<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Polianders Zeitreisen &#187; Fahrwasser</title>
	<atom:link href="http://www.poliander.de/tag/fahrwasser/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.poliander.de</link>
	<description>ULRIKE GRAMANN SCHWENKT DEN HUT</description>
	<lastBuildDate>Mon, 30 Jan 2012 19:50:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Zieh dich aus und geh ins Museum</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/10/04/bodemuseum-gesichter-renaissance/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2011/10/04/bodemuseum-gesichter-renaissance/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 19:57:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Rätseln]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=3327</guid>
		<description><![CDATA[Liebe Freundin, in Berlin zeigen sie Gesichter. (Ach, wenn sie nur Gesicht zeigten *** nebenbei.) Alle reden davon. Alle stehen Schlange.  Poliander kam mittwoch früh, ging an der Schlange vorbei, Privileg, Zeitfensterkarte, die Polianders Begleiterin geschickt vorab im Internet erworben hatte, so dass nun eigentlich Poliander die Begleitung war. 1., 2., 3., 4. Kontrolle, Sprechfunk: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3333" class="wp-caption alignleft" style="width: 195px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/10/Gentile-Bellini-Bildnis-eines-Mannes-Detail.jpg"><img class="size-medium wp-image-3333" src="http://www.poliander.de/files/2011/10/Gentile-Bellini-Bildnis-eines-Mannes-Detail-185x300.jpg" alt="Subtiler Gebrauch des Zeichenwerkzeugs" width="185" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Subtiler Gebrauch des Werkzeugs</p></div>
<p>Liebe Freundin,</p>
<p>in Berlin zeigen sie <a href="http://www.smb.museum/smb/gesichter/">Gesichter</a>. (Ach, wenn sie nur Gesicht zeigten *** nebenbei.) Alle reden davon. Alle stehen Schlange.  Poliander kam mittwoch früh, ging an der Schlange vorbei, Privileg, Zeitfensterkarte, die Polianders Begleiterin geschickt vorab im Internet erworben hatte, so dass nun eigentlich Poliander die Begleitung war. 1., 2., 3., 4. Kontrolle, Sprechfunk: &#8220;Kann ich zwei durchlassen?&#8221; (Ja.) Ja, wir hatten unsere Sachen abgegeben, denn ja, es ist warm in den dunklen Räumen, in denen sie die italienischen Porträts zeigen, sehr warm, um genau zu sein, wer hätte gedacht, dass die Bilder es lieben, derart warm gehalten zu werden? Dunkel, ja, aber so warm? Liebe Freundin, wenn du das sehen willst, ich sag es dir gleich:  Zieh dich aus und mach dich locker, denn es ist nicht nur warm, sondern auch voll. <span id="more-3327"></span>Und dann tauche in die Dunkelheit. Ein Audioguide ist nicht nötig, es reicht, wenn du sehen kannst. Finde dich damit ab, dass es voll ist. Dränge dich nicht vor die Tafelbilder, denn gleich am Eingang wirst du verstehen, was die eigentliche Attraktion dieser sonst so konventionellen Ausstellung von Hits der Renaissancemalerei ist: die Zeichnungen. Vor den Zeichnungen gehst du in die Knie. Subtile Handhabung des Zeichenwerkzeugs, Nähe zum Porträtierten (ja, es ist oft ein Mann. <a href="http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Ghirlandaio,+Domenico%3A+Kopf+einer+alten+Frau">Doch nicht  immer, schau hier.</a>), wenn es hier irgendwo Porträtähnlichkeit gibt, dann in den Zeichnungen. Du wirst einen Mann sehen, den du gern kennen würdest, nein, wir haben hier kein Bild. Wo die Tafeln repräsentativ sind, sind die Zeichnungen sinnlich. Und wirf auch ein paar Blicke auf die Medaillen, fein und gut mittelalterlich, <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/af/CdM,_pisanello,_medaglia_di_leonello_d%27este_1444_verso.JPG">wer Leonello heißt, hat einen Löwen</a> im Rücken, opus pisani pictoris, mit lockigem Bauchfell und geflügeltem Knaben dabei. Von Engeln reden wir hier nicht.</p>
