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	<title>Polianders Zeitreisen &#187; Déjà-vu</title>
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	<description>ULRIKE GRAMANN SCHWENKT DEN HUT</description>
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		<title>Keine Nostalgie</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Jan 2012 21:35:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgrabung]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Endstation]]></category>
		<category><![CDATA[Ströme]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Mädchen mit einem Schirm ist ein Motiv dieses Films, das P. nicht vergisst. Die Kleine geht und holt ihren besoffnen Vater aus der Kneipe. Ihre Beharrlichkeit und Unverdrossenheit in ihrem schweren Kinderleben hat P. damals beeindruckt, sie, die im Film wohl Edith hieß, jedenfalls sagt das Polianders Erinnerung im Nachhinein, ist eine seltsame, wunderbare [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3823" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2012/01/michael-gwisdek.jpg"><img class="size-medium wp-image-3823" src="http://www.poliander.de/files/2012/01/michael-gwisdek-300x214.jpg" alt="Gwisdek. Pressefoto: Babylon Berlin" width="300" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Gwisdek, anderer Film. Pressefoto Babylon Berlin</p></div>
<p>Ein Mädchen mit einem Schirm ist ein Motiv dieses Films, das P. nicht vergisst. Die Kleine geht und holt ihren besoffnen Vater aus der Kneipe. Ihre Beharrlichkeit und Unverdrossenheit in ihrem schweren Kinderleben hat P. damals beeindruckt, sie, die im Film wohl Edith hieß, jedenfalls sagt das Polianders Erinnerung im Nachhinein, ist eine seltsame, wunderbare Nebenfigur der Filmgeschichte (nee, wir haben es jetzt mal nicht kleiner, liebe Leute!) Der Film &#8220;Jadup und Boel&#8221; war, als P. ihn sah, 1988 wahrscheinlich, das Radikalste, was im Osten zu sehen war, nimmt man das, was offiziell zu sehen war, für das Ganze. (Was nicht  ganz korrekt ist, im Großen und Ganzen aber doch.)<span id="more-3815"></span>P. hat diesen Film damals gesehen, im Osten, in der letzten Phase des Niedergangs. Er war verboten, aber er wurde gezeigt, im Berliner Kino &#8220;Babylon&#8221; (heute: Babylon/Mitte, denn es gibt auch Babylon/Kreuzberg). Mundpropaganda, sie gingen hin, zwei Freundinnen, sie zogen sich extra bunt an: Die Schwarzgekleideten würden alle, alle da sein. Bunt, um den Niedergang zu negieren, denn sie selbst würden nicht niedergehen, da waren sie sicher, was an ihrer Unerfahrenheit lag oder ihrer Arroganz oder beidem. Die Schwarzgekleideten waren auch alle da. Die Plätze des Kinos reichten, aber keiner blieb leer. P. kann heute nicht rekonstruieren, wer gesagt hatte, dass es diesen Film geben würde, und rekonstruiert auch nicht, warum er eben doch, verbotenerweise, gezeigt wurde. Auch nicht, warum heute, wenn überhaupt, von diesem Verbot die Rede ist und nie davon, dass er ganz wenige Male (P. vermutet: zweimal) zu sehen war. Dabei charakterisiert das so sehr gut den verzweifelten und aberwitzigen Zustand des Staates in seinen letzten Jahren. Ständig brach irgendwas zusammen, ständig ging es doch wieder weiter, ständig besorgte ihnen einer den rettenden Kredit, der das Leiden verlängerte  (Strauß, you remenber?), ständig ging uns auch ganz privat das Geld aus, ständig brauchten wir dann doch keins, weil uns wer was schenkte, dauernd kriegte wer Einreiseverbot, dauernd reiste wer aus, ständig wurde irgendwo hart durchgegriffen, ständig schlüpfte irgendwo was durch. Genug, dass wir uns nicht beruhigten, genug, dass wir nicht vollends ausflippten.</p>
