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	<title>Polianders Zeitreisen &#187; Pferdewechsel</title>
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	<description>ULRIKE GRAMANN SCHWENKT DEN HUT</description>
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		<title>Guess I must be having fun</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 17:47:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Durchgang]]></category>
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		<category><![CDATA[Umsteigen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kafka, das wird kolportiert bis zum Überdruss, war im Kino und weinte. Das Kino ist einer der besten Orte dafür, wenn nicht der beste &#8211; wo sonst wäre man so anonym und so geborgen zugleich, wo sonst flössen Bilder und Töne so durch eine hindurch und blanke Seligkeit bleibt hängen? Dass Kafka im Kino weinte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kafka, das wird kolportiert bis zum Überdruss, war im Kino und weinte. Das Kino ist einer der besten Orte dafür, wenn nicht der beste &#8211; wo sonst wäre man so anonym und so geborgen zugleich, wo sonst flössen Bilder und Töne so durch eine hindurch und blanke Seligkeit bleibt hängen? <span id="more-3657"></span>Dass Kafka im Kino weinte &#8211; abgesehen davon, dass er es einmal erwähnt hat -  überrascht nicht. Aber kam er deswegen unglücklich aus dem Kino? Und wenn, war es das Kino, das ihn unglücklich gemacht hat? Die Wahrheit ist: Kino macht glücklich. Nicht lange rumreden: In diesem Herbst gibt es einen Film, in dem einer seine Depression auf so coole wie herzerwärmende Art zugleich heilt (das geht also), sich rächt (angemessen), und auf sehr sympathische Art erwachsen wird. Und außerdem nimmt die Zuschauerin minutenlang an einem Konzert teil, das sie gern live gehört hätte.</p>
<p>Falls jemand ihn wirklich noch nicht gesehen hat (was Poliander und ich für kaum denkbar halten):<br />
Hingehen! Später auf DVD sehen könnt ihr ihn außerdem!</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=q0ryRwKkKI4&amp;NR=1&amp;feature">Originaltrailer: This must be the place.</a> Nur Musik hören: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=cUEiMQfSrZw&amp;feature">This must be the place.</a></p>
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		<title>Mehr bessere Laune im Novaugustvember</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/08/10/bessere-laune-im-stiefelsommer/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 09:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Durchzug in Berlin, Schauer, Passanten ziehn die Schultern hoch. Niemand lässt die Jacke offen, unterm Reißverschluss bleibt das S verborgen, Superman inkognito. Stiefelsommer: Man lächelt sparsam. Eine Tasche geht vorbei: Plastikplane, wetterfest, Aufschrift: North Face. Der englische Gitarrist ist abgereist, kein heiseres Singen mehr im U-Bahn-Bereich, das Schimpfen: Keiner zahlt!, bleibt aus. Fußgänger mit Herbstdepression. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3195" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/08/rue-des-rosiers-paris.jpg"><img class="size-medium wp-image-3195" src="http://www.poliander.de/files/2011/08/rue-des-rosiers-paris-300x168.jpg" alt="Tiger in der Rue des Rosiers, November 2010" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Tiger in der Rue des Rosiers, Paris, November 2010</p></div>
<p>Durchzug in Berlin, Schauer, Passanten ziehn die Schultern hoch. Niemand lässt die Jacke offen, unterm Reißverschluss bleibt das S verborgen, Superman inkognito.<span id="more-3183"></span></p>
<p>Stiefelsommer: Man lächelt sparsam. Eine Tasche geht vorbei: Plastikplane, wetterfest, Aufschrift: North Face.</p>
<p>Der englische Gitarrist ist abgereist, kein heiseres Singen mehr im U-Bahn-Bereich, das Schimpfen: Keiner zahlt!, bleibt aus. Fußgänger mit Herbstdepression.<br />
Launen aus, Lautsprecher an: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sp3G50jBRuU">Les passants</a><br />
(Jaja, Leserin, auf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sp3G50jBRuU">Les passants</a> klicken!)<br />
Laune steigern? <a href="http://www.youtube.com/watch?v=AQ9zeDd0mpg">Hit!</a><br />
Koordinaten: 52° 33&#8242; N, 13° 22&#8242; O, 48° 50&#8242; N, 2° 19&#8242; O, Musik: <a href="http://www.zazofficial.com/fr">ZAZ</a></p>