<p>Erst am Ende, erschöpft,  triffst du, rechts des Mittel- und Höhepunkts im letzten Zimmer (da Vincis Dame mit Hermelin, was sonst?) <a href="http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/43.86.5">jene junge Frau vor Wacholdergesträuch</a>, eine Witwe vielleicht, sie hat den Ring leer in den Fingern statt auf dem Finger, entrückt rätselhaft. Sie wird noch da sein, wenn die Dame mit dem Hermelin abgereist ist, doch nicht für immer, sie wohnt in New York. Geh also und sieh <a href="http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/43.86.5">sie</a> dir an. Und wenn du schon da bist, gut, wirf auch einen Blick auf die Hermelin-Dame (Es ist keines, kein Hermelin, meine ich, doch das kümmert bitte wen?) Und dann geh wieder.</p>
<p>Was soll ich sagen, es hat mir gefallen und auch wieder nicht.<br />
Sei umarmt, liebe Freundin<br />
P.</p>
<p>Koordinaten: 52° 31&#8242; 14&#8221; N, 13° 23&#8242; 50&#8221; O, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bode-Museum">Bodemuseum</a>, 15. Jahrhundert, noch bis 20. November 2011, &#8220;Dame mit Hermelin&#8221; nur bis 30. Oktober 2011.<br />
Abbildung: Gentile Bellini, Bildnis eines Mannes, Detail (Pressefoto: Staatliche Museen Berlin)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2011/10/04/bodemuseum-gesichter-renaissance/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kommunikationsstau im Freibad</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/06/27/kommunikationsstau-im-freibad/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2011/06/27/kommunikationsstau-im-freibad/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 07:40:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=2957</guid>
		<description><![CDATA[Viel beklagt in Schwimmerbecken werden Kampfschwimmer. Sie tragen Schwimmbrillen, einteilige Badeanzüge, ihr Stil ist pflügend. Von den Nichtschwimmern spricht keiner, die kurz vorm Beckenrand, wo man grad noch steht, eine Mauer bilden, oder sich in einer Art höherem Hundepaddeln wassertretend jenem Rand nähern, an dem man nicht mehr steht. Sie tragen riesige Sonnenbrillen und Hüte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viel beklagt in Schwimmerbecken werden Kampfschwimmer. Sie tragen Schwimmbrillen, einteilige Badeanzüge, ihr Stil ist pflügend. Von den Nichtschwimmern spricht keiner, die kurz vorm Beckenrand, wo man grad noch steht, eine Mauer bilden, oder sich in einer Art höherem Hundepaddeln wassertretend jenem Rand nähern, an dem man nicht mehr steht. Sie tragen riesige Sonnenbrillen und Hüte, stets ins Gespräch vertieft, und viel fehlt nicht, dass sie sich im Wasser gegenseitig die Rücken cremen.</p>
<p>Koordinaten: Luft 28°, Wasser 21°</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2011/06/27/kommunikationsstau-im-freibad/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>3. Welle, 4. Welle, Brandung</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/04/12/missys-feministische-brandung/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2011/04/12/missys-feministische-brandung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 05:41:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Destination]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Lockung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=2719</guid>
		<description><![CDATA[Poliander: Wie wichtig ist Rebellion? Stefanie Lohaus, Missy-Redakteurin: Wir beziehen uns stark auf den Dritte-Welle-Feminismus, der Anfang der 90er Jahre in den USA entstand, und auf die Riot-Grrrls-Bewegung von jungen feministischen Frauen aus der Punkrockszene. Aber Rebellion in Deutschland, das ist schwierig. Wir versuchen eine Art Unterhaltung, die Utopie enthält: Mit welchen Themen würden wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2747" class="wp-caption alignleft" style="width: 150px"><em><a href="http://www.poliander.de/files/2011/04/missy-cover-heft-10.jpg"><img class="size-full wp-image-2747" src="http://www.poliander.de/files/2011/04/missy-cover-heft-10.jpg" alt="Missy Magazine 10" width="140" height="181" /></a></em><p class="wp-caption-text">Missy Magazine 10</p></div>
