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	<title>Polianders Zeitreisen &#187; Raumflug</title>
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	<description>ULRIKE GRAMANN SCHWENKT DEN HUT</description>
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		<title>Ungetilgte Spuren</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 13:34:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Durchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Der Engel des Vergessens dürfte vergessen haben, die Spuren der Vergangenheit aus meinem Gedächtnis zu tilgen.&#8221; Maja Haderlap, Engel des Vergessens Jedes Buch ist eine Reise. Maja Haderlaps Roman ist eine Reise durch die Nacht, sagt P., und P. sagt auch, dass sich niemand einbilden soll, dass das dann ein Zitat wäre von irgendwas. Poliander [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3859" class="wp-caption alignleft" style="width: 161px"><a href="http://www.poliander.de/files/2012/01/haderlap-engel-des-vergessens.jpg"><img class="size-full wp-image-3859" src="http://www.poliander.de/files/2012/01/haderlap-engel-des-vergessens.jpg" alt="Abbildung: Wallstein Verlag Göttingen" width="151" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Abbildung: Wallstein Verlag </p></div>
<p><em>&#8220;Der Engel des Vergessens dürfte vergessen haben, die Spuren der Vergangenheit aus meinem Gedächtnis zu tilgen.&#8221;</em><br />
<em>Maja Haderlap, Engel des Vergessens</em></p>
<p>Jedes Buch ist eine Reise. Maja Haderlaps Roman ist eine Reise durch die Nacht, sagt P., und P. sagt auch, dass sich niemand einbilden soll, dass das dann ein Zitat wäre von irgendwas. Poliander und ich, wir haben lange kein Buch gelesen, das so gut geschrieben ist, so poetisch, von Romantizismus frei. Haderlap erzählt von einer Kindheit und Jugend in Kärnten, Koroška, in beidem, dazu in dem Geisterbezirk, in dem die Toten und ihre Spuren leben.<span id="more-3857"></span> Und die Lebenden gehen mit ihnen um oder sie meiden sie. Haderlap ist in dem magischen Jahr 1961 geboren, sechzehn Jahre nach dem Krieg, und wer je glaubte, in diesen Jahren, den Sechzigern, sei der Krieg lange her gewesen, kann den Irrglauben verlieren an ihrem Buch. Wer meint, keine Kindheit gehabt zu haben, sieht hier, was eine Kindheit heißt, nämlich ist sie nicht der Ort und die Zeit, wohin man sich sehnt in sehr guten oder sehr trüben Stunden. Sondern die Kindheit ist die Fremde, aus der man gekommen ist, gekrochen oder erhobenen Haupts gegangen, meistens mal so, mal so. Ein Kind gewesen zu sein heißt, etwas hinter sich zu haben. Das Kind, dieses Ich, von dem Haderlap erzählt, hat vieles hinter sich, Großmutter, Verwandte, Leute, und viele Tote. Das Außergewöhnliche an Haderlaps Kindheitsbuch ist nicht die getreue Schilderung des Lebens auf dem Land. Vom Leben auf dem Land sprechen andere Bücher auch und kennen auch all die heute unappetitlich scheinenden rußigen, säuerlichen,  blutigen, realistischen Einzelheiten. Außergewöhnlich ist die starke und stetige Präsenz der Toten, die starke Realität der Geschichte, an der sie teilhatten, der Verbrechen, die an ihnen getan wurden; außergewöhnlich ist die Präsenz der verletzten, abgestorbenen, verwilderten Teile in denen, denen Geschichte geschah. Das erkennen heißt, den Grund des immer wieder neuen Erschreckens finden.  Warum tun die Erwachsenen, was sie tun? Warum sind sie, wie sie sind?</p>