<p>Es ist eine spezielle Sache, warum dieser Film auch nach dem Ende der Verbote nie die Popularität fand, die andere erlangten, wie &#8220;Spur der Steine&#8221; zum Beispiel. Es ist nichts darin, das zum Schenkelklopfen animiert.  Er bringt manchmal zum Lachen, aber macht keine populären Witze. Er bezieht sich auf Tabus, über die zu reden auch heute noch tabu ist. Vergewaltigung zum Beispiel. Er zeigt nicht nur das hyperrealistische Detail, wie bei der Eröffnung einer Kaufhalle ein benachbartes Häuschen zusammenbricht (ja realistisch, P. sah Häuser zusammenbrechen, die wurden nicht abgerissen, sondern brachen einfach zusammen und wurden weggeräumt). Der Film erzählt, wie ein Händler übers Land zieht und den Leuten ihre historischen Möbel abschwatzt, um sie zu &#8220;Antiquitäten&#8221; zu machen (und wir wissen ja alle, was mit diesen Antiquitäten geschah, oder?) Er erzählt aber auch die Geschichte  des Mädchens Boel und die des Mädchens Edith, erzählt etwas über widerständiges, widerspenstiges Leben. Der Film wirft einen Blick vom Turm übers Land, atemlos vom Treppensteigen, atemberaubend vor Weite.</p>
<p>Jetzt, aus Anlass des Geburtstags von Michael Gwisdek, der jenen Antiquitätenhändler spielt, wird &#8220;Jadup und Boel&#8221; wieder gezeigt. Wer was verstehen will, kann da ruhig mal hingehen. Wer einen großartigen Film sehen will, der dauerhafter ist als der Staat, der ihn verbot, auch.</p>
<p>Ansehen: 18. Januar 2012, 18 Uhr im Kino Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin<br />
Koordinaten: 52° 31&#8242; 33&#8221; N, 13° 24&#8242; 42,8&#8221; O, <a>Jadup und Boel (1980)</a>, R.: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Simon">Rainer Simon</a>, 103 min</p>
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		<title>Sie leiden an Heimatgefühlen?</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/12/20/sie-leiden-an-heimatgefuehlen/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 20:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Durchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Schlechter Stern]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie fühlen in dieser Jahreszeit Nostalgie nach Ihrer verflossenen Kindheit oder anderen schweren Lebensumständen? Sie brauchen Urlaub, kennen aber keinen Industriellen, der Ihnen dafür seine Finca zur Verfügung stellt? Sie werden ohne literarische Unterstützung nicht mit der akuten Adventskrise fertig? Sie brauchen poetische Schützenhilfe, um politisch wieder klar zu werden? Poliander empfiehlt: &#8220;Die Froschfotzenlederfabrik&#8221;, Hörspiel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie fühlen in dieser Jahreszeit Nostalgie nach Ihrer verflossenen Kindheit oder anderen schweren Lebensumständen? Sie brauchen Urlaub, kennen aber keinen Industriellen, der Ihnen dafür seine Finca zur Verfügung stellt? Sie werden ohne literarische Unterstützung nicht mit der akuten Adventskrise fertig? Sie brauchen poetische Schützenhilfe, um politisch wieder klar zu werden?</p>
<p>Poliander empfiehlt: <a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/hoerspiel-studio/die-froschfotzenlederfabrik/-/id=660014/nid=660014/did=8838402/1p75qc2/">&#8220;Die Froschfotzenlederfabrik&#8221;</a>, Hörspiel von Oliver Kluck, Regie Leonhard Koppelmann.</p>
<p>Koordinaten: SWR2, <a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/hoerspiel-studio/die-froschfotzenlederfabrik/-/id=660014/nid=660014/did=8838402/1p75qc2/">Inhaltsangabe und online hören hier</a>, und zwar noch bis zum 23. Dezember 2011, 22:30 Uhr.</p>