<p><em> </em></p>
<p><em>Poliander: </em>Wie wichtig ist Rebellion?<br />
<em>Stefanie Lohaus, Missy-Redakteurin: </em>Wir beziehen uns stark auf den Dritte-Welle-Feminismus, der Anfang der 90er Jahre in den USA entstand, und auf die Riot-Grrrls-Bewegung von jungen feministischen Frauen aus der Punkrockszene. Aber Rebellion in Deutschland, das ist schwierig. Wir versuchen eine Art Unterhaltung, die Utopie enthält: Mit welchen Themen würden wir uns beschäftigen, wenn wir bereits in einer anderen Gesellschaft lebten?<span id="more-2719"></span></p>
<p><em>Poliander:</em> Welche Rolle spielen dabei Rubriken wie Style Neid?<br />
<em>Lohaus:</em> Bei Style Neid geht es vor allem darum, Individualität zu geben, zu zeigen „Du musst nicht den Regeln folgen.“  Dabei ist es bezeichnend, dass die Frauen sehr viel Second-Hand-Kleidung tragen. Wir fragen ausdrücklich nach ökologischem Konsum. Manche sagen ja, manche können es sich nicht leisten, manche bevorzugen Second Hand.</p>
<p><em>Poliander: </em>Es gibt aber auch wieder viele junge Frauen, die sich zurechtmachen wie Barbiepuppen. Die meinen das sicher nicht alle ironisch.<br />
<em>Lohaus:</em> Viele werden merken, dass es nicht reicht, sich anzuziehen wie Barbie. Und deswegen gibt es uns ja auch.</p>
<p><a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/195349.unterhaltung-mit-utopie.html?sstr=lohaus">Mehr lesen</a>.<br />
<a href="http://missy-magazine.de/">Missy lesen</a>.</p>
<p>Koordinaten: Poliander beobachtet den Feminismus. <a href="http://www.poliander.de/2009/08/24/poliander-liest-unbekannter-erdteil/">Tiefer blicken</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2011/04/12/missys-feministische-brandung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>How fragile. We are.</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/03/15/how-fragile-we-are/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2011/03/15/how-fragile-we-are/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 19:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Blau]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=2645</guid>
		<description><![CDATA[Am Sonntag fährt Poliander nach Laufenburg. Der Weg läuft in die Schweiz, nach Deutschland, in die Schweiz. Vieles Umsteigen am Bahnhof Basel, Kinder und Erwachsene, alle im gleichen Häs, ist das alemannische Fasnet?, fragte P. sich. Das Ziel ist Laufenburg, halb schweizerisch, halb deutsch, auf der schweizer Seite das Rehmann-Museum, ein privates Museum des Bildhauers [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2653" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/03/iris-hutegger_auch-noch.jpg"><img class="size-medium wp-image-2653" src="http://www.poliander.de/files/2011/03/iris-hutegger_auch-noch-300x225.jpg" alt="Iris Hutegger: Auch.Noch." width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Iris Hutegger: Auch.Noch.</p></div>
<p>Am Sonntag fährt Poliander nach Laufenburg. Der Weg läuft in die Schweiz, nach Deutschland, in die Schweiz. Vieles Umsteigen am Bahnhof Basel, Kinder und Erwachsene, alle im gleichen Häs, ist das alemannische Fasnet?, fragte P. sich. Das Ziel ist Laufenburg, halb schweizerisch, halb deutsch, auf der schweizer Seite das <a href="http://www.rehmann-museum.ch/">Rehmann-Museum</a>, ein privates Museum des Bildhauers Erwin Rehmann. <span id="more-2645"></span>P. fährt nach Rheinfelden, lässt sich aufsammeln, mitnehmen, fährt  im nebligen Frühlingslicht. In Rehmanns Museum begegnet sie wieder der Arbeit von <a href="http://www.ruthloibl.de">Loibl</a>, gläsernen Kugeln, gefüllt mit fein gefalteten Buchstabenpaketen.  