<p>&#8220;Engel des Vergessens&#8221; ist ein Roman über den Krieg und wie er sich in denen fortsetzt, die ihn überlebten. &#8220;Ich möchte einmal mit dir zur Arbeit gehen&#8221;, sagt die Tochter zum Vater. Die Arbeit ist im Wald. Dort oben, wo man &#8220;spazieren&#8221; muss, wie der Vater sagt, weil man sonst außer Atem kommt. &#8220;Bist du im Krieg hier gewesen?&#8221;, fragt das Mädchen. &#8220;Ja, wir hatten höher oben einen Bunker, sagt er. Dein Großvater hat den Kurierposten geleitet. Ich habe gekocht. Es war sehr gefährlich.&#8221; Und als das Mädchen fragt, ob er Angst hatte: &#8220;Wird schon so gewesen sein, ich war ja noch ein Kind, ein paar Jahre älter als du.&#8221; Alle waren sie bei den Partisanen oder haben sie doch unterstützt oder unterstützen müssen, auch die tiefkatholische Großmutter, die dem Mädchen die düsteren Tricks verrät, mit denen man sich in höchster Gefahr in Schutz nimmt, verzweifelte Tricks wie Kreuze schlagen mit der Zunge im geschlossenen Mund. Es ist ein Buch über die Marter, über Ravensbrück, über die Deportation in KZs und darüber, wer es überstand und wer nicht, und jede und jeder dieser Leute bekommt die eigene Geschichte, nichts wird ausgelassen. Es ist ein Buch über die Sprache, die slowenische, die deutsche, und über die Unterschiede zwischen denen, die so oder so sprechen und sich so oder so erinnern. Und einmal, in einer Wirtschaft kommt es beinah zu einer Schlägerei oder Schlimmerem, und das Mädchen, das schon in die Schule geht in der Stadt, fährt den unerhört aufgebrachten Vater mit dem Traktor nach Hause und singt Partisanenlieder auf dem Weg und singt aus Angst, dass sie zu singen aufhören könnte und den Vater nicht nach Hause bekommt. Es ist ein Buch über die Androhung zu sterben, über das jahrzehntelange stückweise Sterben derer, die die Marter überlebten.</p>
<p><em>&#8220;Er hat mich durch ein Meer geführt, in dem Überreste und Bruchstücke schwammen. Er hat meine Sätze auf dahintreibende Trümmer und Scherben prallen lassen, damit sie sich  verletzen, damit sie sich schärfen.&#8221;<br />
Maja Haderlap über den Engel<br />
</em></p>
<p>Koordinaten: 46° 46&#8242; N, 13° 49&#8242; O, Maja Haderlap, <a href="http://www.wallstein-verlag.de/9783835309531.html">Engel des Vergessens, Göttingen: Wallstein 2011</a></p>
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		<title>Mit Loibl im Weltraum</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/11/29/mit-loibl-im-weltraum/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 15:24:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchstabenfracht]]></category>
		<category><![CDATA[Blau]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibwerk]]></category>

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		<description><![CDATA[Buchstaben sind Lettern aus Blei, sie lassen Spuren auf Papier, schwarze, und im Papier, leicht vertiefte. Schöne Bücher sind das, die von Hand gesetzt und gedruckt werden. Poliander hat Glück, fand aus dem Netz in Ruth Loibls Offizin.  Das Buch ist blass blau wie der Himmel gerade noch war im Spätherbstlicht, und das will nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2153" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/11/weltraumbuch-ruth-loibl.jpg"><img class="size-medium wp-image-2153" title="weltraumbuch ruth loibl" src="http://www.poliander.de/files/2010/11/weltraumbuch-ruth-loibl-245x300.jpg" alt="Ruth Loibl, Weltraumbuch eins" width="245" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Ruth Loibl, Weltraumbuch eins</p></div>