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		<title>Mehr vom Aberwitz</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/08/05/mehr-vom-aberwitz/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 13:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Hafenhotel]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Hamburger Schreibschrift-Debatte erhitzt die Gemüter zwar noch nicht derart wie die Bahnhofs-Debatte in Stuttgart, doch auch den HamburgerInnen möchten wir aus dem Hause Poliander zurufen: &#8220;Oben bleiben!&#8221; Denn mag es auch tausend Plateaus geben, Niveau gibt es nur eines, und wo könnte Niveau noch dringlicher gewünscht werden als in der schulischen Bildung? Bereits im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Hamburger Schreibschrift-Debatte erhitzt die Gemüter zwar noch nicht derart wie die Bahnhofs-Debatte in Stuttgart, doch auch den HamburgerInnen möchten wir aus dem Hause Poliander zurufen: &#8220;Oben bleiben!&#8221; Denn mag es auch tausend Plateaus geben, Niveau gibt es nur eines, und wo könnte Niveau noch dringlicher gewünscht werden als in der schulischen Bildung? <span id="more-3165"></span></p>
<p>Bereits im Juni äußerte ein Sprecher der Hamburger Behörde, man sehe in der Abschaffung der &#8220;Schreibschrift-Pflicht&#8221; eine Chance, nämlich die, &#8220;durch die Vereinfachung die Kernkompetenz des lesbaren Schreibens zu    stärken.&#8221; (<a href="http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1938610/Wie-sollen-Hamburgs-Schueler-schreiben.html">Beitrag im Hamburger Abendblatt</a>) Wer je über die mangelhaften Lese- und Schreibfertigkeiten von  Absolventen und Absolventinnen deutscher Schulen klagte, sollte lieber keine (ohnehin nur vermeintliche) Vereinfachung fordern, sondern dafür sorgen, dass der hochgeschätzten Kernkompetenz der gebührende Raum eingeräumt wird, damit alle Kinder gut und auch mit der Hand schreiben lernen.</p>
<p>Eine <a href="http://www.taz.de/Neue-Schriftart/!75543/">schöne Polemik gegen die Abschaffung der Schreibschrift</a> erschien in der taz. Darin wird darauf hingewiesen, dass beim längeren Schreiben einer Druckschrift die Hand verkrampft. Mit einem fiesen Foto versehen wurde dieser <a href="http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//schueler-muessen-keine-schreibschrift-mehr-lernen.html">dpa-Bericht auf shz.de</a>. Das Bild zeigt eine Kinderhand, die sich mit einem viel zu kurzen Stiftrest abmüht. Wer je die Handschrift eines Erwachsenen sah, der als Kind auf Druckschrift &#8220;umgeschult&#8221; wurde, begreift gleich, was mit &#8220;Verkrampfung&#8221; gemeint ist. Eine viel benutzte, ausgeschriebene Druck-Handschrift ist weit unleserlicher als die meisten ausgeschriebenen Schreib-Handschriften. Sicher, die meisten Erwachsenen, die überhaupt mit der Hand schreiben, haben eine eigene, für sie charakteristische Schrift entwickelt, die oft auch Druckschrift-Elemente enthält. Doch das wird entscheidend davon befördert, dass sie erst einmal Zeit und Energie auf das Erlernen einer verbunden und leicht dahinfließenden Schrift aufgewendet haben. Und übrigens: Wer die Schreibschrift gut schreiben kann, hat es leichter, der eigenen Hand auch eine leicht fließende Druckschrift anzugewöhnen.</p>
<p>Womöglich gehen deutsche Grundschullehrerinnen gar nicht mehr davon aus, dass ihre SchülerInnen eines Tages viel schreiben werden. Das, Lehrerinnen!, könnte sich als self-fulfilling prophecy erweisen. Der Ruf deutscher <a href="http://www.youtube.com/watch?v=DKB6XH9i__s">Deutschlehrer</a> ist bereits ruiniert. Grundschullehrerinnen, sind Sie gar nicht bange?</p>
<p>Koordinatenlos.</p>
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		<title>Perspektive Wechselfrau. Polianders Lieblingssätze</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/04/20/perspektive-wechselfrau-polianders-lieblingssatze/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 20:49:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Große Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbild]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonja Eismann, Missy: &#8220;Wie erreicht man die Leute, ohne sie zu bevormunden?&#8221; Marianne Pitzen, Direktorin des Frauenmuseums Bonn: &#8220;Eine Einzelne kann sich durchsetzen und es schaffen. Aber sie kann nicht allein die Strukturen verändern. Das kann nur die Gruppe.&#8221; &#8220;Wir sollten selbstbewusst sein! Wir sind nicht so eine Art großer Kindergarten, wir müssen den Blick [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_2797" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><strong><strong><a href="http://www.poliander.de/files/2011/04/stephanie-mueller-RAGarella.jpg"><img class="size-full wp-image-2797" src="http://www.poliander.de/files/2011/04/stephanie-mueller-RAGarella.jpg" alt="RAG*treasure - Stephanie Müller" width="260" height="339" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">RAG*treasure - Stephanie Müller</p></div>
