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	<title>Polianders Zeitreisen &#187; Leuchtfeuer</title>
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	<description>ULRIKE GRAMANN SCHWENKT DEN HUT</description>
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		<title>Feministische Kampfsportschule in der Urban</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 10:10:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Fenster zu bei laut!&#8221; hat jemand auf ein Blatt Papier geschrieben und es ans Fenster gepappt. Zitronengelbe Matten auf dem Boden. Boxsäcke sind an der Wand festgegurtet, die schon abgeplatzte Stellen und Verfärbungen vom Anprall des dunklen Leders zeigen. Bei &#8220;Lowkick&#8221;, sechzig Stufen über dem Fabrikhinterhof in der Berliner Urbanstraße, beginnt das Selbstverteidigungstraining für Mädchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Fenster zu bei laut!&#8221; hat jemand auf ein Blatt Papier geschrieben und es ans Fenster gepappt. Zitronengelbe Matten auf dem Boden. Boxsäcke sind an der Wand festgegurtet, die schon abgeplatzte Stellen und Verfärbungen vom Anprall des dunklen Leders zeigen. Bei &#8220;Lowkick&#8221;, sechzig Stufen über dem Fabrikhinterhof in der Berliner Urbanstraße, beginnt das Selbstverteidigungstraining für Mädchen ab acht. Die Kinder sind überdreht, ein Mädchen im Sternchen-T-Shirt umkreist den Raum und bellt. Zwölfjährige mit fest geschlungenen Kopftüchern tun erhaben&#8230;</p>
<p>Ganzen Text lesen: am 12. November 2011 in der Wochenendbeilage der Tageszeitung ND oder <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/210903.kronleuchter-boxsack.html">hier</a>.<br />
<a href="http://www.poliander.de/2011/01/21/bewegte-frauen-lowkick/">Poliander über Lowkick</a>.<br />
Koordinaten: 52° 28&#8242; 53&#8221; N, 13° 26&#8242; 7&#8242;, <a href="http://www.lowkick-berlin.de/">Lowkick</a></p>
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		<title>90 Jahre Musik im Pelz</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 15:23:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnstation]]></category>
		<category><![CDATA[Große Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; Kulturamtsleiter Riedmann sagt: »Die Donaueschinger betrachten die Musiktage mit Neugierde &#8211; und mit Skepsis.« Sind denn nicht oft Donaueschinger selbst beteiligt? Innenmarketing wäre es nicht, aber wenn es ins künstlerische Konzept passe, 300 Blasmusiker finde man durchaus. 2006 waren es sogar 350, die der amerikanische Komponist Alvin Curran für seine Performance »Oh Brass on [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3413" class="wp-caption alignleft" style="width: 197px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/10/FF-Sammlungen-bei-Nacht.jpg"><img class="size-medium wp-image-3413" src="http://www.poliander.de/files/2011/10/FF-Sammlungen-bei-Nacht-187x300.jpg" alt="Nachtmusik in Donaueschingen" width="187" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Nachtmusik in Donaueschingen</p></div>
<p>&#8230; Kulturamtsleiter Riedmann sagt: »Die Donaueschinger betrachten die Musiktage mit Neugierde &#8211; und mit Skepsis.« Sind denn nicht oft Donaueschinger selbst beteiligt? Innenmarketing wäre es nicht, aber wenn es ins künstlerische Konzept passe, 300 Blasmusiker finde man durchaus. 2006 waren es sogar 350, die der amerikanische Komponist Alvin Curran für seine Performance »Oh Brass on the Grass Alas« in den Blaskapellen von Donaueschingen und der unmittelbaren Umgebung fand. Auch Poliander und ich drängten uns mit anderen Stehplatzinhabern<span id="more-3411"></span>  auf der Empore der Erich-Kästner-Sporthalle und beobachteten, wie weit jenseits der großen Fensterwand Jugendliche und Erwachsene aus dem Wald und, immer blasend, über das Feld kamen. Einweiser stellten sie zu geometrischen Formationen zusammen. Am Ende zogen sie ums Haus und bliesen Bach »Es ist genug«. Wer nicht ergriffen war, hatte kein Herz&#8230;</p>
<p>Donaueschingen: ein 21.000-Seelen-Städtchen, Zuhause der Donaueschinger Musiktage. Kleine Stadt am Schwarzwaldrand und Musik-Avantgarde &#8211; wie verträgt sich das?</p>
<p>Poliander  besuchte Donaueschingen vor den Musiktagen im 90. Jahr:<br />
Reportage von Ulrike Gramann am 15. Oktober 2011 in der Tageszeitung ND, direkt zum ganzen Text <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/208989.90-jahre-laus-im-ohr.html">hier</a>.</p>
<p>Koordinaten: 47° 57&#8242; 11&#8221; N, 8° 30&#8242; 12&#8221; O, <a href="http://www.swr.de/swr2/musik/-/id=661124/did=8747254/pv=mplayer/vv=popup/nid=661124/r6szw4/index.html">Hörermeinungen beim SWR</a>.</p>
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		<title>Graue und blaue Stadt</title>
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		<pubDate>Sat, 28 May 2011 18:11:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgrabung]]></category>
		<category><![CDATA[Blau]]></category>
		<category><![CDATA[Destination]]></category>
		<category><![CDATA[Hafenhotel]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Stadt, vom Hafen aus gesehen. Der Hafen von der Stadt her, bei Niedrigwasser, ein Schlammfeld. Mit der großen Flut kam die Küste  übers Meer nach Husum. Da wollte der Grund nicht  glauben, dass er nun Meeresgrund geworden. Nicht nass genug, der Hafen, sagen Hafenleute. Einmal soll das anders werden. Aber da streiten noch welche, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2895" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/05/husum_hafen.jpg"><img class="size-medium wp-image-2895" src="http://www.poliander.de/files/2011/05/husum_hafen-300x225.jpg" alt="Verschlickter Hafen in Husum" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Verschlickter Hafen in Husum</p></div>