<p>Buchstaben sind Lettern aus Blei, sie lassen Spuren auf Papier, schwarze, und im Papier, leicht vertiefte. Schöne Bücher sind das, die von Hand gesetzt und gedruckt werden. Poliander hat Glück, <a href="http://www.poliander.de/2009/05/04/brunnenkresse/">Nasturtium officinale</a> fand aus dem Netz in Ruth Loibls Offizin.  Das Buch ist blass blau wie der Himmel gerade noch war im Spätherbstlicht, und das will nun bleiben. Text in neuem Kontext, was sollen wir sagen, Poliander ist glücklich.</p>
<p><strong>Ruth Loibl<br />
Weltraumbuch eins</strong></p>
<p>Handsatz und Buchdruck Ruth Loibl<br />
70 nummerierte und signierte Exemplare<br />
9. Band der Reihe &#8220;Spielen und Aufräumen gleichzeitig&#8221;<br />
Rheinfelden 2010</p>
<p>Koordinaten: Preis auf Anfrage bei Ruth Loibl über kunst ((an))  ruthloibl ((punkt)) de.</p>
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		<title>Weltraumflug im Erzgebirge</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 08:21:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgrabung]]></category>
		<category><![CDATA[Große Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>

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		<description><![CDATA[1973. Zuerst fliegen Kosmonauten. Sie schweben in der Weltraumrakete auf uns zu, von uns weg, einer drückt einen großen, eckigen Behälter an seinen Bauch. Die ewige Baustelle DDR: Nichts lag 1973 näher, als eine Filmhandlung auf die Baustelle zu verlegen. (2010 sackt die archäologische Schicht DDR bereits unter den drübergebauten Schichten zusammen.) Daniel: Im Zeitalter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1865" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/09/die-taube-auf-dem-dach.jpg"><img class="size-medium wp-image-1865" title="die taube auf dem dach" src="http://www.poliander.de/files/2010/09/die-taube-auf-dem-dach-300x225.jpg" alt="Die Taube auf dem Dach" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: Defa-Spektrum</p></div>
<p>1973. Zuerst fliegen Kosmonauten. Sie schweben in der Weltraumrakete auf uns zu, von uns weg, einer drückt einen großen, eckigen Behälter an seinen Bauch.<span id="more-1859"></span></p>
<p><em>Die ewige Baustelle DDR</em>: Nichts lag 1973 näher, als eine Filmhandlung auf die Baustelle zu verlegen. (2010 sackt die archäologische Schicht DDR bereits unter den drübergebauten Schichten zusammen.)<br />
<em>Daniel</em>: Im Zeitalter des Weltraumflugs will er keinen Dreck schippen. Dreck kann er schippen oder gehn, sagt die Bauleiterin. Daniel bezieht das Arbeiterwohnheim und hängt ein Bild vom Kosmos neben die Sehnsuchtskinderbilder Kerims, des Palästinensers.  Beim Betriebsvergnügen stört Daniel den Spaß, später lernt er, den Kran zu fahren, ein Ding, das sich zur Arbeit eignet wie zum Absturz.<br />
<em>Linda Hinrichs</em>: Bauleiterin, sorgt, dass Material da ist.  Linda hat keine Angst hat keine Angst hat keine Angst. Wenn es sein muss, lässt sie sich von dem, der Balken hat, auch ans Bein fassen, und verspricht die Lieferung von Gehwegplatten, eine coole Vertreterin der Tauschwirtschaft. Das hat sie sich nicht ausgesucht. Den Mann sucht sie sich aus. Die Männer.<br />
<em>Lindas Sekretärin</em>: Ihre Chefin macht das.<br />
<em>Erika</em>: Die kann den Kran schon fahren.  Beim Frühstück liest sie Kontaktanzeigen. Vor.<br />
<em>Das minderjährige Paar</em>: Er will nicht bei seiner Ärztin-Mutter leben und lernen, sondern arbeiten, darum gefällt er ihr, auch wenn sie mit Bestimmtheit das Fenster schließen kann. Auf der Bank: Philemon und Baucis als Kinder.<br />