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		<title>Tod und Absicht</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/10/25/gramann-sendung-9-november/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Oct 2011 13:28:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchstabenfracht]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>

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		<description><![CDATA[1. &#8220;Pawel Kortschagin traf Tonja beim Bau der Eisenbahnstrecke wieder. Die Revolution brauchte Gewehre und Schienen. Tonja trank Tee. Die Revolution stand fremd im Coupé. Der Schaffner würde eingreifen, wenn Pawel zudringlich würde. Tonja trug einen Muff aus Pelz. Und Pawel hatte ein altes Unterhemd als Schal um den Hals gebunden. Er bekam Flecktyphus. Tonja, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>1. &#8220;Pawel Kortschagin traf Tonja beim Bau der Eisenbahnstrecke wieder. Die Revolution brauchte Gewehre und Schienen. Tonja trank Tee. Die Revolution stand fremd im Coupé. Der Schaffner würde eingreifen, wenn Pawel zudringlich würde. Tonja trug einen Muff aus Pelz. Und Pawel hatte ein altes Unterhemd als Schal um den Hals gebunden. Er bekam Flecktyphus. Tonja, die im tiefen bräunlichen See schwamm. Pawel, der sich beinahe mit einem Browning erschossen hätte. Absichtlich. Aber er erschoß sich nicht.&#8221;<br />
2. &#8220;Ihr fiel wieder ein, wie sie vor einem Jahr am Montagmorgen auf der Treppe gestanden hatte, ganz unten, und dann waren die Männer mit einer Trage durch den Flur geschwankt. Kerstin im Nachthemd stand auf der untersten Treppenstufe, beugte sich rasch vor und zog die braune Decke weg.&#8221;</p>
<p><strong>Sendung: 9. November 2011, 21:33 Uhr im <a href="http://www.dradio.de">Deutschlandradio Kultur</a> (Radio und Livestream)</strong><br />
Koordinaten: Die Tage. Hörspiel von Ulrike Gramann, Regie Heike Tauch, Deutschlandradio Berlin 2003</p>
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		<title>Zieh dich aus und geh ins Museum</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 19:57:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Rätseln]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebe Freundin, in Berlin zeigen sie Gesichter. (Ach, wenn sie nur Gesicht zeigten *** nebenbei.) Alle reden davon. Alle stehen Schlange.  Poliander kam mittwoch früh, ging an der Schlange vorbei, Privileg, Zeitfensterkarte, die Polianders Begleiterin geschickt vorab im Internet erworben hatte, so dass nun eigentlich Poliander die Begleitung war. 1., 2., 3., 4. Kontrolle, Sprechfunk: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3333" class="wp-caption alignleft" style="width: 195px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/10/Gentile-Bellini-Bildnis-eines-Mannes-Detail.jpg"><img class="size-medium wp-image-3333" src="http://www.poliander.de/files/2011/10/Gentile-Bellini-Bildnis-eines-Mannes-Detail-185x300.jpg" alt="Subtiler Gebrauch des Zeichenwerkzeugs" width="185" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Subtiler Gebrauch des Werkzeugs</p></div>
<p>Liebe Freundin,</p>
<p>in Berlin zeigen sie <a href="http://www.smb.museum/smb/gesichter/">Gesichter</a>. (Ach, wenn sie nur Gesicht zeigten *** nebenbei.) Alle reden davon. Alle stehen Schlange.  Poliander kam mittwoch früh, ging an der Schlange vorbei, Privileg, Zeitfensterkarte, die Polianders Begleiterin geschickt vorab im Internet erworben hatte, so dass nun eigentlich Poliander die Begleitung war. 1., 2., 3., 4. Kontrolle, Sprechfunk: &#8220;Kann ich zwei durchlassen?