<p>Die Stadt, vom Hafen aus gesehen. Der Hafen von der Stadt her, bei Niedrigwasser, ein Schlammfeld. Mit der großen Flut <a href="http://www.husum-tourismus.de/geschichte-husum.html">kam die Küste  übers Meer nach Husum</a>. Da wollte der Grund nicht  glauben, dass er nun Meeresgrund geworden. Nicht nass genug, der Hafen, sagen Hafenleute. Einmal soll das <a href="http://www.shz.de/nachrichten/lokales/nordfriesland-tageblatt/artikeldetails/article/111/husums-hafen-haengt-bald-nicht-mehr-am-tropf.html">anders werden</a>. Aber da streiten noch welche, dass <a href="http://www.shz.de/nachrichten/lokales/husumer-nachrichten/artikeldetails/article/111/gegen-den-sanierungsstau.html">ein Wunder gemacht wird</a> und das Meer im Hafen bleibt.</p>
<p>Theodor Storm ist in Husum geboren. <span id="more-2883"></span>Endlose Stunden Erkältungskrankheiten, immer wieder von vorn: die in goldgrünes Leinen gebundenen Bändchen, Volksausgabe nannte man das,  das hieß &#8220;nicht wissenschaftlich&#8221; und hieß auch, so weil jeder Band nur 5 Mark kostete und ganz sicher der Worterklärungen wegen, die man dem Volk gern dazu gibt. Polianders Gefährtin, damals, war ein Lesevolk, fiebrig im Bett hielt sie ein Buch in der Hand oder eher unter der Nase, denn zum Halten war die Hand zu schwach, konkret auch zu klein, &#8220;handlich&#8221; sind die Bändchen für erwachsene Hände. Draußen schien die Sonne, im Buch schob sie sich in die Wolken und drüber und drunter: <em>&#8220;Die meisten mögen wohl nach Westen blicken, um sich an dem lichten Grün der Marschen und darüberhin an der Silberflut des Meeres zu ergötzen, auf welcher das Schattenspiel der langgestreckten Insel schwimmt; meine Augen wenden unwillkürlich sich nach Norden, wo, kaum eine Meile fern, der graue spitze Kirchturm aus dem höher belegenen, aber öden Küstenlande aufsteigt; denn dort liegt eine von den Stätten meiner Jugend.&#8221;</em> Silberflut, Schatten, nie gesehene Küste, so schuf der Erzähler der stets in sich verschachtelten und verrahmten Geschichten den Direktanschluss an Grimms Märchen, Polianders Freundin liebster Lektüre bis auf den heutigen Tag. Ein Fremder kam, Wetters oder sonstiger  Umstände wegen, an einen Ort, der vorerst nicht zu verlassen war, ein Aufenthalt tat not, Kaffee wurde gereicht, und dann überm Lesen vergessen, denn vor oder nach dem Kaffee oder dem Roten aus Lübeck tauchte ein Manuskript auf in des Fremden Erzählung, gerade recht, dem Aufenthalt einen Zweck und der Zeit Endlosigkeit zu geben. Polianders erkältete Freundin identifizierte sich gleich mit jedem lesenden Fremden, um sich anschließend und beizeiten auf die Seite des Helden zu schlagen, der aus der Tiefe von Schachteln gekommen war, in denen man die Manuskripte aufbewahrte. Der Held konnte  ein Mädchen sein, die <a href="http://www.zeno.org/Literatur/M/Storm,+Theodor/M%C3%A4rchen+und+Spukgeschichten/Die+Regentrude">tapfere Maren</a>, die die Regentrude weckte. Maren konnte das. (Der Weg zur Trude ging durch den Stamm eines hohlen Baums, hinab, dort unten lag auch eine Landschaft, jetzt trocken, später von einem schönen Fluß durchschwemmt, so dass Maren, nachdem sie den Feuermann gelöscht, Kahn fahren konnte.) Polianders Freundin hatte keine Ahnung vom Meer.  Von trocknen Wiesen aber und hohlen Bäumen. Das Meer würde sie schon noch kennenlernen. Gingen die Geschichten auch gut aus, erzählten sie sich doch in einem Ton, der Kummer kennt. Sie gingen sowieso meistens schlimm aus, war wer im Meer versunken am Ende, in einem Tümpel zumindest, wie das Unglück es fügte, oder im Alleinsein, weil einer leichtsinnig versprochen hatte, nicht die Hexe zu heiraten, und dumm genug war, sich an das Versprechen zu halten. Die Leserin schlief ein, ließ aber das Buch nicht fallen. Storm musste man halten, der hatte ja den Wind schon im Namen, so wer konnte auch im Teppichboden untergehn, wenn man nicht achtgab.</p>
<p>Nähert man sich Husum mit der Bahn, sieht man den Hafen gleich, und gleich sieht man auch, ob Hoch- oder Niedrigwasser ist. Viel Schiffe sind da nicht, aber dunkelblaue und weiße Wolken, sie eilen, die Regenhusche kommt und geht, dicke, saftige Tropfen, und die Stadt ist grau und ziegelrot und trotz dem verschlickten Hafen ganz sauber.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.husum.org/">54° 29&#8242; N, 9° 3&#8242; O</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Billy Wilder</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 22:55:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Absteigen]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Oh&#8221;, sagte die Frau, als sie den Sportwagen vor sich her in Richtung Ausgang schob und dabei zwischen Barhockern und dem  Tisch von Poliander und Polianders Begleiterin aneckte. Aus dem Wägelchen schauten zwei Hunde, einer klein und schwarz, der andere groß und hellbeige, beide mit samtglattem Fell und abgeplatteter Schnauze, während Poliander mit langem Arm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Oh&#8221;, sagte die Frau, als sie den Sportwagen vor sich her in Richtung Ausgang schob und dabei zwischen Barhockern und dem  Tisch von Poliander und Polianders Begleiterin aneckte. Aus dem Wägelchen schauten zwei Hunde, einer klein und schwarz, der andere groß und hellbeige, beide mit samtglattem Fell und abgeplatteter Schnauze, während Poliander mit langem Arm den Barhocker ein wenig beiseiterückte, so dass die Herrin der beiden Tiere deren Gefährt einfach würde durchschieben können. &#8220;Oh&#8221;, sagte Polianders hundekundige Begleiterin, &#8220;zwei Möpse!