<em>Böwe</em>: Hat schon überall gearbeitet. Böwe und Daniel sind Lindas Männer.</p>
<p><em>Die Taube auf dem Dach</em>: Das ist der Titel, der sieht aus, als hätt ihn wer im Nachhinein gefunden. Lieber die Taube auf dem Dach als den Spatz in der Hand.  Das dachten die, die dableiben wollten. Und die Regisseurin, Drehbuchautorin, ihre eigne Assistentin und so weiter, Iris Gusner, zeigt ihre Leute, die mit Steinen umgehn, in der Glaskugelfabrik. War das denn wirklich so? So auch. Und das wird so erzählt, dass du denkst: Ja, so war&#8217;s. Und dass du dich immer so fremd fühlst, weil es doch nicht sein kann, dass es war wie im Film. Wie in diesem Film schon, nur dass es sich anfühlte wie wirklich, nur dass es wirklich war. &#8220;Die Taube auf dem Dach&#8221; sehen ist wie schweben. Der Ort, in dem wir schweben, ist der Weltenraum. Und da gibt es auch Stellen zum Lachen, an diesem Ort, in diesem Film.</p>
<p>Der Film hat eigene, verzweifelt unheimliche Wege: 1973 nicht zur Aufführung freigegeben. Wegen Angst vor dem Film nicht archiviert, sondern vernichtet. Auf welche Weise das Filmmaterial zerstört wurde, scheint nicht mehr bekannt zu sein. Iris Gusner arbeitet weiter. Die Magie des Zufalls konserviert eine Arbeitskopie. Iris Gusner entschließt sich, in den Westen zu gehen. Raumzeit wechselt in Echtzeit. Der Kameramann, Roland Gräf, gräbt bei der Restaurierung anderer verbotener Filme (und das war 1989/1990) in einer Ecke des Arbeitsraums, in einer tieferen archäologischen Schicht. Er findet &#8220;Die Taube auf dem Dach&#8221;. Schichten haben sich gelöst: Von dem farbigen Material lässt sich nur schwarzweiß ein Negativ machen. 1990 wird &#8220;Die Taube auf dem Dach&#8221; zweimal aufgeführt. Das Material verschwindet erneut. 2009 erneute Epiphanie.</p>
<p>Geht gleich hin, um das Schicksal des Films ist es nicht geheuer.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.defa-spektrum.de/?Verleih/1015889">Fakten</a>, <a href="http://www.babylonberlin.de/Programm.htm">Programm</a> des <a href="http://www.babylonberlin.de/">Babylons</a> in Berlin-Mitte, weitere <a href="http://www.defa-spektrum.de/?Verleih/1015889">Spieltermine</a>.</p>
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		<title>Wilde Hochzeit</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 14:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchstabenfracht]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzweg]]></category>
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		<description><![CDATA[Die erste Lieferung ist ausverkauft! Die neue Lieferung kann bestellt werden. &#8220;Was die Dörfler nicht hören: wie sie sich einmischt, Venus, die verflixte Göttin, wie sie Bertschi ins Ohr bläst: &#8216;Möchtest du entflammen, möchtest du verzehrt werden von Liebe zu mir und von Sehnsucht.&#8217; Das flüstert sie in Bertschis linkes, das heidnische Ohr.&#8221; (aus: Meetchens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1683" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/08/metzli_rück.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1683" src="http://www.poliander.de/files/2010/08/metzli_rück-150x150.jpg" alt="Buchrückseite mit Stempel" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Von Hand und einzeln gedruckt: die Musiker (Bildrechte: C. Schwiegk)</p></div>
<p style="text-align: left"><strong>Die erste Lieferung ist ausverkauft!<br />