&#8221; (Ja.) Ja, wir hatten unsere Sachen abgegeben, denn ja, es ist warm in den dunklen Räumen, in denen sie die italienischen Porträts zeigen, sehr warm, um genau zu sein, wer hätte gedacht, dass die Bilder es lieben, derart warm gehalten zu werden? Dunkel, ja, aber so warm? Liebe Freundin, wenn du das sehen willst, ich sag es dir gleich:  Zieh dich aus und mach dich locker, denn es ist nicht nur warm, sondern auch voll. <span id="more-3327"></span>Und dann tauche in die Dunkelheit. Ein Audioguide ist nicht nötig, es reicht, wenn du sehen kannst. Finde dich damit ab, dass es voll ist. Dränge dich nicht vor die Tafelbilder, denn gleich am Eingang wirst du verstehen, was die eigentliche Attraktion dieser sonst so konventionellen Ausstellung von Hits der Renaissancemalerei ist: die Zeichnungen. Vor den Zeichnungen gehst du in die Knie. Subtile Handhabung des Zeichenwerkzeugs, Nähe zum Porträtierten (ja, es ist oft ein Mann. <a href="http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Ghirlandaio,+Domenico%3A+Kopf+einer+alten+Frau">Doch nicht  immer, schau hier.</a>), wenn es hier irgendwo Porträtähnlichkeit gibt, dann in den Zeichnungen. Du wirst einen Mann sehen, den du gern kennen würdest, nein, wir haben hier kein Bild. Wo die Tafeln repräsentativ sind, sind die Zeichnungen sinnlich. Und wirf auch ein paar Blicke auf die Medaillen, fein und gut mittelalterlich, <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/af/CdM,_pisanello,_medaglia_di_leonello_d%27este_1444_verso.JPG">wer Leonello heißt, hat einen Löwen</a> im Rücken, opus pisani pictoris, mit lockigem Bauchfell und geflügeltem Knaben dabei. Von Engeln reden wir hier nicht.</p>
<p>Erst am Ende, erschöpft,  triffst du, rechts des Mittel- und Höhepunkts im letzten Zimmer (da Vincis Dame mit Hermelin, was sonst?) <a href="http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/43.86.5">jene junge Frau vor Wacholdergesträuch</a>, eine Witwe vielleicht, sie hat den Ring leer in den Fingern statt auf dem Finger, entrückt rätselhaft. Sie wird noch da sein, wenn die Dame mit dem Hermelin abgereist ist, doch nicht für immer, sie wohnt in New York. Geh also und sieh <a href="http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/43.86.5">sie</a> dir an. Und wenn du schon da bist, gut, wirf auch einen Blick auf die Hermelin-Dame (Es ist keines, kein Hermelin, meine ich, doch das kümmert bitte wen?) Und dann geh wieder.</p>
<p>Was soll ich sagen, es hat mir gefallen und auch wieder nicht.<br />
Sei umarmt, liebe Freundin<br />
P.</p>
<p>Koordinaten: 52° 31&#8242; 14&#8221; N, 13° 23&#8242; 50&#8221; O, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bode-Museum">Bodemuseum</a>, 15. Jahrhundert, noch bis 20. November 2011, &#8220;Dame mit Hermelin&#8221; nur bis 30. Oktober 2011.<br />
Abbildung: Gentile Bellini, Bildnis eines Mannes, Detail (Pressefoto: Staatliche Museen Berlin)</p>
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		<title>Sensibel für Geschichte</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/07/21/sensibel-fuer-geschichte/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 21:24:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Schlechter Stern]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommunikationssituation 1 ICE, zwischen Wolfsburg und Berlin, Durchsage: Während der Bauarbeiten im Ost-West-Korridor entschädigen wir Sie mit zusätzlichem Service. An den Plätzen der ersten Klasse bieten wir besondere Lektüre am Platz an. Poliander: Vielleicht ein Geschichtsbuch? Kommunikationssituation 2 Poliander: Wissen Sie, wie die Bahn die Strecke zwischen Wolfsburg und Berlin nennt? Kollege: Nein? Poliander: &#8220;Ost-West-Korridor&#8221;. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong><strong>Kommunikationssituation 1</strong><em><br />