Sie schweben im Gegenlicht, ohne sichtbare Schwere in der Vitrine, erst in der Hand fühlt P. ihr Gewicht. Auch andere stellen dort aus, neun schweizer, sechs deutsche KünstlerInnen. Neben dem Museum ein Märzenbecher-Garten, darin ein vielfarbig grauer Kater mit dunklen Ringen auf der Hüfte, als hätte wer seine Rauchringe dorthin geblasen, elegant getigertes Kleid. Der hellgraue Tag, P. schaut rüber zum Rhein, überm Rhein auf einer Bank ein Paar, sie setzt sich auf seine Oberschenkel, Spiel, nicht nötig zu sagen: unschuldiges Spiel. P. meint ihr Lachen zu hören. Unten im Geschoss, dem Fenster zum Rhein gegenüber, die zwei Stühle aus Wollfaden, die beiden Fliegen aus Fliegen. <a href="http://www.irishutegger.ch/">Iris Hutegger</a> sagt: &#8220;Wie sprich ich über jemanden, der nicht da ist?&#8221; Wer nicht da ist, sitzt auf den Stühlen aus Faden und Luft. Poliander denkt an ihre FreundInnen in anderen tektonisch aktiven Zonen der Welt.</p>
<p>Koordinaten: Laufenburg CH <a href="http://www.laufenburg.ch/">47° 33&#8242; 40&#8221; N, 8° 3&#8242; 34&#8221; O</a>, Laufenburg D <a href="http://www.laufenburg.de/wDeutsch/">47° 34&#8242; N, 8° 4&#8242; O</a>. Fliegen sehen: neben einem Stuhl und an der Wand. <a href="http://www.seismoblog.de/">Seismoblog</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2011/03/15/how-fragile-we-are/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Blattrot</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/11/04/blattrot/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2010/11/04/blattrot/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 10:42:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Souvenir]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=2009</guid>
		<description><![CDATA[Koordinaten: 52° 33´ N,   13° 22´ O Mehr sehen: auf das Bild klicken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2019" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/11/fall-in-berlin_foto-warschau.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2019" title="fall in berlin_foto warschau" src="http://www.poliander.de/files/2010/11/fall-in-berlin_foto-warschau-150x150.jpg" alt="Blattrot, kein Wasserfall" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Kein Wasserfall, keine Leute Foto: Kirstin Warschau</p></div>
<p>Koordinaten: 52° 33´ N,   13° 22´ O<br />
Mehr sehen: auf das Bild klicken.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2010/11/04/blattrot/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gewässerleben</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/05/09/gewasserleben/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2010/05/09/gewasserleben/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 09 May 2010 06:28:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisebrief]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Ströme]]></category>
		<category><![CDATA[Völkerwanderung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=1247</guid>
		<description><![CDATA[Diesmal sind wir an Herrn Tullas Denkmal vorbeigefahren. Der Fluss, als ich ihn zuerst sah, steckte in einem öden, gemauerten Bett, das mythische Gewässer war eine Enttäuschung. Ich erinnere mich nicht, den Dom von innen gesehen zu haben. Mehr erfuhr ich im Museum, damals, Fotos von Chargesheimer, ich blieb nur kurz in Köln und lernte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1273" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/05/seerhein.JPG"><img class="size-medium wp-image-1273" src="http://www.poliander.de/files/2010/05/seerhein-300x168.jpg" alt="Seerhein: auch im Westen, tiefer im Süden" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Seerhein: auch im Westen, tiefer im Süden</p></div>
<p>Diesmal sind wir an Herrn Tullas Denkmal vorbeigefahren.</p>