Die neue Lieferung kann bestellt werden.<br />
</strong></p>
<p style="text-align: left">&#8220;Was die Dörfler nicht hören: wie sie sich einmischt, Venus, die verflixte Göttin, wie sie Bertschi ins Ohr bläst: &#8216;Möchtest du entflammen, möchtest du verzehrt werden von Liebe zu mir und von Sehnsucht.&#8217; Das flüstert sie in Bertschis linkes, das heidnische Ohr.&#8221;<em> (aus: Meetchens Hochzeit von Ulrike Gramann)</em></p>
<p><strong><span id="more-1679"></span>Die wilde, unanständige, gewalttätige und am Ende auch lehrreiche<br />
Geschichte von Meetchens Hochzeit</strong></p>
<p>nach Motiven aus Wittenwilers Ring neu erzählt von Ulrike Gramann</p>
<p>Ausgabe mit handgeschöpftem Umschlag und anderen feinen Details<br />
Bestellung gern <a href="http://www.poliander.de/ueber/">direkt bei mir</a> oder genauso gern bei der <a href="http://www.buchbinderei-schwiegk.com/shop/article_12/Die-wilde%2C-gewaltt%C3%A4tige-und-am-Ende-auch-lehrreiche-Geschichte-von-Meetchens-Hochzeit.html?shop_param=cid%3D5%26aid%3D12%26">Edition LILINI</a></p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.poliander.de/2010/06/18/meetchens-hochzeit-ist-da/">anderer kleiner Auszug</a></p>
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		<title>Meetchens Hochzeit ist da</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 09:31:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchstabenfracht]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzweg]]></category>
		<category><![CDATA[Lockung]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Die Mädchen an der Quelle beichten nicht, was sie hier tun. Eine heißt Meetchen, die Leute reden über sie. Meetchen hat schwarze Zähne, sagen die Leute, die sollten weiß sein. Rissige Hände mit erdfarbnen Fingern, die sollten glatt sein und zart, einen Zopf wie ein Mauseschwanz, einen Kropf, einen krummen Rücken, der ist ein Geburtsfehler, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1673" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/06/metzli-vorn.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1673" src="http://www.poliander.de/files/2010/06/metzli-vorn-150x150.jpg" alt="Meetchens Hochzeit" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Meetchens Hochzeit (Bildrechte: C. Schwiegk)</p></div>
<p>&#8220;Die Mädchen an der Quelle beichten nicht, was sie hier tun. Eine heißt Meetchen, die Leute reden über sie. Meetchen hat schwarze Zähne, sagen die Leute, die sollten weiß sein. Rissige Hände mit erdfarbnen Fingern, die sollten glatt sein und zart, einen Zopf wie ein Mauseschwanz, einen Kropf, einen krummen Rücken, der ist ein Geburtsfehler, und sie hat einen breiten und einen schmalen Fuß, so dass sie hinkt. Das sagen die Leute. Zerrauft ist sie, aber fleißig. Die Leute sagen auch, dass sie eine Häxe ist, mit Schmetterlingen im Bund, Augen wie Nebel über dem See, Atem, der nach Schwefel riecht. Die Leute fragen, was hat die unterm Kleid, und warum hinkt sie?&#8221;</p>
<p style="text-align: right"><em>(aus: Meetchens Hochzeit von Ulrike Gramann)</em><span id="more-1475"></span></p>
<p><strong>Die wilde, unanständige, gewalttätige und am Ende auch lehrreiche<br />
Geschichte von Meetchens Hochzeit</strong><br />
nach Motiven aus Wittenwilers Ring neu erzählt von Ulrike Gramann</p>
<p>Soeben am 11. Juni 2010 erschienen in der <a href="http://www.buchbinderei-carla-schwiegk.de/seite1.html">Edition LILINI (Carla Schwiegk)</a><br />
Besonders schöne Ausgabe mit handgeschöpftem Umschlag<br />
