Polianders Zeitreisen

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Wir wollen keine Pralinenschachteln: Wir wollen fair share!

07.03.2021 · poliander

Zur Performance unter dem Motto
fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen
sind Sie, seid Ihr herzlich eingeladen:

Künstlerinnen besetzen die Piazzetta vor der Gemäldegalerie

am 8. März 2021, Beginn 14 Uhr
Gemäldegalerie (Matthäikirchplatz, Berlin-Tiergarten)

In der Aktion treten Bildende Künstlerinnen im Verbund mit Kulturschaffenden anderer Sparten für mehr Sichtbarkeit von Frauen im Kunst- und Kulturbetrieb ein.

Der Aufruf kommt von einem Bündnis von Künstlerinnen, das an Prozessen arbeitet, die einen Bewusstseinswandel im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit im Kunstbetrieb befördern sollen. Die aktuelle Aktion ist mit Vertreterinnen Berliner Künstlerinnenverbände und –initiativen geplant: Verein der Berliner Künstlerinnen 1867, Frauenmuseum Berlin, GEDOK Berlin, kunst+kind berlin, INSELGALERIE Berlin, SALOON BERLIN. Sie wird außerdem unterstützt von Vertreterinnen des bbk berlin und des VBK (Verein Berliner Künstler).

Nachtrag: kleines Video mit Blick auf die Performance

Koordinaten: Internationaler Frauentag 2021. 52° 30′ 31” N, 13° 21′ 53” O

Augenweide · Schönste Stellen
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Kranz oder Krone (69) – lebe wohl, meine Schneefrau

17.02.2021 · poliander

Februar ist der Hornung, das war der, in dem Walther* für seine Zehen fürchtete, solang er kein Lehen hatte. Der Februar ist auch der Schmelzmond oder Taumond. Und er ist der Narrenmond. Von all dem bekamen wir im Februar 2021 reichlich, und am Aschermittwoch ist lang nicht alles vorbei. Wie der Schnee dahingeht, schnellstmöglich, während die Temperatur schneller steigt als die Polizei erlaubt, so geht auch das Tauen voran, und den Augenblick, in dem es gerade soviel Schnee wie Wasser gab, haben wir verschlafen.

Gestern noch Schneefrau, heute schon feuchter Hauch, der in den Straßen schwebt.

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Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (68) – Frisur ist Würde, Bildung Ländersache, Kultur Privatangelegenheit

13.02.2021 · poliander

Draußen: Schnee und Sonne.
Drinnen: alle Fußböden geputzt.
Stimmung: im Keller.

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Kranz oder Krone
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Liebesgeschichte – Geschichtenliebe

09.02.2021 · poliander

Der erste Satz eines Romans kann alles entscheiden. Manchmal der erste Absatz:
Der Radfahrer hatte den roten Volvo nicht bemerkt. Ich hatte am Steuer gesessen. Ich hatte ihn gesehen.

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Begegnung
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Zarter Winter

04.02.2021 · poliander

Koordinaten: Berlin am Sonntagnachmittag
Foto: © Klaus Meyer-Gramann

Begegnung

Kranz oder Krone (67) – wir malen uns was

22.01.2021 · poliander

Male mal a Fard, sagte Opa, eens, das racht fatze kann.

Ach könnt ich mir ne Sonne baun, sangen Pannach und Kunert, und sie bauten dem Meister wirklich eine und noch eine für die schönste der Küchenfraun.

Poliander schreibt sich eine Reise in der Zeit. Wer da mitkommt, wer da nachkommt, wer da vorbeikommt, bitteschön, schreibt P. sich herbei und herbei.

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Kranz oder Krone

Gehn und kommen

06.01.2021 · poliander

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Begegnung

Der Baum ist anders dieses Jahr

25.12.2020 · poliander

Liebe Leserinnen und Leser,

wir wünschen Ihnen Glück und Freude, gute gemeinsame Stunden in fern und nah, Singen und Klingen, Zeit zum Lesen und Schauen, Spazierfüße und Rotweinmünder, Süßschnäbel und Sternenaugen, eine gute, glückliche Zeit.

Fröhliche Weihnachten!

Koordinaten: Weihnachtsliederpodcast beim SWR. Brassica oleracea convar. capitate var. rubra L.

Schönste Stellen
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Kranz oder Krone (66) – Nachricht vom Lebensmittelpunkt

17.12.2020 · poliander

Sagt man eigentlich Knospe bei Amaryllis? Oder sind das geschlossene Blüten? Von außen sahen sie metallisch rot aus. P. vermutete, innen wären sie scharf rosa.

Im Arbeits- und Lebensmittelpunkt steht die Vase der Oma, die schon einmal auf den Müll geworfen worden war, so vor fünfzig Jahren ungefähr. Das Mädchen nahm den großen Krug in ihren Lebensmittelpunkt und klebte die Scherben mit Duosan Rapid ineinander. Das hält bis heute.