<p><strong><a href="http://missy-magazine.de/about/">Sonja Eismann</a>, Missy:</strong><br />
&#8220;Wie erreicht man die Leute, ohne sie zu bevormunden?&#8221;</p>
<p><strong>Marianne Pitzen, Direktorin des <a href="http://www.frauenmuseum.de/">Frauenmuseums</a> Bonn:</strong><br />
&#8220;Eine Einzelne kann sich durchsetzen und es schaffen. Aber sie kann nicht allein die Strukturen verändern. Das kann nur die Gruppe.&#8221;<br />
&#8220;Wir sollten selbstbewusst sein! Wir sind nicht so eine Art großer Kindergarten, wir müssen den Blick nach außen richten. Die jungen Frauen kommen nicht, wenn wir sie bitten, wir müssen ihnen etwas bieten. Die dürfen mal eine kleine Revolution machen, wenn ihnen das hier zu altmodisch ist, müssen sie sagen: Leute, gebt uns das Geld!&#8221;<br />
&#8220;Wir verstehen uns aus der Mitte der Gesellschaft. Unser letztes Thema war &#8216;Moneta. Das große Geld&#8217; <em>(zeigt den Katalog, spricht: &#8216;Werbung &#8211; immer dabei!&#8217;)</em>, nicht, wie arm Frauen sind, sondern wie Frauen an das große Geld kommen. Wir müssen die Welt ein bisschen erschrecken.&#8221;<span id="more-2787"></span></p>
<p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Halina_Bendkowski">Halina Bendkowski</a>, Agentin für Feminismus und Geschlechterdemokratie, angesprochen auf das Wort &#8220;Kleinfamilienhorror&#8221;:</strong><br />
&#8220;Ich bin erstaunt, wo haben Sie das gelesen, dass ich das geschrieben habe? Na, es wird nicht falsch sein.&#8221;</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.zkm.de/">Zentrum für Kunst und Medientechnologie</a>, 49° 0&#8242; 5&#8221; N, 8° 23&#8242; 1&#8221; O, Frauen Perspektiven Wechsel. <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/195879.solidaritaet-in-generation-und-schicht.html">Ulrike Gramanns Kongressbericht lesen</a>.</p>
<p>Alle hier zitierten Lieblingssätze Polianders wurden eilig in Handschrift notiert. Sollte eine sich falsch zitiert fühlen, bitte ich freundlich um <a href="http://www.poliander.de/ueber/">Nachricht</a>.</p>
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		</item>
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		<title>Technisch einwandfrei gelöst</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/12/19/technisch-einwandfrei-geloest/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Dec 2010 11:57:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Wegelagerei]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Straße gehen Sonntagfrüh zwei Männer, einer zieht einen Schlitten, in dem ein Mädchen sitzt, Kosmonautenanzug, Mützenpudel, Winkewinkehand rechts. Die linke Hand liegt fest in der einer Frau, die den Schlitten begleitet, die Mutter, nehmen wir an. Der Schlitten besteht aus zwei blauen Bierkisten, die hintereinander auf je eine ihrer Seitenwände gelegt und starr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Straße gehen Sonntagfrüh zwei Männer, einer zieht einen Schlitten, in dem ein Mädchen sitzt, Kosmonautenanzug, Mützenpudel, Winkewinkehand rechts. Die linke Hand liegt fest in der einer Frau, die den Schlitten begleitet, die Mutter, nehmen wir an. Der Schlitten besteht aus zwei blauen Bierkisten, die hintereinander auf je eine ihrer Seitenwände gelegt und starr miteinander verbunden sind, so dass die seitlichen Schienen der Kisten sozusagen Kufen bilden, mit denen das Gefährt über den bereits angetretenen, gleichwohl dicken und federnden Schnee gleitet. Das Kind sitzt in einem auf der hinteren Bierkiste befestigten Pappkarton, der von unten und seitlich gegen die Kälte schützt. In der morgendlichen Stille wirkt das Knirschen unter den Stiefeln der Leute beinahe hallend. Die blauen Quasikufen gleiten lautlos. Die vier Leute lachen.</p>
<p>Wie, Sie wollen ein Foto sehen? Wir erwarten Ihre vollkommene Einbildungskraft!</p>
<p>Koordinaten: 52° 28&#8242; 14&#8221; N, 13° 19&#8242; 20&#8221; O, &#8211; 10° C, unterschiedlich bewölkt, leichter Schneefall.</p>
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		<title>Ingenieurswerk über der Hafenstadt</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Oct 2010 13:28:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Hafenhotel]]></category>