Direkt erhältlich bei der <a href="http://www.buchbinderei-carla-schwiegk.de/Kontakt.html">Editorin</a>. Bestellungen können aber auch <a href="http://www.poliander.de/ueber/">an mich</a> gerichtet werden.</p>
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		<item>
		<title>1001 Piraten und ein Hund</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/05/17/1001-piraten-und-ein-hund/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 04:45:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisebrief]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnstation]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>

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		<description><![CDATA[Poliander als Kater gestiefelt: eilt nach Bingen an den Rhein, mit der Bahn. Fragen Sie nicht! P. erzählt es auch so. Ab Mainz, wo vom Bahnsteig die Mittelrheinbahn geht, schwirrt das Züglein von fremder Sprache und Englisch mit jederlei Akzent. Zwei Jugendliche sprechen italienisch, in einer Reisegruppe aus Sachsen werden früh halb zehn schon Schnappsfläschchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Poliander als Kater gestiefelt: eilt nach Bingen an den Rhein, mit der Bahn. Fragen Sie nicht! P. erzählt es auch so. Ab Mainz, wo vom Bahnsteig die Mittelrheinbahn geht, schwirrt das Züglein von fremder Sprache und Englisch mit jederlei Akzent. Zwei Jugendliche sprechen italienisch, in einer Reisegruppe aus Sachsen werden früh halb zehn schon Schnappsfläschchen geleert, und ein chinesisches Liebespaar mit Schnellhefter deutet flüsternd in seiner Zettelwirtschaft herum, die Orte, Speisen, deutsche Floskeln verzeichnet und Zeichen zeigt, die Poliander nicht lesen kann, P. versteht nicht mal die dicken gezeichneten Milchkühe. <span id="more-1305"></span>Ein Mittzwanziger erklärt seiner Harry-Potter-affinen Begleiterin, warum er eine der großen Herrschaftsparteien nicht mehr wählt: Ministerin zu jung, zu kinder- und zu ahnungslos. Poliander fremdelt, will der hin, wo Poliander hin will?, Bingen Stadt springt er ab, Poliander aber steigt Bingen Hauptbahnhof aus, zwei Bahnhöfe haben eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bingen_am_Rhein#Schienenverkehr">Geschichte für sich</a>. P. geht zum letzten Ende des Bahnsteigs, treppt in den Himmel und wieder hinab, Wiesen am Fluss, saubere Wege, wenig Gebüsch, und jenseits der <a href="http://www.rheingau.de/sehenswertes/ehrenfels">Fels</a> und diesseits der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Binger_M%C3%A4useturm">Turm</a>, von dem das verträumte Volk <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Binger_M%C3%A4useturm#Legende">eine grausig gerechte Geschichte</a> weiß. &#8220;Eingang für Presse, bitte hier, bitte hinten, bitte links herum.&#8221; Kathedralen des Fortschritts?, dreh ne Nummer runter, Poliander!, also: Hallen der Netzwirklichkeit, wo der Strom noch aus Steckdosen kommt, zwischen hundert Bänken ringeln tausend Kabel, und Poliander steht unter tausendundeinem Gestiefelten und Geschuhten: Männer mit apfelsinenfarbigen Hemden, Piratentücher um die Köpfe, helle Augen, spiegelnde Monitore, jeder hat einen, manche zwei, ist das dort nicht Marc Vandoosler? Eine Dame mit glatt grauem Haar blinkt Poliander an: &#8220;Bist du Marlena?&#8221;, raunt was Schönes von Gleichheit, Gerechtigkeit, Freiheit, P. wird ganz schwummerig vor Interesse, &#8220;Ich habe Lust&#8221;, spricht She-Pirate, &#8220;in einer Gruppe zu sein, die keine diskriminiert&#8221;, Lust in ner Partei, denkt P., fast zu schön, um wahr zu sein.</p>