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Kranz oder Krone
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Kranz oder Krone (65) – Advent, am Rande, an den Rändern

10.12.2020 · poliander

Worauf willst du warten? Das fragt der graue Himmel.
Worauf willst du warten? Das fragen dich die Bücher in den Regalen.
Worauf willst du warten? Das fragen die Augen der lange nicht Umarmten.

Gestern schrieb P.: … finde ich, dass die meisten Menschen trotz der Belastung ziemlich vernünftig mit der Situation umgehen und sich bemühen, es den anderen nicht noch schwerer zu machen.

Dann kamen die Handwerker. Hinterher hat P. gelüftet und die Klinken desinfiziert. Es roch wie im Schwimmbad.

Die Handwerker haben es jetzt auch nicht leicht. Aber die Handwerker könnten es leichter haben. Sie klingeln Sturm und hämmern mit der Faust gegen die Tür, als wären sie die Polizei und P. wäre stark verdächtig. Die Handwerker sind auf Krawall gebürstet, zack! steht die Leiter in P.s Arbeitszimmer, wo es für sie nichts zu tun gibt. Die Mieter in Berlin, sagen die Handwerker, sind schwierig. Die Handwerker könnten es sich leichter machen. P. sagt es ihnen nicht.

Die Handwerker haben sich in P.s Gedanken vorgedrängt. Denn in Wahrheit ist es ein guter Tag. P.s Gedanken sind, eigentlich und auch gleich wieder, am Rand unterwegs, am Rand des Jahres, zwischen Hexenneujahr und Epiphanias, also von November über Advent und durch die zwölf Nächte bis zum Tag der drei heiligen Weisen. Das ist eine Zeit, in der Gesagtes an Unausgesprochenes grenzt. Da kommen die Gedanken vom Ungesagten zum Gesagten und wieder zurück, vom Hölzchen aufs Stöckchen, von Alpha nach Omega aber auch.

Konzentriere dich. Worauf wartest du? Konzentriere dich, schweife umher.

Gottfried Keller schrieb von den Augen als lieben Fensterlein. P. schaut am Fenster, dem äußersten Rand des Büros. Der Himmel ist grau. Kein buntes Grau, das, wie P. gelernt hat, aus Farben gemischt wird. Das Auge, die nimmermüde Kamera, begegnet Kellers Zaubermetapher im Spiegel aus Fensterglas, und durch den schaut P. hindurch und hinüber. Die Fenster dort drüben sind die Äuglein des Hauses, und weit aufgerissen jeden Morgen eine Tür zum Balkon.

Advent: Lichter, die allabendlich erscheinen, elektrisch beleuchtete Sterne und Rentiere aus leuchtendem Schlauch. Im Tageslicht erscheint eine Ringelblume neben ihrer älteren Schwester, dem vertrockneten Stern. An den Rändern des Jahres erscheinen die immergrünen Zweige des Rosmarins, die letzten und die ersten Blüten, an den Rändern des Jahres wärmt P. die Balkonflora zwischen Zweigen aus Tannengrün, die Nädelchen trocknen dem Frühling entgegen.

Advent, worauf willst du warten?

Zumutungen tangieren P. am Rande, in Wahrheit hat Kolleginnenpost Vorrang, Kolleginnenvideo lädt ein zu einem Rundblick an den Rändern. An den Rändern begegnen P. Gedichte, Bilder, Gebilde. Viel Abstand macht viele Ränder. P. schweift, findet, verliert, verliert und findet, viel großes Ziel hilft selten beim Finden. “An den Rändern”, wie treffend sind die Blicke, die Wörter für dieses Jahr.

Freund!nnenmail, Kolleginnenpost, Zeichen der Nachbar!nnen an die Türe gehängt, ein Stück vom Kuchen mit langem Arm übergeben.

P.: Umarmungen, worauf wartet ihr?
Umarmungen: Wir warten noch.

Der trockene Stern der Calendula, diese nicht überraschende Metapher, besteht leibhaftig aus den bezackten und spiraligen Rundbögen der Samen. Worauf warten? *** P. weiß es wieder.

Koordinaten1: 10. Dezember. Advent 2020. Quelle und Antwort nach dem Mehr-Link.
Koordinaten 2: In dem empfohlenen Video liest Undine Materni Gedichte von Lars Gustafsson, Franz Hodjak und Ragnar Helgi Ólafsson in einer Ausstellung von Stefan Voigt in der Stadtgalerie Radebeul.
Koordinaten 3: 1.242.203 (Zahl laut Robert-Koch-Institut vom 10. Dezember 2020, 0 Uhr, online aktualisiert 8.25 Uhr). Genesene: ca.902.100 (vom RKI geschätzter Wert laut Lagebericht vom 9. Dezember 2020)

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Kranz oder Krone
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