<p>Der Fluss, als ich ihn zuerst sah, steckte in einem öden, gemauerten Bett, das mythische Gewässer war eine Enttäuschung. Ich erinnere mich nicht, den Dom von innen gesehen zu haben. Mehr erfuhr ich im Museum, damals, Fotos von <a href="http://www.museenkoeln.de/_medien/mlk/Chargesheimer_02.jpg">Chargesheimer</a>, ich blieb nur kurz<span id="more-1247"></span> in Köln und lernte niemanden kennen von den Leuten am eingemauerten Fluss und trug ein Buch weg, in dem mehr Menschen vorkamen als Gewässer, dann kam ich lange nicht wieder.</p>
<p>Ich wusste nichts von Herrn Tulla.</p>
<p>Die Elbe, die Labe, Albis, der Strom, Albja, Elf und Elfa, <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=elbe&amp;lemid=GE03758&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GE03758L0">&#8220;allgemein für fluvius und immer weiblich&#8221;</a>, nie soll man versäumen, aus dem Fenster zu schauen, wenn der Zug über die Elbe fährt, schon gar nicht im Frühling, wenn sie weich die umgebenden Wiesen wässert, und stundenlang sitzen Poliander und ich, wir sammeln Schiffe mit Augen, wenn sie in Hamburg in den Hafen fahren und von dort wieder aufs Meer. Ja, der Dreck, ich weiß, die Ausbaggerung, ich weiß, die Hafencity, ich weiß, die Zustände auf den Schiffen vor allem, ich weiß, und wie könnt ich es vergessen. Aber. Die Elbe.</p>
<p>Nichts von Herrn Tulla.</p>
<p>Wieder kam ich an den Rhein, Rhenus, Hrenus, Rin und Ryn, <a href="http://germazope.uni-trier.de/Projects/WBB/woerterbuecher/dwb/wbgui?lemmode=lemmasearch&amp;mode=hierarchy&amp;textsize=600&amp;onlist=&amp;word=rhein&amp;lemid=GR04933&amp;query_start=1&amp;totalhits=0&amp;textword=&amp;locpattern=&amp;textpattern=&amp;lemmapattern=&amp;verspattern=#GR04933L0">vom Stamme ri, gehen und fließen</a>, der beiläufig ist zur Stadt Karlsruhe, mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinh%C3%A4fen_Karlsruhe">Häfen</a> an ihrem Rand, der ist ein</p>
<div id="attachment_1277" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/05/seerhein2.jpg"><img class="size-medium wp-image-1277" src="http://www.poliander.de/files/2010/05/seerhein2-300x168.jpg" alt="Rhein im See, nicht bei Karlsruhe" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Rhein im See, nicht bei Karlsruhe</p></div>
<p>Grenzfluss, setz über, nimm nicht die Brücke, sondern die <a href="http://rheinfaehre-neuburg.de/">Fähre</a>, du und dein Fahrrad, ihr passt allemal drauf, flussab fährst du in die Pfalz, flussauf nach Frankreich, doch auch auf dieser Seite erstrecken sich die Auen tief ins Land hinein, und dort stehn sie und gehn sie, die Arme, die Gewässer, die münden oder für sich bleiben, ein Gezwitscher im Frühling, Gequak im Sommer ist da, selbst wenn man, flussab der Stadt, den Ölhafen zur Seite hat, der mit der Raffinierie zur Seite weit größer ist als der Stadthafen, über den Poliander gern lächelt. Also die Auen, die Erlen, das Gewese, feucht und warm, was man im letzten Winter beinahe vergessen hätte, als spitzer Wind Eisschleier ins Gesicht trieb, nun, Mai, wieder feucht, sehr feucht, und wild schauen die abgebrochnen Riesen aus dem Gehölz.</p>
<p>Das Gewese wollte Herr Tulla abschaffen.</p>
<p>Herr Tulla drängt sich auf, mault Poliander, wir haben sein Denkmal doch links liegen lassen! Rechts, sage ich, denn wir sind flussab gefahren. Poliander seufzt: Johann Gottfried Tulla, wohlan! Seit wann redet Poliander gestelzt? Seit dem Ingenieur Tulla, wohlan also! Na gut, sage ich, also der Ingenieur Tulla, der kam 1770 in der noch jungen Stadt Karlsruhe zur Welt. Studiert hat er in Freiberg in Sachsen. Der Oberrhein, der Fließende also, floss  wie eh und je durch sein weiches Bett, und wie es ihm gefiel, änderte er seinen Weg in zahllosen  Schlaufen, teilte sich in kleinere Läufe, vereinigte sich wieder, überschwemmte das Land, bildete Arme