		<category><![CDATA[Lockung]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass es 58 Meter hoch ist, wollen Sie vielleicht wissen. Dass es  285 Meter lang ist, wollen Sie vielleicht wissen.  Seit 1864 fahren hier die Züge auf der Strecke Paris &#8211; Brest. Brest im Westen ist gemeint. Das wollten Sie doch wissen? Ja, Sie können hier aussteigen. Nach Morlaix kommen, vom Meer, müde, vom Laufen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1887" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/10/morlaix-viaduc-nacht.jpg"><img class="size-medium wp-image-1887" title="morlaix viaduc nacht" src="http://www.poliander.de/files/2010/10/morlaix-viaduc-nacht-224x300.jpg" alt="Le viaduc" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Le viaduc</p></div>
<p>Dass es 58 Meter hoch ist, wollen Sie vielleicht wissen. Dass es  285 Meter lang ist, wollen Sie vielleicht wissen.  Seit 1864 fahren hier die Züge auf der Strecke Paris &#8211; Brest. Brest im Westen ist gemeint. Das wollten Sie doch wissen? Ja, Sie können hier aussteigen.</p>
<p>Nach Morlaix kommen, vom Meer, müde, vom Laufen, vom Schwimmen, vom Autofahren. Wenn Sie ein Auto dabeihaben, parken Sie es am Hafen. Gehn Sie, das Handtuch über der Schulter, rüber zum Hotel du Port.  Am Zebrastreifen ruft eine aus dem Auto, ob das hier die Route nach Carantec ist. <em>Mais oui!</em>, sagen Sie, als wären Sie daheim. <em>Aber der Strand</em>, wolln Sie noch rufen, <em>ist schöner in Plougasnou, in St. Samson, und bitte, versäumen Sie nicht, zum Pointe de Primel zu wandern, dort</em>- Der PKW mit der Dame darin ist längst verschwunden. <span id="more-1889"></span>Im <a href="http://www.lhotelduport.com/">Hotel du Port</a> ist ein Zimmer frei. Es wird Ihr Lieblingszimmer auf dieser Reise, obwohl es klein ist und ohne besonderes Einrichtungsraffinement. Es ist nur, dass nichts fehlt und nichts zuviel ist. Ein Bett für zwei, eine Decke, eine Dusche, ein orangeroter Vorhang am Fenster. Die Frau am Empfang trägt ein feuerrotes Kleid und erklärt die Stadt mit Pfeffer. Und Sie gehen gegen Abend zum Viadukt, nicht zu spät, denn nachts ist das Tor geschlossen. Und vom Zwischengeschoss, wo man geht, schaun Sie dann mit Schwindel hinunter, doch mit noch viel mehr Schwindel nach oben, in die erleuchteten Bögen. Keine Sorge, versehentlich fällt man hier nicht runter. Aber es ist seltsam, auf Höhe des flamboyanten Turms von St. Melaine zu sein und den Leuten aufs Dach zu schaun und in die Regenrinne. Es regnet nicht oder nur kurz, eine Husche, schon ist sie vorbei, und Sie wischen die Tropfen vom Brillenglas.</p>
<div id="attachment_1921" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/10/pointe-de-primel.jpg"><img class="size-medium wp-image-1921" title="pointe de primel" src="http://www.poliander.de/files/2010/10/pointe-de-primel-300x225.jpg" alt="Im Dunst" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Im Dunst</p></div>
<p>Ja, das Licht. Und ein Glas trinken und dem Wirt zuschauen, der aussieht wie ein linker Kabarettist von daheim, nur netter, viel netter, und zwei Mädchen kommen rein, Enkelinnen wahrscheinlich, kriegen ein Eis und kichern und stehen vor Ihnen und schauen Ihnen zu, und dann fühlen doch Sie sich wie ein Eindringling und lächeln verlegen vor diesen Mädchen und trinken schnell aus. Kinder fotografiert man nicht, als Touristin. Und dann am Hafen langgehn bis zur Schleuse. Es ist still, auf einem Boot sitzt sie innen und schaut auf ein Display, und er sitzt draußen, das Buch in der Hand und das Rotweinglas vor sich, und wenn Sie zurückkommen, ist er eingenickt, und sie sitzt immer noch im hellen Salon vor ihrem Laptop. Auf der andern Seite des Hafens sehen Sie ein hell leuchtendes Lokal. Ein Jugendlicher, barfuß, läuft da rüber. Der Mond kommt hoch. Leiser Nebel. Zurück im Hotel. Und jetzt ist schon Nacht, vergessen Sie nicht, den Pointe de Primel zu träumen. Morgen nehmen Sie den Zug.</p>
<p>Koordinaten: 48° 35&#8242; N, 3° 50&#8242; W, höchster Punkt der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Morlaix">Stadt</a>: 104 Meter über NN, im Norden des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Finist%C3%A8re">Finistère</a></p>
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		</item>
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		<title>Gewässerleben</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/05/09/gewasserleben/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 May 2010 06:28:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisebrief]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Ströme]]></category>