ICE, zwischen Wolfsburg und Berlin, Durchsage: </em>Während der Bauarbeiten im Ost-West-Korridor entschädigen wir Sie mit zusätzlichem Service. An den Plätzen der ersten Klasse bieten wir  besondere Lektüre am Platz an.<br />
<em>Poliander: </em>Vielleicht ein Geschichtsbuch?<span id="more-3091"></span></p>
<p><strong>Kommunikationssituation 2<br />
</strong><em>Poliander:</em> Wissen Sie, wie die Bahn die Strecke zwischen Wolfsburg und Berlin nennt?<em><br />
Kollege:</em> Nein?<em><br />
Poliander:</em> &#8220;Ost-West-Korridor&#8221;.<em><br />
Kollege: </em>Wieso &#8211; denken die, es ist ein Transit?<em><br />
</em><em></em></p>
<p>Koordinaten:<strong> </strong>&#8220;Man pflegt das Schiller-Distichon von der &#8216;gebildeten Sprache, die für  dich dichtet und denkt&#8217;, rein ästhetisch und sozusagen harmlos  aufzufassen.&#8221; (Victor Klemperer)</p>
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		<title>Spielen mit Briefelfetzerin</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Feb 2011 12:52:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgrabung]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Rätseln]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibwerk]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus dem Liber Vagatorum tritt er heraus, der Briefelfetzer, der Schreiber, der bis zum Gehtnichtmehr seine Mütter und Schwestern verleugnet, wo Schreibwerk doch wahrlich ihr Werk ist, verwandt mit dem Erzählen, Spinnen, Weben und Hinterlassen von Zeichen auf ehedem nackter Wand. Poliander begegnet einer Briefelfetzerin in der reichen und turmreichen Stadt, in der Schreiber und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left">
<div id="attachment_2613" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/02/Liber-Vagatorum.jpg"><img class="size-full wp-image-2613" src="http://www.poliander.de/files/2011/02/Liber-Vagatorum-e1298296122514.jpg" alt="Sie erreichen die Stadt. (Liber Vagatorum)" width="250" height="301" /></a><p class="wp-caption-text">Sie erreichen die Stadt. (Liber Vagatorum)</p></div>
<p>Aus dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liber_Vagatorum">Liber Vagatorum</a> tritt er heraus, der Briefelfetzer, der Schreiber, der bis zum Gehtnichtmehr seine Mütter und Schwestern verleugnet, wo Schreibwerk doch wahrlich ihr Werk ist, verwandt mit dem Erzählen, Spinnen, Weben und Hinterlassen von Zeichen auf ehedem nackter Wand. Poliander begegnet einer Briefelfetzerin in der reichen und turmreichen Stadt, in der Schreiber und Schreiberinnen allezeit reichlich zu Gast gewesen sind.<span id="more-2599"></span></p>
<p>&#8220;Eine Vision, eine Vision!&#8221;, ruft die Briefelfetzerin aus, die Augen ekstatisch nach oben gedreht, &#8220;von der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_von_Alexandrien">Katharina aus Alexandrien</a>!&#8221;  IngenieurInnen, MathematikerInnen, Diagnosefachmänner und  Computerfachfrauen, Filmwissenschaftlerinnen, Maler- und Schreiberinnen  staunen, am allermeisten über die Geistesgegenwart der Schreiberin, die  heilige Worte mit einem analogen Diktiergerät aufzeichnete. Das Dinglein  schnarrt ein bisschen, doch brav gibt es das Rätsel wieder: &#8220;Fünf  Finger und doch keine Hand&#8221;, und das Ding sollen wir finden? Jaja, da  kichert die Briefelfetzerin.  Und das Zeichen Katharinas sollen wir  finden, das zurück führt in ihre grausige Geschichte, eine Waffe, die  letztlich ihren Triumph bedeutet.</p>