und Ärmchen, Auen, feuchte Niederungen, führte mal hohes, mal niedriges Wasser, die Sonne schien schon damals wärmer als anderswo im deutschsprachigen Raum, Mücken brüteten, Fische nährten viele Leute in der Oberrheinebene. Dem Fluss gefiel&#8217;s, nicht aber dem Herrn Staat. Denn der Fluss war die Grenze, und was ist das Schlimmste für einen Staat?, fragt Poliander. Richtig, benickt er sich selbst, eine Grenze, die von selbst sich ändert, vor allem: der andren Seite plötzlich mehr Land zuträgt. Und von den Sümpfen, das sah Herr Tulla ganz recht, kam auch das Fieber. Herr Tulla fasste deshalb den Plan, den Rhein zu begradigen, dass sein Bett tiefer würde und härter und das Wasser schneller fließe, gut für die Schiffe. (Auch gut gegen das Fieber der Fischer, sagte Herr Tulla, doch die Fischer wollten lieber das Fieber ertragen, wenn ihnen nur auch der Fischfang blieb, unvernünftiges Volk, das essen will anstatt Ingenieursklugheit zu folgen.)</p>
<p>Wie Herr Tulla gesagt, so getan. Mit 18 großen Durchstichen wurde <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rheinbegradigung">der Rhein verkürzt</a>, zwischen Basel und Bingen um 81 Kilometer, getragen wurde dies vom bayrischen, vom badischen, vom hessischen Staat, Rheinhessen war grad rechtzeitig 1814/15 an das Großerzogtum Hessen gekommen. Mit Frankreich, später, doch solche Arbeiten dauern lang genug, dass es immer ein Später gibt, wurde ein Staatsvertrag geschlossen. Als 1817 der Durchstich in Knielingen begann und die Wälder geholzt wurden, begehrten die Fischer auf. Aber gegen den Widerstandsgeist der Badener hatte man auch in dem Jahr das Militär. Hochwässer hat der schnell fließende, vertiefte Fluss auch seitdem noch viele gebracht. Viele Häuser längs des Rheins zeigen die Marken, diesseits und jenseits. Nur in den Resten der Rheinschleifen verlaufen sich auch hohe Wasser, drum sind die nun geschützt und hüten das Gewese. Der Altrhein bildete Seen aus und tote Arme, und in denen, Gezwitscher, Gesang, Gekrächze und Gequak, und grad jetzt noch stehen die Gänse in kleinen Scharen am Rand und laufen eine der andern nach ins Wasser, wenn uns der Kies unter den Sohlen knirscht. Aber die großen Schiffe gäb&#8217;s ohne Herrn Tullas Plan nicht, sagt Poliander. Eben noch hast du dich über Tulla lustig gemacht, sag ich, drauf großspurig Poliander: Das sind eben die historischen Widersprüche.</p>
<p>Ob Herr Tulla je in Köln war, weiß ich nicht. Er starb 1828 an der Malaria und liegt auf dem Montmartre in Paris.</p>
<p>Koordinaten:<br />
Denkmal für Tulla in der Maxau <span title="Breite">49° 2′ 12.52″ N</span> <span title="Länge">8° 18′ 11.72″ O, </span><a href="http://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/cgi/daten.pl?id=9016">Pegelstände Maxau</a><br />
Altrhein Neuburgweier und Fermasee 48° 58&#8242; 36&#8243; N 8° 16&#8242; 22&#8243; O (Naturschutzgebiet mit Badestelle)<br />
Mehr sehen: Auf die Bilder klicken</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2010/05/09/gewasserleben/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die See ist voller Zeichen: Steenodde</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/04/19/seezeichenhafen-steenodde/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2010/04/19/seezeichenhafen-steenodde/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 16:39:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbild]]></category>
		<category><![CDATA[Ströme]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=1187</guid>