<p>Doch wer von euch, vielliebe Leserinnen und Leser, das nun genau wissen will, muss selber hinschwimmen und -rudern <a href="http://www.piratenpartei.de/">unters geblähte Segel</a>. Bei der Meinungsbildung kann Poliander Gucktnur nicht helfen.</p>
<p>&#8220;Also&#8221;, ruft einer, &#8220;Piratenkapitän, rede, die Kamera zeigt auf dich und wirft dein Bild zurück!&#8221; Sie gehen absichtlich ins Netz, aber wolln sich nicht drin verfangen, blasen, um nicht zu ersticken, Muschelhorn und Lautsprecher gegen die obere Etage, die alle und all unsere Daten und Taten sammeln, konzentrieren, verwerten will. Dagegen die Ordnung der Piraten geht so: Jeder redet 30 Sekunden. Nur manchmal brechen Sätze sich Bahn in die Zeit, und die Versammlungsleiter haun mit der Faust durch die Luft. P. wirft Fragen in die Wellen und kriegt viel Antwort.  Wo sind die Schätze der Piraten? Sie liegen offen, selbst vorm Bundeswahlleiter, das hat der Piratenschatzmeister getan, stolz und im Trench geht er durch die Reihen, grade und mit dem gefleckten Hund am Band, der diszipliniert auf der Bühne die Wahl abwartet, zerrt nicht an der Leine, ist würdig, sein Name: Cpt. Jack Sparrow. Beifall bitte! Und der Tag ist lang, wer zusammengefasst  Substantielles lesen will, kann ja Ulrike G. fragen, sie hat auch was geschrieben, <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/171102.onliner-wollen-die-parlamente-entern.html">hier</a>. Poliander geht abwesend durch die Reihn, Piratinnen können Piraten oder Piratinnen sein, verwirrt sich, geht mal raus, da fahren die langsamen Schiffe, von den Enterhaken des Fremdenverkehrs betroffen, am Rhein ist es ja so schön, zurück also zu den Realisten, die, sagt der Pressepirat, sich &#8220;sehr stark selber verwalten, das ist die Kultur, aus der sie kommen&#8221;, und er schwärmt von der Intelligenz der Schwärme. Ach, denkt Poliander, wie das wohl wäre? Schwärmen, auf der Bühne schwärmen sie vom guten Geist des <a href="http://liquidfeedback.org/">liquid feedback</a>, P. hört&#8217;s und hat&#8217;s nun trotzdem eilig, Schwärmen, ein Reizwort. Nur weiter! Unterm Mäuseturm winkt einer, Marc Vandoosler? Die charmanten Onliner im Rücken, gehn am Ufer des Rheins schräge Vögel mit ihren Jungen. Und hätte Poliander am Bahnhof nicht jene kluge Bioinformatikerin getroffen, könnte hier niemand lesen, dass dies die Nilgänse sind, die ihre großgepunkteten Kinder statt in den warmen Nil nun auch ins laue Rheinwasser führen.</p>
<p>Koordinaten: 49° 58&#8242; N, 7° 54&#8242; O, Neumond, 1001 Piraten wurden am 15. Mai 2010 um 17:59 Uhr in der alten Wagenhalle Bingen gezählt, <a href="http://www.bingen.de/">ja, Bingen, schön</a>,  <a href="http://www.gartenspaziergang.de/wasservogel/t_nilgans.html">Nilgänse</a></p>
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		<title>Die Schöne träumt</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 10:14:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1227" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/04/schoene-goettin.jpg"><img class="size-medium wp-image-1227" src="http://www.poliander.de/files/2010/04/schoene-goettin-300x168.jpg" alt="Vogel und Frau" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Vogel und Frau</p></div>