&#8221; <span id="more-2765"></span>Die Frau lächelte Polianders Begleiterin an, nahm die Hände vom Griff des Wagens und legte sie, in einer mehr sachverständigen als anzüglichen Geste locker auf ihre Brüste, um diese dann einige Male leicht auf und ab zu rucken, &#8220;zwei Möpse!&#8221;, wiederholte sie. Und während Poliander der Mund offen stehen blieb, erklärte die Frau in fehlerlosem, mit einem schönen Akzent versehenen Deutsch: &#8220;Das ist komisch im Deutschen, dass man solche Hunde Möpse nennt und auch das&#8221;, worauf sie nun erneut leicht ihre Brüste drückte. Sie trug ein anliegendes Kleid, darüber eine Lederjacke, die nur in Taillenhöhe geknöpft war, so dass das schöne, weiß-blaue Blumenmuster des Kleides Poliander ins Auge sprang. &#8220;Ja, das ist wahr&#8221;, sagte Polianders Begleiterin zu der Frau, die nun die Hände wieder um den Handgriff des Sportwagens schloss und ihn anschob, ihrerseits an den Schultern berührt von einem der beiden leicht untersetzten Männer, die hinter und mit ihr zum Ausgang strebten. &#8220;Einen schönen Abend noch die Damen!&#8221;, er nickte Poliander und Polianders Begleiterin zu.  Poliander nickte zurück, während Polianders Begleiterin sich bereits lachend zur Seite beugte. &#8220;Hast du die Schuhe gesehen?&#8221;, fragte Poliander. &#8220;Oh ja!, mindestens 12 cm Absatz.&#8221; Poliander nickte, &#8220;Ja, und an den Zehen offen!&#8221; Sie bestellten weitere Cocktails.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.hallohund.de/Hundewunsch/Der-richtige-Hund/Welche-Rasse-passt-zu-mir-Heute-Der-treue-Mops/781622">Mopshund</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oMtCa-_ygto">Mopsgedicht</a></p>
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		<title>Beweglich in der Urbanstraße</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 00:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>
		<category><![CDATA[Umsteigen]]></category>

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		<description><![CDATA[Grauer Januar, Split-Splitter knirschen untern Sohlen zehnzentimeterdick. Schnee zerfließt, Parkwege bleiben vereist, Wasser schwimmt sich selbst über die buckligen Spiegel, Weihnachtsbäume fliegen aus Fenstern, erwarten geduldig die Müllabfuhr, was bleibt ihnen auch?  Polianders Gefährtin zuckt&#8217;s in den Muskeln. Wir gehn heute nicht ins Kino, wir stehn nicht in Ausstellungen rum, wir liegen nicht mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2491" class="wp-caption alignleft" style="width: 261px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/01/lowkick-kondition.jpg"><img class="size-full wp-image-2491" title="Foto: Anne Hierholz" src="http://www.poliander.de/files/2011/01/lowkick-kondition.jpg" alt="Foto: Anne Hierholz" width="251" height="141" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Inken Waehner</p></div>
<p>Grauer Januar, Split-Splitter knirschen untern Sohlen zehnzentimeterdick. Schnee zerfließt, Parkwege bleiben vereist, Wasser schwimmt sich selbst über die buckligen Spiegel, Weihnachtsbäume fliegen aus Fenstern, erwarten geduldig die Müllabfuhr, was bleibt ihnen auch?  Polianders Gefährtin zuckt&#8217;s in den Muskeln. Wir gehn heute nicht ins Kino, wir stehn nicht in Ausstellungen rum, wir liegen nicht mit dem Buch auf dem Bauch. Wir nehmen die nächste Bahn zum <a href="http://www.berlin-hermannplatz.de/">Hermannplatz</a>.<span id="more-2459"></span> Übern U-Bahnhof schlabbern Trainingshosen, offne Turnschuhe schlurfen die Rolltreppe an, im Wiegeschritt geht, wer vor Kraft kaum laufen kann, dem Bier am Kioskfenster entgegen. Nee, das sind Vorurteile, Berlin ist ganz anders, Berlin ist <a href="http://www.peterfox.de/index.php?videogallery/videoindex/16">so</a>. Nee, so männlich ist es nun wieder nicht am Hermannplatz, sagt Polianders Gefährtin, deutet von der U-Bahn zur Urban. Schwester Leichtfuß guckt, Schwester Leichtfuß kichert, die Gefährtin hüpft die Bröckeltreppe rauf, Neukölln ist ein Ort zum Umsteigen, Hermannplatz ist ein Ort zum Aufsteigen: 60 Stufen, Schuhe fliegen von den Füßen. Barfuß auf den Matten, aber hier ist&#8217;s nicht gemütlich, hier ist&#8217;s beweglich. Verheißungsvoll schwingt der Kronleuchter</p>
<div id="attachment_2495" class="wp-caption alignleft" style="width: 261px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/01/lowkick-selbstverteidigung.jpg"><img class="size-full wp-image-2495" title="Foto: Anne Hierholz" src="http://www.poliander.de/files/2011/01/lowkick-selbstverteidigung.jpg" alt="Foto: Anne Hierholz" width="251" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Inken Waehner</p></div>
<p>im Sportverein. Schwester Leichtfuß grinst, eilt mit dem Rucksack in die Umkleide. Gefährtin dehnt das Gebein und prüft die Sandsäcke. Leichtfuß tippt an einen Ball, der springt zurück, beide, Leichtfuß und Gefährtin beugen blitzschnell den Nacken, der Ball saust vorbei, sie kommen hoch, beugen das Rückgrat locker zur Gegenseite. Ja was dachten Sie denn?, fragt die Gefährtin, schaut raus aus lauter Text, sie schüttelt die Strähnen: Was dachten Sie denn, Liebe? Dachten wohl, wir steigen hier die Zeiten auf und ab und haben kein Training? Nee. Leichtfuß grinst wieder. Wer Zeit und Raum durcheilt, muss Muskeln haben. Leichtfuß federt übern gelben Mattenboden, Gefährtin rollt übern Ball und beugt den Oberarm.  Ach nee, sagt die eine, und wo sind die andern? Sie kommen getrödelt, sie machen sich lang, beugen den Zeh, winken mit Augen, lassen Rucksäcke fliegen, auch das Fenster fliegt auf, Luft fliegt rein, zickzack laufen Achte durch den Raum und laufen gleich Achten, beugen beweglich die Hüften, treten elegant in die Luft. Zusammengezogne Brauen, feste Konzentration, lockere Haken, fix geschlagen. Was sagnse? Zu gesellig das Ganze? Zuviel Spaß für höheren Ernst und düsteren Intellekt? Zu wenig Rückenschmerz, um geistig beweglich zu sein?  Polianders Gefährtin schüttelt paar Worte aus dem Ärmel, klopft Leichtfuß&#8217; Rücken auf Buchstaben ab. Sie kullern eins zwei viele in ihre Hand, mehr, als Hosentaschen fassen können.</p>