		<category><![CDATA[Völkerwanderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesmal sind wir an Herrn Tullas Denkmal vorbeigefahren. Der Fluss, als ich ihn zuerst sah, steckte in einem öden, gemauerten Bett, das mythische Gewässer war eine Enttäuschung. Ich erinnere mich nicht, den Dom von innen gesehen zu haben. Mehr erfuhr ich im Museum, damals, Fotos von Chargesheimer, ich blieb nur kurz in Köln und lernte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1273" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/05/seerhein.JPG"><img class="size-medium wp-image-1273" src="http://www.poliander.de/files/2010/05/seerhein-300x168.jpg" alt="Seerhein: auch im Westen, tiefer im Süden" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Seerhein: auch im Westen, tiefer im Süden</p></div>
<p>Diesmal sind wir an Herrn Tullas Denkmal vorbeigefahren.</p>
<p>Der Fluss, als ich ihn zuerst sah, steckte in einem öden, gemauerten Bett, das mythische Gewässer war eine Enttäuschung. Ich erinnere mich nicht, den Dom von innen gesehen zu haben. Mehr erfuhr ich im Museum, damals, Fotos von <a href="http://www.museenkoeln.de/_medien/mlk/Chargesheimer_02.jpg">Chargesheimer</a>, ich blieb nur kurz<span id="more-1247"></span> in Köln und lernte niemanden kennen von den Leuten am eingemauerten Fluss und trug ein Buch weg, in dem mehr Menschen vorkamen als Gewässer, dann kam ich lange nicht wieder.</p>
<p>Ich wusste nichts von Herrn Tulla.</p>
<p>Die Elbe, die Labe, Albis, der Strom, Albja, Elf und Elfa, <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=elbe&amp;lemid=GE03758&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GE03758L0">&#8220;allgemein für fluvius und immer weiblich&#8221;</a>, nie soll man versäumen, aus dem Fenster zu schauen, wenn der Zug über die Elbe fährt, schon gar nicht im Frühling, wenn sie weich die umgebenden Wiesen wässert, und stundenlang sitzen Poliander und ich, wir sammeln Schiffe mit Augen, wenn sie in Hamburg in den Hafen fahren und von dort wieder aufs Meer. Ja, der Dreck, ich weiß, die Ausbaggerung, ich weiß, die Hafencity, ich weiß, die Zustände auf den Schiffen vor allem, ich weiß, und wie könnt ich es vergessen. Aber. Die Elbe.</p>
<p>Nichts von Herrn Tulla.</p>
<p>Wieder kam ich an den Rhein, Rhenus, Hrenus, Rin und Ryn, <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=rhein&amp;lemid=GR04933&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GR04933L0">vom Stamme ri, gehen und fließen</a>, der beiläufig ist zur Stadt Karlsruhe, mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinh%C3%A4fen_Karlsruhe">Häfen</a> an ihrem Rand, der ist ein</p>
<div id="attachment_1277" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/05/seerhein2.jpg"><img class="size-medium wp-image-1277" src="http://www.poliander.de/files/2010/05/seerhein2-300x168.jpg" alt="Rhein im See, nicht bei Karlsruhe" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Rhein im See, nicht bei Karlsruhe</p></div>
<p>Grenzfluss, setz über, nimm nicht die Brücke, sondern die <a href="http://rheinfaehre-neuburg.de/">Fähre</a>, du und dein Fahrrad, ihr passt allemal drauf, flussab fährst du in die Pfalz, flussauf nach Frankreich, doch auch auf dieser Seite erstrecken sich die Auen tief ins Land hinein, und dort stehn sie und gehn sie, die Arme, die Gewässer, die münden oder für sich bleiben, ein Gezwitscher im Frühling, Gequak im Sommer ist da, selbst wenn man, flussab der Stadt, den Ölhafen zur Seite hat, der mit der Raffinierie zur Seite weit größer ist als der Stadthafen, über den Poliander gern lächelt. Also die Auen, die Erlen, das Gewese, feucht und warm, was man im letzten Winter beinahe vergessen hätte, als spitzer Wind Eisschleier ins Gesicht trieb, nun, Mai, wieder feucht, sehr feucht, und wild schauen die abgebrochnen Riesen aus dem Gehölz.</p>
<p>Das Gewese wollte Herr Tulla abschaffen.</p>