		<description><![CDATA[26 Mitarbeiter hat das Wasser- und Schiffahrtsamt Tönning in seiner Außenstelle Amrum. Aber einen großen Seezeichenhafen. Seezeichen sind, was normale Landeier wie Poliander und ich als &#8220;Bojen&#8221; bezeichnen. Zum Glück halten wir  unsere Zungen im Zaum. Denn &#8220;Boje&#8221;, spricht Herr Stöck, wäre grundfalsch und eine Beleidigung für jedes schwimmende Schiffahrtszeichen. &#8220;Alles, was in der Schiffahrt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1207" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/04/tonnenleger_amrum.jpg"><img class="size-medium wp-image-1207" src="http://www.poliander.de/files/2010/04/tonnenleger_amrum-300x267.jpg" alt="Setzt Zeichen im nebligen Meer" width="300" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Setzt Zeichen im nebligen Meer</p></div>
<p>26 Mitarbeiter hat das Wasser- und Schiffahrtsamt Tönning in seiner Außenstelle Amrum. Aber einen großen Seezeichenhafen. Seezeichen sind, was normale Landeier wie Poliander und ich als &#8220;Bojen&#8221; bezeichnen. Zum Glück halten wir  unsere Zungen im Zaum. Denn &#8220;Boje&#8221;, spricht Herr Stöck, wäre grundfalsch und eine Beleidigung für jedes schwimmende Schiffahrtszeichen. &#8220;Alles, was in der Schiffahrt den Weg weist, ist eine Tonne.&#8221; Bojen hingegen, er winkt ab. Wir schauen später nach, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boje_(Schifffahrt)">hier</a>.  Herr Wolfgang Stöck herrscht über mehrere tausend Seezeichen, die liegen in den Fahrwassern vom Lister Tief bis nach Hamburg, außerdem über zahlreiche Leuchttürme und Leuchtfeuer.<span id="more-1187"></span> Der Herr Ramsauer von der CSU, sagt Herr Stöck, &#8220;der kennt uns hier gar nicht&#8221;, und der will sie einsparen, oder jedenfalls die Hälfte von ihnen, 14.500 Mitarbeitern beim Wasser- und Schiffahrtsamt. Denn Bayern liegt nun mal nicht am Meer. Und die ungeheure Lust des Meeres, zu toben und in tödlichen Orgasmen Land zu Meeresgrund zu machen, Tanker zu brechen und Schiffahrer zu schlucken, die ist in Bayern großenteils unbekannt. (Das hat jetzt nicht der Herr Stöck gesagt, sondern Poliander. Stimmt trotzdem.) Schon in Berlin wird man ja ausgelacht, wenn man erwähnt, dass die Nordsee ein Randmeer des Atlantiks ist, &#8220;Atlantik, sehr witzig, haha.&#8221;  Jedenfalls im Seezeichenhafen von Steenodde auf Amrum  könnten sie mit der Hälfte von 26 nicht mal die Schiffe besetzen. Und die müssen immer besetzt sein, zum Beispiel der Tonnenleger. Der heißt nach Johann Georg Repsold, der war ein Feinmechaniker und Vermessungstechniker, wir wir später <a href="http://www.math.uni-hamburg.de/spag/ign/hh/biogr/repsold.htm">nachschauen</a>, Mathemath könnte man sagen, jedenfalls ein echter Fachmann. Nicht wie der, Sie wissen schon. Also der <a href="http://www.wsa-toe.wsv.de/schiffe/tonnenleger_repsold/index.html">Tonnenleger</a>, der hat einiges zu legen an Tonnen, vor allem: immer wieder. Denn wenn eine Tonne erst mal liegt, im Wasser nämlich, da kommen zuerst die Seepocken, kleine Tiere, die gerne in Gesellschaft leben, in großer Gesellschaft, und am liebsten auf allem, was so im Wattenmeer steht und liegt, und dort bilden sie eine Kalkpocke neben der anderen, dicht an dicht. &#8220;Wenn wir im Februar eine Tonne auslegen, ist sie im Juli voll.&#8221; Und nein, solche Anstriche, wie ein Tourist von der Ostsee sie empfiehlt, die helfen in der Nordsee nun mal nicht. Das haben sie getestet, sagt Herr Stöck, genüsslich: &#8220;Das waren sozusagen die Lieblingstonnen der Seepocken.&#8221; Tja. Und da haben sie nun den einen Tonnenleger, und der legt die Tonnen vom Lister Tief bis Hamburg, und was man in Bayern nicht weiß: Von Steenodde bis Hamburg dauert die Fahrt bummelich vierzehneinhalb Stunden, &#8220;wenn die Tide günstig ist.&#8221; Und natürlich haben die 26 Leute nicht bloß die pockenbesetzten Tonnen auszutauschen. Sondern zum Beispiel die Ketten, die jede schwimmende Tonne mit einem Stein verbinden, und zwar nicht einfach so, nein, die gehen im Hahnepot zum Schäkel und vom Schäkel zum Stein, und die sind zweieinhalb mal so lang wie das Wasser tief ist, denn &#8220;wenn der Eckeneckepenn mit seiner Frau Rahn Zoff hat, da gehen die Wellen hoch.&#8221;</p>
