aus den Bäumen. Sie beäugen das Futter auf der Balkonbrüstung aus 2 Meter Entfernung.

Einfache Dinge: Die Aussicht auf den nächsten Kinobesuch fehlt, und P. wollte doch so gern den neuen Film von Christian Petzold sehen: Undine. Es fehlt der Ausblick, am Ende des Spaziergangs Kaffee zu trinken, am Eisstand oder im vollen Café, umgeben von lauter fremden Menschen. P. möchte die Zeitung lesen, die dort immer ausliegt, die Ohren im Stimmengewirr der anderen.

Als ob es um Kaffee ginge! Auch hat P. andere Probleme. Doch es sind die banalen, die am stärksten jucken.

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Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (9) – Xanthippesche Erinnerung im Homeoffice

26.03.2020 · poliander

Das ist diese Neujahrskarte im Flur, die mich immer an Ilse-Maria Dorfstecher erinnert. Drei tierhafte Wesen mit spitzen Ohren sitzen an einem Tisch, zwei schwarz, eines blau. Vielleicht sind es Katzen oder Kater eher oder noch eher Luchse mit etwas zu kurz geratenen Ohrpuscheln. Eines der Wesen wendet sich dem mittleren, blauen Wesen zu, in einer kleinen, doch erkennbar lebhaften Bewegung. Besteck liegt auch da und etwas Rundes, drei runde Teile, die genauso gut Brötchen symbolisieren können wie sehr kleine Teller.

Also Ilse-Maria gab mir diese Karte in die Hand, in einem Winter, in dem die Inselgalerie sich noch in diesem Neubaublock in der Torstraße befand, einem Alt-Neubau könnte man sagen. Ilse-Maria wirkte tatkräftig und gebrechlich zugleich, sie hatte diesen direkten Blick, diese zupackende Art. Sie behandelte mich, als kennten wir uns lange, so dass es ganz natürlich schien, dass ich jetzt dies oder das in der Inselgalerie tun würde.

Ich denke, es ist wichtig, dass man die Frauen präsentiert und sagt: Die können das alles, und die können genausoviel wie die Männer, mit diesem Satz aus dem Jahr 2007 ist sie noch einmal zu hören, in einem Beitrag in den feministischen “Zeitpunkten” des Kulturradios. Bloß sie drängen sich nie nach vorne, und das ist auch eine spezifisch weibliche Untugend, dass man sich nicht so gerne, wie ich auch, damit brüstet, was man alles kann.

Der Radiobeitrag ist ein Nachruf. Er erzählt von der Inselgalerie und von Ilse-Maria Dorfstecher, einer Kulturwissenschaftlerin, die in den 90er Jahren diese Galerie gründete. In dem Jahr, als sie mir die Karte gab, hatte ich erstmals Gelegenheit, in der Inselgalerie zu lesen, während einer Ausstellung der Meißner Künstlerin Else Gold. Ich fühlte mich ein bisschen grob angefasst. Das verging, denn wie gut alles klappte und dass es bei der Ausstellungseröffnung Musik gab und bei der Lesung Wein, alles da, und wie fabelhaft gut die gar nicht so schönen Räume der Galerie mit den Arbeiten der Künstlerinnen wirkten und mit all den Menschen. Und Ilse-Maria, die da war und immer mit einer im Gespräch, einfach immer da. Ich freute mich, diese Inselgalerie kennenzulernen, eine Galerie, die Kunst von Frauen zeigt, in der aber durchaus auch Männer vorkommen. Schon 1993 rief Ilse-Maria Dorfstecher für ihre Kunstarbeit die Fraueninitiative Xanthippe ins Leben, die bis heute hinter der Inselgalerie steht. Die Notarin, erfahre ich aus dem Radio, habe gemurmelt, was für ein hässlicher Name das sei, und sie, Ilse-Maria, habe ihr geantwortet: Xanthippe war für uns die erste realistische Frau des Altertums. Es klingt, als stünde sie neben dem Schreibtisch, nicht wie ein Interviewschnipsel, der jetzt schon Geschichte ist, stopp: der Geschichte! ist.