<div id="attachment_2607" class="wp-caption alignright" style="width: 199px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/02/katharinas-zeichen-finden.jpg"><img class="size-full wp-image-2607" src="http://www.poliander.de/files/2011/02/katharinas-zeichen-finden.jpg" alt="Katharinas Attribut fehlt ein Stück." width="189" height="268" /></a><p class="wp-caption-text">Katharinas Attribut fehlt ein Stück.</p></div>
<p>Ach Briefelfetzerin, das hat etwas mit  der Stadt zu tun, in die du einzogst, nicht wahr? &#8220;Oh ja. Und mit  Mainz.&#8221; Das muss jetzt aber reichen an Hilfe. Wir schleichen durch die  Stadt, mustern Aushänge, Aufkleber und Graffiti. Briefelfetzerin ist eine famose Erzählerin.  Sie leitet uns geschickt zur Kürschnergasse, gleich hinter Wasser oder davor, nahe an der Furt, nahe an der Straßenbrücke, gleich bei der steinernen Chronik und dem wenigeren der beiden Märkte. Jaja, der heißt so. Eine kluge Kürschnerin, erzählt sie uns, hielt stand, als man ihr Folter androhte und antat. Ganz wie die heilige Katharina, nur dass die heilig wurde und die kluge Kürschnerin kam frei, ohne Hexenverruf wieder Kürschnerin zu sein. Kürschnerin&#8230; das hat doch wieder etwas mit dem Ding zu tun, das wir raten und finden sollen. Es ist ein klarer, kalter Wintertag, und in jedem Laden, in den die Briefelfetzerin uns schickt, fragt Poliander nach der Losung. Liebe Leserin, was soll ich tun? Ich darf sie nicht verraten! Unterm Dom fanden wir sie nicht, die Katharina, und nicht das Ding. Ein paar Fetzen Pergament leiteten uns in die Pergamentergasse. Dort endlich fanden wir ein Kästchen mit jenem Ding, der Dönerbräter gab es heraus, ein Glück, wir wussten das Wort. Zurück ging&#8217;s zum Dom, doch dort war sie nicht, die Katharina. Endlich, in der Nebenkirche fanden wir sie und gaben ihr wieder, was fehlte, gaben es her wir unter den strengen Augen der Aufsichtsperson.</p>
<p>Und zuletzt lenkte die Briefelfetzerin unsere Schritte zu den Hüterinnen der Weisheit vom Dom, gleich neben der vereisten Treppe. Die freundlichen Frauen händigten es Poliander aus: &#8220;Das Katharinenspiel&#8221;, 1340 oder 1350 geschrieben in der Stadt Erfurt.  Ohne Frau Briefelfetzer und Poesiebüro Erfurt hätten wir es nie gefunden! Wirr ist unsere Rede, wir wissen es, doch wir dürfen nicht mehr verraten, fahren Sie hin, probieren Sie es aus!</p>
<p>Koordinaten: 50° 59′ N, 11° 2′ O, <a href="http://www.poesiebuero.de/">Briefelfetzerin</a> weiß mehr und spielt gern.<br />
Poliander schrieb auch über <a href="http://www.poliander.de/2011/02/01/im-schatten-fremder-beine/">Erfurts Beine</a>, <a href="http://www.poliander.de/2009/05/04/brunnenkresse/">Erfurts Grün</a>, <a href="http://www.poliander.de/2010/02/09/netze-auswerfen/">Geschichten aus Thüringen</a></p>
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		<item>
		<title>Im Schatten fremder Beine</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/02/01/im-schatten-fremder-beine/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Feb 2011 12:50:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisebrief]]></category>
		<category><![CDATA[Absteigen]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Wegelagerei]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=2541</guid>
		<description><![CDATA[Frau 1: Gucke mal, die könntch auch brauchen. Frau 2: Findest du? Frau 1: Meinst du, die sind zu knapp? Frau 2: (schweigt) Frau 1: Die passen sich an. So was habb ich noch ni. Händlerin: (lächelt) Frau 1: Die passen jedor. Händlerin: (lächelt) Frau 1: Ein Paar hiervon bitte! Händlerin: Gern. Poliander (zu sich): [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> </em></p>