<p>Koordinaten: 52° 29&#8242; 14&#8221; N, 13° 25&#8242; 20&#8221; O, <a href="http://www.lowkick-berlin.de/">Lowkick e.V. für Frauen am Hermannplatz</a>: &#8220;Du musst keine geborene Kämpferin sein, um mit uns zu trainieren.&#8221;</p>
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		<title>Istanbul im Gartensaal</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/10/18/istanbul-im-gartensaal/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 15:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Destination]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>

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		<description><![CDATA[Poliander schaut zu. Einer ist im Spiegel, einer im Gartenzimmer. Alle sind nun im Gartenzimmer, dessen Vorhänge geschlossen sind, die Lider des Schlosses gesenkt. Poliander fotografiert nach innen, er, der uns begleitet, macht ein Bild, für Poliander und mich, ohne Blitz. Er dort, der hereinkam, der tanzen wird, steht unbeweglich, er hört, er legt den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1941" class="wp-caption alignleft" style="width: 212px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/10/derwisch-kommt-herein.jpg"><img class="size-medium wp-image-1941" title="derwisch kommt herein" src="http://www.poliander.de/files/2010/10/derwisch-kommt-herein-202x300.jpg" alt="In den Raum eintreten" width="202" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">In den Raum eintreten</p></div>
<p>Poliander schaut zu. Einer ist im Spiegel, einer im Gartenzimmer. Alle sind nun im Gartenzimmer, dessen Vorhänge geschlossen sind, die Lider des Schlosses gesenkt. Poliander fotografiert nach innen, er, der uns begleitet, macht ein Bild, für Poliander und mich, ohne Blitz. Er dort, der hereinkam, der tanzen wird, steht unbeweglich, er hört, er legt den Mantel ab, er faltet ihn auf die rote Reisetasche. Die Luft ist ganz weich, und der Säugling auf dem Arm des Mannes vor uns weint nicht und rührt sich nicht. Die Frau im Fleecepullover fällt jetzt auch aus der Zeit. Es ist eine Vorführung, ein Trick ist es nicht. Man kann es zweimal zeigen. Es ist keine Augentäuschung, es täuscht keinen anderen Sinn. Polianders Begleiter erkennt die Namen von Propheten. Poliander will das schon gesehen haben, auch gehört.<span id="more-1933"></span></p>
<div id="attachment_1943" class="wp-caption alignleft" style="width: 234px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/10/tanz-und-musik.jpg"><img class="size-medium wp-image-1943" title="tanz und musik" src="http://www.poliander.de/files/2010/10/tanz-und-musik-224x300.jpg" alt="Der Raum erfüllen" width="224" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Vom Raum erfüllt sein</p></div>
<p>Wer tanzt, kann sich schneller drehn. Vom Kopf geht der Weg durch die Füße und von den Füßen aus kommt der Kopf in eine andere Welt. Für einen, der tanzt, ist es die eine. Es ist doch nur eine Vorführung, sage ich. Aber Poliander sagt: Wer dort sehen kann, sieht auch, wenn du zusiehst, und auch, wenn einer ein Foto macht. Den Ort nicht verlieren, auf dem die Füße drehn. Der schöne Mann in seinem Rücken singt. Die Füße drehn lautlos. Ein Mann mit feuchtem Haar hat die Kamera aufs Stativ geschraubt. Das Bild flimmert jenseitig blau, für uns nur ein Streif im dunklen Horizont. Es stört uns nicht, dass eine Kamera da ist. Wer tanzt, sieht seinen Gott. Wir sagen auch nicht alles.</p>
<p>Koordinaten:  49° 0&#8242; 34&#8243; N, 8° 24&#8242; 15&#8243; O, <a href="http://www.orientalischemusikakademie.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=129&amp;Itemid=181">Talip Elmasulu</a>, Mehmet Ungan und die Sufi-Musik-Gruppe der <a href="http://www.orientalischemusikakademie.de/">Orientalischen Musikakademie Mannheim</a>. Selber <a href="http://il.youtube.com/watch?v=uXVIGGZpAnY">die Musik hören und selber wen tanzen sehen</a>.</p>
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		<title>Die See ist voller Zeichen: Steenodde</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 16:39:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>
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		<category><![CDATA[Ströme]]></category>

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		<description><![CDATA[26 Mitarbeiter hat das Wasser- und Schiffahrtsamt Tönning in seiner Außenstelle Amrum. Aber einen großen Seezeichenhafen. Seezeichen sind, was normale Landeier wie Poliander und ich als &#8220;Bojen&#8221; bezeichnen. Zum Glück halten wir  unsere Zungen im Zaum. Denn &#8220;Boje&#8221;, spricht Herr Stöck, wäre grundfalsch und eine Beleidigung für jedes schwimmende Schiffahrtszeichen. &#8220;Alles, was in der Schiffahrt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1207" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/04/tonnenleger_amrum.jpg"><img class="size-medium wp-image-1207" src="http://www.poliander.de/files/2010/04/tonnenleger_amrum-300x267.jpg" alt="Setzt Zeichen im nebligen Meer" width="300" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Setzt Zeichen im nebligen Meer</p></div>