Jedesmal wenn ich Ilse-Maria begegnete, erschien sie ein bisschen fragiler. Das Gehen fiel ihr schwer. Wir kannten uns nicht nah, Ilse-Maria und ich, kaum dass ich etwas von ihr wusste. Aber ihre Eigenheit war es offenbar, eigen, so sehr sie selbst zu sein, ich spürte ihre Kraft, und ja, auch Macht ging von ihr aus. Nicht diese Art Macht, die eine bedrückende Bewegung von oben nach unten impliziert, sondern diese Frauenmacht, von der die Atmosphäre um sie gesättigt war. Dadurch entsteht Nähe. Dann begegnete sie mir eines Tages nicht mehr. Nach und nach war die Galerie (so schien es zumindest mir, die eher gelegentlich dort auf dem Zaun sitzt) in die Hände anderer Frauen übergegangen. Eine Zeitlang ab und an noch eine E-Mail, vereinzelt.

Am 14. März ist Ilse-Maria Dorfstecher, großartige Netzwerkerin und Kunstvermittlerin, im Alter von 88 Jahren gestorben. Und was mich am meisten erstaunte, als ich die Nachricht las, war, Ilse-Marias Zerbrechlichkeit zum Trotz: ihr Alter.

Poliander im Homeoffice hat heute nur diese eine Geschichte. Welche mehr wissen will, werfe einen Blick ins Bücherregal oder zwei ins Internet und schaue nach der Kunst von Frauen.

Koordinaten 1: Inselgalerie Berlin, jetzt am Bersarinplatz 52° 31′ 7” N, 13° 27′ 11” O, heute geleitet von Eva Hübner. Im Dienste der Künstlerinnen (Michaela Gericke über Ilse-Maria Dorfstecher in den “Zeitpunkten”, Kulturradio des RBBs).
Koordinaten 2: 36.508 (Zahl laut RKI vom Zeitpunkt 26. März 2020, 0 Uhr, online aktualisiert um 9:35 Uhr. Aus technischen Gründen seien am 25. März keine Fallzahlen aus Hamburg übermittelt worden, die demzufolge offenbar heute erst in die Statistik eingehen.)

Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (8) – Balancieren im Homeoffice

25.03.2020 · poliander

Blick hinaus, egal in welcher Himmelsrichtung: Die noch unbelaubten Zweige lassen Himmel durch.

Immer fragt einer eine // eine einen, ob wir jetzt rausgehen. Gehen ist erlaubt. Der Gedanke erlaubt fährt gegen eine Wand. P. wird keineswegs appellieren, vernünftige Regeln zu brechen.

Gehen müssen wir. Nur wer gehen kann, kann auch bleiben.

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Kranz oder Krone (7) – Vergnügungen im Homeoffice

24.03.2020 · poliander

Dusche. Speick-Duft. Zahnputzmund. Schluck Wasser am Morgen.

Wasser. Kalt. Klar. Ah.

Beschwerde ging ein. Alltagserfahrungen, Licht, pflanzliches Wachstum, rücksichtsvoller Umgang verständiger Menschen miteinander. Li-te-ra-tur-erfahrung. Undsoweiterundsoweiter. Wie könne das sein, dass P. darüber schreibt in Zeiten, nach denen womöglich nichts mehr ist, wie es war?

Und wer überhaupt ist Poliander?

Geräusch: Metall auf Metall. Metall auf Metall. Metall auf Metall.

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Kranz oder Krone (6) – Blick aus dem Homeoffice an den Himmel

23.03.2020 · poliander

Nachttemperatur: fünf Grad unter Null.

Nachthimmel: Südöstlich Orion. Obwohl ein starkes, helles Sternbild ist Orion, wie alle Sterne, am Berliner Himmel selten so prägnant zu sehen. Es geht auf Dunkelmond – ein Grund, der andere: die klare eiskalte Luft. Nicht nur die Hauptsterne des Sternbilds, auch die Sternenhäufung zwischen Gürtel und Knie, also ungefähr auf Mitte des Oberschenkels ist mit bloßem Auge sichtbar.

Polianders Erleichterung: Die nach dem allzu warmen Winter bereits weich gewordenen Pflanzen scheinen die nächtlichen Minusgrade überstanden zu haben; die grüngrauen Blätter der Zistrose scheinen fast saftig im starken Sonnenlicht.

Der dritte Tag des Frühlings.

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Kranz oder Krone (5) – das Office am Sonntag

22.03.2020 · poliander

Am Sonntag bleiben Polianders Gedanken privat.

Blick ins Bücherregal:

Jerusalem. Die Biographie

Lesestoff für Tage.

Koordinaten: 18.610 ( Zahl laut RKI vom Zeitpunkt 22. März 2020, 0 Uhr, online aktualisiert um 10 Uhr)

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