<p>Nein, Poliander, wir scannen hier nicht die Zeichnung aus unserem Notizbuch!, wir haben uns für das Wort entschieden.</p>
<p>Also <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ekke_Nekkepenn">Eckeneckepenn</a> (ja, ihr Leserinnen von Theodor Storm, in der Nordsee ist der kein Feuergeist) und Rahn, die sind noch ein bisschen wilder als der Fischhändler Verleihnix und seine Frau Yellow Submarine, die lassen die Wellen ordentlich schlagen. Nach anderthalb Jahren ist die Kette durch. Oder der Stein abgetrieben, obwohl der bummelich fünftausend Kilo hat. Und was das für die Schiffahrt bedeutet, können Sie sich ja denken. Wenn nicht, lesen Sie nach (<a href="http://www.amazon.de/Gestrandet-Schiffsungl%C3%BCcke-vor-Nordseek%C3%BCste-Schwabedissen/dp/3782208935">Polianders Empfehlung</a>). Die meisten Schiffsstrandungen überhaupt gab es auf Amrum Bank. Die Amrumer früherer Jahrhunderte hatten sich drauf spezialisiert, nicht, wie böse Zungen behaupten, auf das Stranden und Strandenlassen mit Hilfe falscher Feuer, sondern aufs Fixdasein und Retten, was zu retten war. Die Ladung. Die Besatzung aber auch. Und je mehr gute Seezeichen und Leitfeuer und Leuchtfeuer, desto weniger Strandungen. Deswegen haben die Steenodder auch die Pricken und Stangen unter sich, diese immer etwas schief stehenden Stämmchen, bei deren Anblick sich das Landei  fragt, ob es wirklich nötig war, minderjährige Birkenwäldchen abzuschlagen, um den Schiffen zu zeigen, wo&#8217;s lang geht. Wo man doch was schnurgerades Industrielles dafür &#8211; nein, eben nicht. Denn die krumme Pricke sieht man gut. Jedenfalls besser. Also, es gibt 1.800 Stangen hier, und in einer Niedrigwassertide setzt eine Mannschaft, die gut gefrühstückt hat, ungefähr 35 Stück. Und eben die Tonnen, immer eine rote, eine grüne. Nur oben am Lister Tief, das ist nördlich von Sylt, der abgenutzten Nachbarinsel von Amrum, da legen die Amrumer nur die grünen Tonnen, und die Dänen legen die roten, seit Versailles ist das so. Alle zehn Jahre werden die Tonnen bereist, von den Dänen und den Deutschen, denn dort ist die Grenze, und alles muss seine Ordnung haben. Obwohl das Lister Tief wandert, das die Grenze ist. &#8220;Pantha rhei&#8221;, nickt Poliander voll Verständnis: Das Meer kennt keine nationalen Rücksichten.</p>
<p>An dieser Stelle schwächelte ich. Aber Poliander Unentwegt stand und machte ein Foto nach dem andren. Und Herr Stöck zeigte, wie man sich Steuerbord und Backbord merkt, das tat er auf so unnachahmliche Weise, dass wir hier nicht verraten, wie. Und ganz zu schweigen von der belebten Demonstration von Ansteuerungstonne, grüner Spitztonne (mit ungerader Zahl) und roter Backbordtonne (mit gerader Zahl), ganz wie sie dem Schiffer bei Einfahrt in den Hafen begegnen. Das &#8220;Meer ist das Schönste&#8221;, flüsterte Poliander am Abend. Aber ich deutete nach oben, wo <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_B%C3%A4r">Ursa Maior</a> direkt über uns leuchtete, und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orion_(Sternbild)">Orion, der Jäger</a>, sich am Frühlingshimmel schon bei Einbruch der Nacht gegen Westen neigte. Gegen Westen, hin zum Meer. &#8220;Das Schönste am Meer&#8221;, sprach Poliander da, &#8220;ist der Hafen.&#8221; Winter adé, winkte ich Orion zu. Das Feuer des Leuchtturms strich über Meer und Insel.</p>
<p>Koordinaten: 54° 39&#8242; 11&#8221; N, 8° 21&#8242; 18&#8221; O <a href="http://www.wsa-toenning.wsv.de/schifffahrt/Schifffahrtszeichen/index.html">Seezeichen</a><br />
Sollten wir etwas falsch wiedergegeben haben, schreiben Sie uns bitte gern, bitte <a href="http://www.poliander.de/ueber/">hier</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2010/04/19/seezeichenhafen-steenodde/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