<p>Herr Tulla drängt sich auf, mault Poliander, wir haben sein Denkmal doch links liegen lassen! Rechts, sage ich, denn wir sind flussab gefahren. Poliander seufzt: Johann Gottfried Tulla, wohlan! Seit wann redet Poliander gestelzt? Seit dem Ingenieur Tulla, wohlan also! Na gut, sage ich, also der Ingenieur Tulla, der kam 1770 in der noch jungen Stadt Karlsruhe zur Welt. Studiert hat er in Freiberg in Sachsen. Der Oberrhein, der Fließende also, floss  wie eh und je durch sein weiches Bett, und wie es ihm gefiel, änderte er seinen Weg in zahllosen  Schlaufen, teilte sich in kleinere Läufe, vereinigte sich wieder, überschwemmte das Land, bildete Arme und Ärmchen, Auen, feuchte Niederungen, führte mal hohes, mal niedriges Wasser, die Sonne schien schon damals wärmer als anderswo im deutschsprachigen Raum, Mücken brüteten, Fische nährten viele Leute in der Oberrheinebene. Dem Fluss gefiel&#8217;s, nicht aber dem Herrn Staat. Denn der Fluss war die Grenze, und was ist das Schlimmste für einen Staat?, fragt Poliander. Richtig, benickt er sich selbst, eine Grenze, die von selbst sich ändert, vor allem: der andren Seite plötzlich mehr Land zuträgt. Und von den Sümpfen, das sah Herr Tulla ganz recht, kam auch das Fieber. Herr Tulla fasste deshalb den Plan, den Rhein zu begradigen, dass sein Bett tiefer würde und härter und das Wasser schneller fließe, gut für die Schiffe. (Auch gut gegen das Fieber der Fischer, sagte Herr Tulla, doch die Fischer wollten lieber das Fieber ertragen, wenn ihnen nur auch der Fischfang blieb, unvernünftiges Volk, das essen will anstatt Ingenieursklugheit zu folgen.)</p>
<p>Wie Herr Tulla gesagt, so getan. Mit 18 großen Durchstichen wurde <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinbegradigung">der Rhein verkürzt</a>, zwischen Basel und Bingen um 81 Kilometer, getragen wurde dies vom bayrischen, vom badischen, vom hessischen Staat, Rheinhessen war grad rechtzeitig 1814/15 an das Großerzogtum Hessen gekommen. Mit Frankreich, später, doch solche Arbeiten dauern lang genug, dass es immer ein Später gibt, wurde ein Staatsvertrag geschlossen. Als 1817 der Durchstich in Knielingen begann und die Wälder geholzt wurden, begehrten die Fischer auf. Aber gegen den Widerstandsgeist der Badener hatte man auch in dem Jahr das Militär. Hochwässer hat der schnell fließende, vertiefte Fluss auch seitdem noch viele gebracht. Viele Häuser längs des Rheins zeigen die Marken, diesseits und jenseits. Nur in den Resten der Rheinschleifen verlaufen sich auch hohe Wasser, drum sind die nun geschützt und hüten das Gewese. Der Altrhein bildete Seen aus und tote Arme, und in denen, Gezwitscher, Gesang, Gekrächze und Gequak, und grad jetzt noch stehen die Gänse in kleinen Scharen am Rand und laufen eine der andern nach ins Wasser, wenn uns der Kies unter den Sohlen knirscht. Aber die großen Schiffe gäb&#8217;s ohne Herrn Tullas Plan nicht, sagt Poliander. Eben noch hast du dich über Tulla lustig gemacht, sag ich, drauf großspurig Poliander: Das sind eben die historischen Widersprüche.</p>
<p>Ob Herr Tulla je in Köln war, weiß ich nicht. Er starb 1828 an der Malaria und liegt auf dem Montmartre in Paris.</p>
<p>Koordinaten:<br />
Denkmal für Tulla in der Maxau <span title="Breite">49° 2′ 12.52″ N</span> <span title="Länge">8° 18′ 11.72″ O, </span><a href="http://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/cgi/daten.pl?id=9016">Pegelstände Maxau</a><br />
Altrhein Neuburgweier und Fermasee 48° 58&#8242; 36&#8243; N 8° 16&#8242; 22&#8243; O (Naturschutzgebiet mit Badestelle)<br />
Mehr sehen: Auf die Bilder klicken</p>
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		<title>Heilige Anna Mädchenmutter</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 12:19:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Absteigen]]></category>
		<category><![CDATA[Lockung]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Meer schlägt langsam, es schlägt schwer, es schlägt sanft am 31. August, doch der Wind ist fest und entschlossen. Wenn wir die Mützen nicht festhalten, müssen wir sie abnehmen, sonst sind sie hin. Das ist der letzte Tag im Jahr, an dem wir auf den Leuchtturm steigen können, der heißt Phare St. Mathieu, es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_793" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2009/09/Pointe-St-Mathieu.JPG"><img class="size-thumbnail wp-image-793" src="http://www.poliander.de/files/2009/09/Pointe-St-Mathieu-150x150.jpg" alt="Pointe St. Mathieu" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Pointe St. Mathieu</p></div>