<p>26 Mitarbeiter hat das Wasser- und Schiffahrtsamt Tönning in seiner Außenstelle Amrum. Aber einen großen Seezeichenhafen. Seezeichen sind, was normale Landeier wie Poliander und ich als &#8220;Bojen&#8221; bezeichnen. Zum Glück halten wir  unsere Zungen im Zaum. Denn &#8220;Boje&#8221;, spricht Herr Stöck, wäre grundfalsch und eine Beleidigung für jedes schwimmende Schiffahrtszeichen. &#8220;Alles, was in der Schiffahrt den Weg weist, ist eine Tonne.&#8221; Bojen hingegen, er winkt ab. Wir schauen später nach, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boje_(Schifffahrt)">hier</a>.  Herr Wolfgang Stöck herrscht über mehrere tausend Seezeichen, die liegen in den Fahrwassern vom Lister Tief bis nach Hamburg, außerdem über zahlreiche Leuchttürme und Leuchtfeuer.<span id="more-1187"></span> Der Herr Ramsauer von der CSU, sagt Herr Stöck, &#8220;der kennt uns hier gar nicht&#8221;, und der will sie einsparen, oder jedenfalls die Hälfte von ihnen, 14.500 Mitarbeitern beim Wasser- und Schiffahrtsamt. Denn Bayern liegt nun mal nicht am Meer. Und die ungeheure Lust des Meeres, zu toben und in tödlichen Orgasmen Land zu Meeresgrund zu machen, Tanker zu brechen und Schiffahrer zu schlucken, die ist in Bayern großenteils unbekannt. (Das hat jetzt nicht der Herr Stöck gesagt, sondern Poliander. Stimmt trotzdem.) Schon in Berlin wird man ja ausgelacht, wenn man erwähnt, dass die Nordsee ein Randmeer des Atlantiks ist, &#8220;Atlantik, sehr witzig, haha.&#8221;  Jedenfalls im Seezeichenhafen von Steenodde auf Amrum  könnten sie mit der Hälfte von 26 nicht mal die Schiffe besetzen. Und die müssen immer besetzt sein, zum Beispiel der Tonnenleger. Der heißt nach Johann Georg Repsold, der war ein Feinmechaniker und Vermessungstechniker, wir wir später <a href="http://www.math.uni-hamburg.de/spag/ign/hh/biogr/repsold.htm">nachschauen</a>, Mathemath könnte man sagen, jedenfalls ein echter Fachmann. Nicht wie der, Sie wissen schon. Also der <a href="http://www.wsa-toe.wsv.de/schiffe/tonnenleger_repsold/index.html">Tonnenleger</a>, der hat einiges zu legen an Tonnen, vor allem: immer wieder. Denn wenn eine Tonne erst mal liegt, im Wasser nämlich, da kommen zuerst die Seepocken, kleine Tiere, die gerne in Gesellschaft leben, in großer Gesellschaft, und am liebsten auf allem, was so im Wattenmeer steht und liegt, und dort bilden sie eine Kalkpocke neben der anderen, dicht an dicht. &#8220;Wenn wir im Februar eine Tonne auslegen, ist sie im Juli voll.&#8221; Und nein, solche Anstriche, wie ein Tourist von der Ostsee sie empfiehlt, die helfen in der Nordsee nun mal nicht. Das haben sie getestet, sagt Herr Stöck, genüsslich: &#8220;Das waren sozusagen die Lieblingstonnen der Seepocken.&#8221; Tja. Und da haben sie nun den einen Tonnenleger, und der legt die Tonnen vom Lister Tief bis Hamburg, und was man in Bayern nicht weiß: Von Steenodde bis Hamburg dauert die Fahrt bummelich vierzehneinhalb Stunden, &#8220;wenn die Tide günstig ist.&#8221; Und natürlich haben die 26 Leute nicht bloß die pockenbesetzten Tonnen auszutauschen. Sondern zum Beispiel die Ketten, die jede schwimmende Tonne mit einem Stein verbinden, und zwar nicht einfach so, nein, die gehen im Hahnepot zum Schäkel und vom Schäkel zum Stein, und die sind zweieinhalb mal so lang wie das Wasser tief ist, denn &#8220;wenn der Eckeneckepenn mit seiner Frau Rahn Zoff hat, da gehen die Wellen hoch.&#8221;</p>
<p>Nein, Poliander, wir scannen hier nicht die Zeichnung aus unserem Notizbuch!, wir haben uns für das Wort entschieden.</p>
<p>Also <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ekke_Nekkepenn">Eckeneckepenn</a> (ja, ihr Leserinnen von Theodor Storm, in der Nordsee ist der kein Feuergeist) und Rahn, die sind noch ein bisschen wilder als der Fischhändler Verleihnix und seine Frau Yellow Submarine, die lassen die Wellen ordentlich schlagen. Nach anderthalb Jahren ist die Kette durch. Oder der Stein abgetrieben, obwohl der bummelich fünftausend Kilo hat. Und was das für die Schiffahrt bedeutet, können Sie sich ja denken. Wenn nicht, lesen Sie nach (<a href="http://www.amazon.de/Gestrandet-Schiffsungl%C3%BCcke-vor-Nordseek%C3%BCste-Schwabedissen/dp/3782208935">Polianders Empfehlung</a>). Die meisten Schiffsstrandungen überhaupt gab es auf Amrum Bank. Die Amrumer früherer Jahrhunderte hatten sich drauf spezialisiert, nicht, wie böse Zungen behaupten, auf das Stranden und Strandenlassen mit Hilfe falscher Feuer, sondern aufs Fixdasein und Retten, was zu retten war. Die Ladung. Die Besatzung aber auch. Und je mehr gute Seezeichen und Leitfeuer und Leuchtfeuer, desto weniger Strandungen. Deswegen haben die Steenodder auch die Pricken und Stangen unter sich, diese immer etwas schief stehenden Stämmchen, bei deren Anblick sich das Landei  fragt, ob es wirklich nötig war, minderjährige Birkenwäldchen abzuschlagen, um den Schiffen zu zeigen, wo&#8217;s lang geht. Wo man doch was schnurgerades Industrielles dafür &#8211; nein, eben nicht. Denn die krumme Pricke sieht man gut. Jedenfalls besser. Also, es gibt 1.800 Stangen hier, und in einer Niedrigwassertide setzt eine Mannschaft, die gut gefrühstückt hat, ungefähr 35 Stück. Und eben die Tonnen, immer eine rote, eine grüne. Nur oben am Lister Tief, das ist nördlich von Sylt, der abgenutzten Nachbarinsel von Amrum, da legen die Amrumer nur die grünen Tonnen, und die Dänen legen die roten, seit Versailles ist das so. Alle zehn Jahre werden die Tonnen bereist, von den Dänen und den Deutschen, denn dort ist die Grenze, und alles muss seine Ordnung haben. Obwohl das Lister Tief wandert, das die Grenze ist. &#8220;Pantha rhei&#8221;, nickt Poliander voll Verständnis: Das Meer kennt keine nationalen Rücksichten.</p>