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		<title>Zwischen Zeiten</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 16:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Heilige zwölf Nächte&#8221;, rief Poliander, &#8220;eilt, das Jahr zu verträumen! Und stürzt nicht in den Spalt, der sich zwischen 9 und 10 auftut!&#8221; Polianders Gefährtin gähnte. &#8220;Auf auf&#8221;, rief Poliander, &#8220;wer in den Zwölfen geborn ist, darf träumen, aber nicht ruhn!&#8221; Polianders Gefährtin wälzte sich faul. &#8220;Rauf dein Haar&#8221;, sprach Poliander, &#8220;Werg oder Blei! Wirf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1077" class="wp-caption alignleft" style="width: 208px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/01/Ludmillas-Lust-im-Garten.JPG"><img class="size-medium wp-image-1077" src="http://www.poliander.de/files/2010/01/Ludmillas-Lust-im-Garten-198x300.jpg" alt="Im Garten von Ludmillas Lust" width="198" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Im Garten von Ludmillas Lust</p></div>
<p>&#8220;Heilige zwölf Nächte&#8221;, rief Poliander, &#8220;eilt, das Jahr zu verträumen! Und stürzt nicht in den Spalt, der sich zwischen 9 und 10 auftut!&#8221;<br />
Polianders Gefährtin gähnte.<br />
&#8220;Auf auf&#8221;, rief Poliander, &#8220;wer in den Zwölfen geborn ist, darf träumen, aber nicht ruhn!&#8221;<br />
Polianders Gefährtin wälzte sich faul.<br />
&#8220;Rauf dein Haar&#8221;, sprach Poliander, &#8220;Werg oder Blei! Wirf um, wer sich dir in den Weg stellt.&#8221;<br />
Polianders Gefährtin rührte träge in dem, was aus der Hennapackung rieselte.<br />
&#8220;Eile doch, streu Beifuß in die Suppe!&#8221;<br />
Gefährtin schmierte das grüne Zeug ins Haar und band den Fetzen Plastik drüber und das zerschlissne Handtuch mit dem Großmuttermonogramm. Überm Schnapsglas schillerte Absinthfeuer, Zucker für die grüne Fee, es gab süßes Dörrobst für die Percht und Mandeln, die Flugreisenden zu füttern.<br />
&#8220;Werg oder Blei?&#8221; schrie Poliander, die Gefährtin griff ihm in den Kragen, &#8220;Sag&#8217;s noch einmal!&#8221;, &#8220;Werg&#8221; sprach Poliander folgsam, &#8220;verlass sie, die Geduld.&#8221; Gefährtin lächelte. &#8220;S dauert, solangs dauert.&#8221; Mond schien, als sie den Freunden unhöflich Fragen stellte, beim Spiel betrog, Öl ins Feuer goss.<br />
Poliander flüsterte: &#8220;Gut, dass wir aufs Land gefahrn sind&#8221;, Schnee floss vom Himmel, vielhändiges Trommeln aus der Lautsprecheranlage, Wüste war Wüste, Schnee oder Sand. &#8220;Werg oder Blei?&#8221;, fragte die Gefährtin und schüttelte den Haarfilz, &#8220;Blei&#8221;, antworteten die Unkundigen und lagen gleich am Boden. Das Wort ruft die Tobsucht. Ums Haus schmolz der Schnee, &#8220;Werg&#8221;, keuchte die Gefährtin, &#8220;Werg heißt die Antwort.&#8221; Sie kämpften. Welt stand Kopf, ein Rauschen, die andern flogen vorbei, die außer der Zeit Gebornen. Gefährtin winkte, Gefährtin tanzte im Schnee, Poliander fing sie, grün spritzte der Schlamm aus den Haarn. Polianders Freunde fassten sich in Yoga, Poliander aber sprach: &#8220;Sie kann nicht anders.&#8221;<br />
Später in der Nacht kämmte die Gefährtin ihr Zerzaustes, das Haar, gingen sie zum Brennesselfeld und zündeten Raketen. Grün splitterte Gestern in den Himmel. Flug, bis Epiphanias das Kind erschien: das neue Jahr.</p>
<p>Koordinaten: Motiv bei Carlo Ginzburg: Hexensabbat. Berlin 1990.  Freier Umgang.<br />
Sehen und hören: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=pHZjabFv4p0">Canzonetta spagnuola</a> (Mienenspiel besiegt Wiedergabequalität)</p>
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