<p>Das Meer schlägt langsam, es schlägt schwer, es schlägt sanft am 31. August, doch der Wind ist fest und entschlossen. Wenn wir die Mützen nicht festhalten, müssen wir sie abnehmen, sonst sind sie hin. Das ist der letzte Tag im Jahr, an dem wir auf den Leuchtturm steigen können, der heißt Phare St. Mathieu, es ist ein so blauer Tag, so strahlend, mein Begleiter fotografiert die Inseln, die Felsen im Meer, die Klippen, an denen aus Seeleuten Fische werden, und das ist ist kein Spaß, sondern tödlich. <span id="more-759"></span>Wer dem Wind nicht traut, der plötzlich ausbricht, dass die Haare flattern wie Fahnen, lehnt sich an die Turmwand und lässt die anderen Touristen vorbeischleichen, handnah, denn der begehbare Ring um den Turmgipfel ist schmal. Ein Junge steht bereit, das Meer zu erklären, er erklärt, er lächelt, er wartet, dass wir gehen und er im Windschatten die Zigarette entzünden kann. Mais fumez! Morgen sind seine Ferien zu Ende, morgen ist der Turm geschlossen, und im nächsten Sommer die Schule vorbei, er geht studieren, Bonne chance!, rufen wir im starken Wind, Bonne voyage! Schon sind wir mit unserem Französisch am Ende. Unten am Turm die Klosterruine, unten am Turm die Kirche, der Brunnen, das Militärgelände, Défense d&#8217;entrer, das Radar, und auch das Radar hat seinen Turm.</p>
<p>An der Kirche, die steht noch, finden wir die Geschichte der Heiligen Tanguy und Haude. Haude und Tanguy waren Geschwister. Tanguy glaubte der Stiefmutter, die Haude verleumdete, worin wohl verleumdet eine Stiefmutter in der Legende ein Mädchen? Nein, es wird nicht erzählt. Tanguy enthauptete die Schwester. Als er seinen Fehler und ihre Tugendhaftigkeit bemerkte, tat er Buße, wurde Mönch, erbaute auf Geheiß des großen Heiligen St. Pol Aurelian ein Kloster, St. Mathieu. Hier ist es, Ruine, durch deren Dachöffnung ohne Dach der gleichgültige Himmel scheint, zwischen den Mauern ist der Radarturm sichtbar, sie überragend.</p>
<div id="attachment_763" class="wp-caption alignleft" style="width: 187px"><a href="http://www.poliander.de/files/2009/09/Bretonische-Anna.JPG"><img class="size-medium wp-image-763" src="http://www.poliander.de/files/2009/09/Bretonische-Anna-177x300.jpg" alt="Anne et Marie, en Bretagne" width="177" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Anne et Marie, en Bretagne</p></div>
<p>Tanguy, wurde vom Ehrenmörder nun auch zum großen Heiligen, Türme heißen nach ihm. Über die Heilige Haude erfahre ich hier nichts weiter, erst später, ohne kirchliche Hilfe finde ich ihren Namen als den einer <a href="http://www.landunvez.fr/rubrique.aspx?idrub=16&amp;id=28">Quelle</a>. Hier ist Tanguys Kirche, darin Introun Varia ar Chras, Notre Dame de Grace, die am ersten September Pardon gewährt. Die Kirche ist klein, bröckelnd, schlecht gelüftet, es riecht nach Schimmel, Algen, Frömmelei, und ihre erste Attraktion ist ein Automat, an dem man nicht Süßigkeiten, sondern religiöse Traktate zieht, der katholische Westen, ich kann was lernen. Ich drehe mich weg, soll das doch fotografieren, wer will. Da trifft mich ihr Blick. Ich  erkenne sie nicht gleich, weil ich das Kind nicht erkenne, das Mädchen, das ein sternenbesetztes Buch in Händen halt. Ich muss auch was lernen. &#8220;Santez Anne&#8221;: Das gelehrte Mädchen ist Maria, nicht Haude; die Frau, die ihre Hände faltet über die kluge Nachkommenschaft, ist <a href="http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_464.html">Anna, biblische Spätgebärerin</a>. Bisher kannte ich sie <a href="http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_467.html">selbdritt</a> mit Maria auf dem Schoß, die ihrerseits Annas Enkel, Jesus, hält, oder mit Joachim, ihrem Mann, an der Goldnen Pforte, wo sie einander ihr geheimes Wissen sagten, um ein spätes Kind, Maria eben. Ich werde Sainte Anne noch oft treffen, in der Bretagne, wo sie sich vermischt mit der großen Königin, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anne_de_Bretagne">Anne de Bretagne, Anna Breizh</a>, immer wieder mit Maria, Maria als Halbwüchsiger, Maria in der Pubertät, oft Maria mit hochgereckten Armen, die Hände verbunden mit denen Annas, der heiligen Mädchenmutter, die ihr Mädchen nicht hindert, forsch auszuschreiten, die Lieblingsheilige des Finisterre, das auf bretonisch nicht das Ende der Welt bedeutet, sondern Pen-ar Bed: ihren Anfang.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Pointe_Saint-Mathieu">Pointe St. Mathieu</a>. Als das Christentum in die Bretagne kam. Als ich die Heilige Mädchenmutter sah.  <a href="http://fr.wikipedia.org/wiki/Pointe_Saint-Mathieu"><br />
</a></p>
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		<title>Pflanzen auf fremden Planeten</title>
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		<pubDate>Sun, 31 May 2009 21:26:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Aufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Poliander: Das ist ein Stall hier, oder? Herr K.: Ja. Manche sagen nichts, wenn sie reinkommen, und gehen gleich wieder. Ein paar schimpfen. Poliander: Und die anderen? Herr K.: Achtzig Prozent finden es gut, alle möglichen Leute finden es gut, Frauen, Männer, Familienväter. Poliander: Erinnert sie an Bastelarbeit. Herr K.: Oder an Baumarkt. Leute assoziieren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em></em></p>