<p>An dieser Stelle schwächelte ich. Aber Poliander Unentwegt stand und machte ein Foto nach dem andren. Und Herr Stöck zeigte, wie man sich Steuerbord und Backbord merkt, das tat er auf so unnachahmliche Weise, dass wir hier nicht verraten, wie. Und ganz zu schweigen von der belebten Demonstration von Ansteuerungstonne, grüner Spitztonne (mit ungerader Zahl) und roter Backbordtonne (mit gerader Zahl), ganz wie sie dem Schiffer bei Einfahrt in den Hafen begegnen. Das &#8220;Meer ist das Schönste&#8221;, flüsterte Poliander am Abend. Aber ich deutete nach oben, wo <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_B%C3%A4r">Ursa Maior</a> direkt über uns leuchtete, und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orion_(Sternbild)">Orion, der Jäger</a>, sich am Frühlingshimmel schon bei Einbruch der Nacht gegen Westen neigte. Gegen Westen, hin zum Meer. &#8220;Das Schönste am Meer&#8221;, sprach Poliander da, &#8220;ist der Hafen.&#8221; Winter adé, winkte ich Orion zu. Das Feuer des Leuchtturms strich über Meer und Insel.</p>
<p>Koordinaten: 54° 39&#8242; 11&#8221; N, 8° 21&#8242; 18&#8221; O <a href="http://www.wsa-toenning.wsv.de/schifffahrt/Schifffahrtszeichen/index.html">Seezeichen</a><br />
Sollten wir etwas falsch wiedergegeben haben, schreiben Sie uns bitte gern, bitte <a href="http://www.poliander.de/ueber/">hier</a>.</p>
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		<title>P. liest: unbekannter Erdteil</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 17:20:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchstabenfracht]]></category>
		<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
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		<description><![CDATA[Stunden hatten wir verbracht im Kloster, im Mosteiro dos Jerónimos in jenem Vorort Lissabons, wir hatten die Kirche durchstreift und gläubige Frauen beobachtet, die durch Einwurf von Münzen elektrische Kerzen einschalteten, so ein Opfer praktizierend, das der Vormoderne und dem Technologiezeitalter zugleich angehörte. Wir hatten Kreuzgang und Klosterhof durchmustert, schließlich hatte ich, meinen Begleiter hinter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_713" class="wp-caption alignleft" style="width: 154px"><a href="http://www.poliander.de/files/2009/08/Buch_Sanyal_Vulva.jpg"><img class="size-full wp-image-713" src="http://www.poliander.de/files/2009/08/Buch_Sanyal_Vulva.jpg" alt="Buchtitel" width="144" height="230" /></a><p class="wp-caption-text">Buchtitel</p></div>
<p>Stunden hatten wir verbracht im Kloster, im Mosteiro dos Jerónimos in jenem Vorort Lissabons, wir hatten die Kirche durchstreift und gläubige Frauen beobachtet, die durch Einwurf von Münzen elektrische Kerzen einschalteten, so ein Opfer praktizierend, das der Vormoderne und dem Technologiezeitalter zugleich angehörte. Wir hatten Kreuzgang und Klosterhof durchmustert, schließlich hatte ich, meinen Begleiter hinter mir herziehend in immer noch eine Nische, vor immer noch eine heilige Figur, die dem Hauptaltar gegenüberliegende Empore erstiegen, die nach der Dunkelheit der Kirche und der strahlenden Helle des Klosterhofs in zugleich flirrendem und von Staub gedämpftem Licht erschien; da sah ich sie: auf einer von vielen Händen berührten Säule. Sie, eine Frau, hatte zwischen ihren Beinen hindurch die Seiten ihres Geschlechts ergriffen und auseinandergezogen. Wir lächelten einander an. Mein Begleiter kam her, müde und verunsichert traute er seinen Augen nicht, als sie, die Göttin, auch ihm zulachte; auch er stand im diffusen Licht ihres Segens.</p>
<p><span id="more-709"></span>„Kulturelles Flimmern“ nennt die Kulturwissenschaftlerin Mithu M. Sanyal ein Phänomen wie dieses: Dass einerseits die Vulva in unserer Kultur so abwesend ist, das selbst ein feministisches Theaterstück wie die „Vagina-Monologe“ dem Körperteil, dem sie sich ausschließlich widmen, einen irreführenden Namen geben, der das komplexe Organ auf einen seiner Bestandteile reduziert. Und dass andererseits dieser Vulva solche Macht zugeschrieben wird, dass jahrhundertelang allein schon ihr Anblick als heilig und heilend galt und sie bis heute von denen, die immer Arges denken, als zähnebewehrt kastrierend gefürchtet wird. Sanyal, um die kulturelle Geschichte dieses Körperteils zu erzählen, reist durch die Zeitalter, wobei sie sich am meisten unter mediterran-antiken Göttinnen, im christlichen Europa und in der hinduistischen GöttInnenwelt aufhält. Nach allem, was wir wissen, wehren die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sheela_na_Gig">Sheela Na Gigs</a>, die „Genitalbleckerinnen“, an angelsächsischen, französischen und iberischen Kirchen Unheil ab. Aufzeichnungen darüber gibt es nicht. In ihrem Bild ist ein Motiv enthalten, das in der Antike und gewiss früher wurzelt: Man erzählte man sich von der um ihre Tochter Persephone trauernden Demeter, dass sie mit wirrem Haar durchs Land irrte, nicht mehr aß und trank, bis die Pflanzen und Tiere, die unter ihrem Schutz stehen, verdorrten und verschmachteten. Ihr Lachen kam ihr erst zurück, als Iambe (Baubo) vor ihr tanzte und dabei ihre Vulva zeigte. Manche Motive, die Sanyal ausgräbt und herzählt, sind ähnlich bekannt wie dieses. Um noch eines zu nennen: die schreckenabwehrende Geste, die man als „mano in fica“ bezeichnet und bei der Daumen zwischen dem zweiten und dritten Finger der Hand durchgesteckt wird. Andere sind so entstellt, das Sanyal uns auf ihre Spur bringen muss, wie das Symbol des schmerzensreichen Herzens Marias, das von einem Bündel von Schwertern durchbohrt wird. Denn die Herzform geht auf die Feige zurück, diejenige Frucht, die namengebend mit der Vulva identifiziert wird. Sanyal erzählt aber auch, was die alten Geschichten mit Frauen in der Populärkultur &#8211; mit Stripperinnen, Teaserinnen und Riot Grrrls – und mit Künstlerinnen wie Hannah Wilke, Carolee Schneemann und Valie Export zu tun haben. Reiselektüre für lange Zugfahrten und schlaflose Nächte. Dann wird: alles gut.</p>
<p>Koordinaten: Mithu M. Sanyal, Vulva. Die Enthüllung des unsichtbaren Geschlechts. Berlin: Wagenbach 2009<br />
Hören und Sehen: <a href="http://www.dailymotion.com/video/xmk5r_pj-harvey-sheela-na-gig_music">P.J. Harvey, Sheela Na Gig</a></p>
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		<title>Freie Bücher, in den Zimmern</title>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 12:44:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Alle hatten ihren Tag, die Lehrer, die Metallarbeiter, die Meteorologen. Die Frauen, Lehrerinnen, Metallarbeiterinnen, Meteorologinnen inbegriffen. Das Buch hatte seinen Tag. &#8220;Das Buch&#8221;, nicht die Bücher, das &#8220;freie Buch&#8221;, nicht freie Bücher. Poliander und ich werden nicht einig, ob der Tag eine ironische Erfindung war oder nicht. Wir tun, als hätten wir den Tag ernst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_457" class="wp-caption alignleft" style="width: 244px"><a href="http://www.poliander.de/files/2009/05/bucher1.jpg"><img class="size-medium wp-image-457" src="http://www.poliander.de/files/2009/05/bucher1-234x300.jpg" alt="Erinnern im Regal" width="234" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Erinnern im Regal</p></div>
<p>Alle hatten ihren Tag, die Lehrer, die Metallarbeiter, die Meteorologen. Die Frauen, Lehrerinnen, Metallarbeiterinnen, Meteorologinnen inbegriffen. Das Buch hatte seinen Tag. &#8220;Das Buch&#8221;, nicht die Bücher, das &#8220;freie Buch&#8221;, nicht freie Bücher. Poliander und ich werden nicht einig, ob der Tag eine ironische Erfindung war oder nicht. Wir tun, als hätten wir den Tag ernst genommen, in den Zimmern, in denen Anfang Mai schon Pflanzen zu den Fenstern hin wucherten und aus den Fenstern hinaus, ins Hofgeschrei hinunter. Was heißt &#8220;wir tun&#8221;? So tun? Wir haben ihn ernst genommen. Der <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/innenpolitik/buecher/">Tag der Bücherverbrennung</a> war ein Tag antifaschistischer Gedächtnispflege, jedes Jahr leiser gepflegt. Bereut, mag sein, von seinen Erfindern. Wir, Jahrgänge 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, hatten ein ausgezeichnetes Gedächtnis, das uns die Bilder der Geschichte nicht vorenthielt. Bücherverbrennung durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung">Bücherverbrennung</a>, Bücherverbrennung durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Index_Librorum_Prohibitorum">Index</a>, Bücherverbrennung durch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Zensur">Zensur</a>. Wir kannten die Unterschiede. Wir kannten diese Sache, deutsche Geschichte. Wir trafen uns oft, wir trafen uns auch am 10. Mai. Wir schlossen das Fenster nicht, machten uns nichts draus, lasen uns eins.</p>
<p><span id="more-403"></span>&#8220;Ich lese von einem&#8221;, sagte die Schöne, &#8220;den keiner kennt.&#8221; Dann las sie vom <a href="http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/Wolfgang-Hilbig;art138,2542242">Meer in Sachsen</a>. Wir hatten schon Bücher von Hilbig in Händen gehabt, eins, das &#8220;drüben&#8221; erschienen war und von dem mir das Bild auf dem Umschlag im Gedächtnis blieb: ein Gesicht auf dem Gang eines Reichsbahnabteils, gezeichnet von Ruß und Schweiß, gezeichnet überhaupt, ein anderes, das in minimaler Auflage erschienen war, auf schlechtestem, geradezu Packpapier, &#8220;bei uns&#8221;, ich hatte es jemandem abgekauft für den Gegenwert einer Flasche Wein, ein richtiges, mit Druckgenehmigung versehenes Buch.</p>
<p>Wir in den Zimmern nahmen Bücher ernst. Wir liehen sie über Nacht, stahlen sie auf Messen, kauften sie in ungarischen Antiquariaten, schrieben sie ab mit der Hand, kannten wen, der eine Presse besaß, kannten wen, der druckte, der eine Zeitschrift machte, und das war Kunst. Kunst war so gut wie legal. Wir scheiterten auch: weil ein Buch an uns vorbeiging, jemand uns misstraute, jemand bei uns stahl. Weil wir nicht so viele Abschriften machen konnten. &#8220;Das Buch&#8221; war frei, aber nicht die Bücher. Wir hielten an der Freiheit der Bücher fest in den Zimmern. Und dann war es, dass die Bücher sich nicht in den Zimmern halten ließen. Und jetzt ist es, dass Poliander mich anschaut und fragt, was nun ist. Was ist nun? Was ist nun, fragt er, mit der Zensur? Ich sage, dass es doch dieses <a href="http://www.berlin-judentum.de/denkmal/buecherverbrennung.htm">Denkmal</a> gibt. Denkmäler, sagt Poliander, lacht er mich aus?, Was, sagt Poliander, ist mit Zensur? Ich ziehe Nafisis Buch aus dem Regal.</p>
<p>Koordinaten: Einfache Erinnerung<br />
Lesen: <a href="http://www.amazon.de/Reading-Lolita-Tehran-Memoir-Books/dp/081297106X">Azar Nafisi, Reading Lolita in Tehran</a></p>
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		<title>Unter Achalm</title>
		<link>http://www.poliander.de/2009/03/24/unter-achalm/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Mar 2009 08:58:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnstation]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>

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		<description><![CDATA[Poliander: Der Grieshaber, hat der schwäbisch gesprochen?