<p><em></em></p>
<div id="attachment_531" class="wp-caption alignleft" style="width: 281px"><em><em><a href="http://www.poliander.de/files/2009/05/pflanzen_auf_fremden_planeten.jpg"><img class="size-medium wp-image-531" src="http://www.poliander.de/files/2009/05/pflanzen_auf_fremden_planeten-271x300.jpg" alt="Reiten ohne Pferd durch wurzellosen Wald " width="271" height="300" /></a></em></em><p class="wp-caption-text">Reiten ohne Pferd durch wurzellosen Wald </p></div>
<p><em>Poliander</em>: Das ist ein Stall hier, oder?<br />
<em>Herr K.</em>: Ja. Manche sagen nichts, wenn sie reinkommen, und gehen gleich wieder. Ein paar schimpfen.<br />
<em>Poliander</em>: Und die anderen?<br />
<em>Herr K.</em>: Achtzig Prozent finden es gut, alle möglichen Leute finden es gut, Frauen, Männer, Familienväter.<br />
<em>Poliander</em>: Erinnert sie an Bastelarbeit.<br />
<em>Herr K.</em>: Oder an Baumarkt. Leute assoziieren alles Mögliche.<br />
<em>Poliander</em>: Der Lehrer vorhin hat seiner Klasse gesagt, dass sie nicht assoziieren sollen.<br />
<em>Herr K.</em>: Wirklich? Wollte auf die Struktur raus?<br />
<em>Poliander</em>: Struktur, ja. Aber es riecht auch. Sagen die Leute was zum Geruch?</p>
<p><span id="more-499"></span><em>Herr K.</em>: Er weckt Kindheitserinnerungen.<br />
<em>Poliander</em>: Und bei Kindern?<br />
<em>Herr K.</em>: Die sagen sowieso nichts. Sie benutzen es.<br />
<em>Poliander</em>: Kriechen durch.<em> (schaut an sich runter) </em><br />
<em>Herr K.</em>: Kinder kommen überall durch.<br />
<em>Poliander</em>: Wie viele Leute waren dabei, als es gebaut wurde?<br />
<em>Herr K.</em>: Vier wechselnde Assistenten.<br />
<em>Poliander</em>: Sie?<br />
<em>Herr K.</em>: Ja. Ein Videofilmer war dabei und eine Auszubildende, Schreinerlehrling ist die. Und andere noch.<br />
<em>Poliander</em>: Welche Teile haben Sie gebaut?<br />
<em>Herr K.</em>: <em>(deutet auf ein Teil, das wie ein Ställchen geformt ist oder wie eine Mausefalle)</em><br />
<em>Poliander</em>: Wie waren die Vorgaben?<br />
<em>Herr K.</em>: Die Größe war vorgegeben, zum Beispiel, dass es von hier nach hier <em>(zeigt)</em> drei Meter sein sollten. Und die Formen, es gab ein sehr genaues Modell. Die großen mussten wir zu zweit bauen.<br />
<em>Poliander</em>: Wie lief das ab?<br />
<em>Herr K.</em>: Dort lag das Holz <em>(deutet auf den einen Teil des Raumes)</em>, und dort <em>(andere Richtung)</em> haben wir gebaut. Alle fertigen Teile lagen dann dort. Sie wurden numeriert, und wir haben sie zusammengesetzt.<br />
<em>Poliander</em>: Wieviel Holz steckt da drin?<br />
<em>Herr K.</em>: Zwei Lastwagen voll.<br />
<em>Poliander</em>: Woher kam das?<br />
<em>Herr K.</em>: Von einem Großhändler aus Gaggenau. Er wurde mit Zagen angefragt. Aber der gab tatsächlich das Holz. Es war nass geworden und unverkäuflich. Er hat es trocknen lassen, das war sicher teuer, und hierher geschafft.<br />
<em>Poliander</em>: War das dann viel Arbeit?<br />
<em>Herr K.</em>: Trocknen, transportieren, ausladen. Ein Arbeiter mit einem Kran hat den ganzen Tag hier gearbeitet. Dazu der Fahrer.<br />
<em>Poliander</em>: Was passiert nach dem 2. Juni? Wo kommt das alles hin?<br />
<em>Herr K.</em>: Das bauen die Hausmeister der umliegenden Schulen auseinander, die nehmen das Holz und die Schrauben und verwerten das.<br />
<em>Poliander</em>: Was machen die damit? Basteln?<br />
<em>Herr K.</em>: Auch heizen.<em><br />
Poliander</em>: Was möchten Sie noch erzählen?<br />
<em>Herr K.</em>: Männer gehen raus, wenn es ihnen nicht gefällt. Frauen sagen dann, dass das alles sinnlos sei, wenn sie eine Blume malen würden zum Beispiel oder eine Blume sticken, das hätte Sinn.<em><br />
Poliander</em>: Und das nicht?<br />
<em>Herr K.</em>: Zu spröde.<br />
<em>Poliander</em>: Spröde, genau. Offenkantig, architektonisch, riecht. Passt in einen Stall.<br />
<em>Herr K.</em>:  In einen Pferdestall. Hier standen die Pferde, und hier <em>(deutet auf schwache Verfärbungen an der Wand)</em> hatten sie ihre Hintern zur Wand. Das sind historische Flecke von Pferdepisse hier. Wenn&#8217;s stimmt.</p>
<p>Koordinaten: &#8220;Pflanzen auf fremden Planeten&#8221; von <a href="http://www.matthaeusthoma.de/content/01_first_page.html">Matthäus Thoma</a>, Rastatt, Marstall<br />
Zeitachse: Kurz, bis 2. Juni 2009</p>
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