Lebrecht: Warum willst du das wissen?


Ausstellung: Grieshaber und die Moderne im Spendhaus Reutlingen.
Besprechung: ND vom 24.03.2009 Lesen

Koordinaten: HAP Grieshaber, geb. 15. Februar 1909]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_345" class="wp-caption alignleft" style="width: 218px"><a href="http://www.poliander.de/files/2009/03/grieshaber.jpg"><img class="size-medium wp-image-345" src="http://www.poliander.de/files/2009/03/grieshaber-208x300.jpg" alt="Bildquelle: Spendhaus Reutlingen (freies Pressematerial)" width="208" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Bild: Spendhaus Reutlingen (Pressematerial)</p></div>
<p class="MsoNormal"><em>Poliander</em>: Der Grieshaber, hat der schwäbisch gesprochen?<em><br />
Lebrecht</em>: Warum willst du das wissen?<em><br />
Poliander</em>: Ich war in Reutlingen. Die reden ja sehr laut dort, die Leute. Und ich dachte, das Schwäbisch ist nicht niedlich, sondern kraftvoll, schon fast gewaltsam. Und die Holzschnitte-<em><br />
Lebrecht</em>: Was? Grieshaber? Der war aus Oberschwaben, aus Rot an der Rot war der, der hat nicht gesprochen wie die Reutlinger, auch nicht wie ich.</p>
<p class="MsoNormal"><span id="more-39"></span><em>Poliander</em>: Exotisch schon.<br />
<em>Lebrecht</em>: Ja Herrgottslächle, was stellst du dir denn vor, was schwäbisch ist. Da davon hast du keine Ahnung, das sind lauter eigene Worte, die gibt es nur in Schwaben, nirgends sonst! Was machst du überhaupt in Reutlingen, was rufst du mich nicht an vorher, wenn du da hinfährst?<br />
<em>Poliander</em>: Ich werd die Ausstellung besprechen, die im Spendhaus. Sag mal, das ist doch die Achalm, dieser Berghut, den man vom Fenster aus sieht?<br />
<em>Lebrecht</em>: Ja was weiß ich. (murrt)<br />
<em>Poliander</em>: Komm, du weißt das.<br />
<em>Lebrecht</em>: Das ist ein einzelner Berg, ein Solitär. Das ist Eningen unter Achalm, der Ort. Auf der Achalm, da hat der gelebt. Was rufst du nicht an? Ich hätt dir wen organisiert, den kenn ich von früher, wir waren bei den Naturfreunden damals, in Reutlingen, der wär mit dir rauf.<br />
<em>Poliander</em>: Aber ich schreibe über die Holzschnitte, weißt du? Im Spendhaus die.<br />
<em>Lebrecht</em>: Ja Holzschnitte, was heißt hier Holzschnitte, wie willst du das verstehen, wenn du nicht mal auf den Berg gehst, was? Da sind wir damals auch rauf, als der Geburtstag hatte, 70. hatte der damals, da haben sie ihm Siebdrucke überreicht und was gesungen, Arbeiterlieder, nein, nicht Arbeiterlieder, ich sag mal: etwas aus dem Formenkreis des demokratischen Liedguts.<br />
<em>Poliander</em>: Das ist gut. Aber ich schreibe über die Ausstellung.<br />
<em>Lebrecht</em>: Hier anrufen und fragen, ob der schwäbisch gesprochen hat. „Schwäbisch“, so was, als ob es das gäbe, es gibt nicht ein „Schwäbisch“, das kannst du nicht vergleichen, was die Reutlinger schwätzet und was die in Oberschwaben!<br />
<em>Poliander</em>: Ich brauche den Hintergrund, die Kraft, die da dahinter steckt.<br />
<em>Lebrecht</em>: Und das fragst du mich, wie der geredt hat? Du hast keine Ahnung und schreibst vom Schwäbischen?<br />
<em>Poliander</em>: Ich will es nur wissen, ich schreib es nicht.<br />
<em>Lebrecht</em>: Was? Und dann schreibst du das noch nicht mal?</p>
<p class="MsoNormal">
<p>Ausstellung: Grieshaber und die Moderne, <a href="http://www.reutlingen.de/ceasy/modules/cms/main.php5?cPageId=1212">Spendhaus Reutlingen</a>, 15. Februar bis  1. Juni 2009.<br />
Besprechung:  ND vom 24. März 2009 <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/146050.herreissend-die-zukunft.html" target="_blank">Lesen</a></p>
<p>Koordinaten: HAP Grieshaber, geb. 15. Februar 1909</p>
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