<div id="attachment_2543" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><em><em><a href="http://www.poliander.de/files/2011/02/die-beine.jpg"><img class="size-medium wp-image-2543" title="Beine am Domplatz" src="http://www.poliander.de/files/2011/02/die-beine-300x225.jpg" alt="Beine am Domplatz" width="300" height="225" /></a></em></em><p class="wp-caption-text">Am Domplatz</p></div>
<p><em>Frau 1:</em> Gucke mal, die könntch auch brauchen.<br />
<em>Frau 2:</em> Findest du?<br />
<em>Frau 1:</em> Meinst du, die sind zu knapp?<br />
<em>Frau 2</em><em>: (schweigt)</em><br />
<em>Frau 1:</em> Die passen sich an. So was habb ich noch ni.<br />
<em>Händlerin: (lächelt)</em><br />
<em>Frau 1: </em>Die passen jedor.<br />
<em>Händlerin: (lächelt)</em><br />
<em>Frau 1:</em> Ein Paar hiervon bitte!<br />
<em>Händlerin:</em> Gern.</p>
<p><em>Poliander (zu sich):</em> Früher war hier nur der Gemüsemarkt.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.erfurt.de/ef/de/entdecken/webcam/domplatz/">50° 59&#8242; N, 11° 2&#8242; O</a>, Sonnabend, -5° Celsius</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Polianders persönliche Gabe</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/12/21/polianders-persoenliche-gabe/</link>
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		<pubDate>Mon, 20 Dec 2010 23:24:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Blau]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; für alle, die jetzt Orte ihrer oder einer anderen Vergangenheit aufsuchen: Für sich hören: Looking beyond the embers of bridges glowing behind us/ To a glimpse of how green it was on the other side (David Gilmour) Voll aufdrehen: Encumbered forever by desire and ambition/ There&#8217;s a hunger still unsatisfied (Cover by Nightwish) Koordinaten: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2337" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/12/elbe-bei-blankenese.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2337" title="elbe bei blankenese" src="http://www.poliander.de/files/2010/12/elbe-bei-blankenese-150x150.jpg" alt="Klicken und meer sehen" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Klicken und meer sehen</p></div>
<p>&#8230; für alle, die jetzt Orte ihrer oder einer anderen Vergangenheit aufsuchen:</p>
<p><em>Für sich hören</em>: Looking beyond the embers of bridges glowing behind us/ To a glimpse of how green it was on the other side (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=K2IUzmn_3Xw&amp;feature=PlayList&amp;p=CD6998FEFBD9667A&amp;playnext_from=PL&amp;playnext=1&amp;index=2">David Gilmour</a>)<br />
<em>Voll aufdrehen</em>: Encumbered forever by desire and ambition/ There&#8217;s a hunger still unsatisfied (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=Gkg88Mw5xJw&amp;feature=related">Cover by Nightwish</a>)</p>
<p>Koordinaten: Kürzester Tag. <a href="http://www.poliander.de/2010/11/29/mit-loibl-im-weltraum/">Es war grüner.</a> In der Ferne war es blau.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Komm doch, Arbeit</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/07/05/komm-doch/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 12:18:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon morgens ist es warm, auf dem Balkon steht  Dunst, der legt roten Schimmer auf die heißgelben Blumenblätter. Ach Arbeit, leg doch das Notebook auf den langen Tisch, wo sonst der Wein, die Oliven, das Brot, du weißt schon, und wenn du zu schreiben beginnst, tropft es bald von der Stirn, du hast noch nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1465" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/06/blumen_sonne.jpg"><img class="size-medium wp-image-1465" title="Solches Licht" src="http://www.poliander.de/files/2010/06/blumen_sonne-300x224.jpg" alt="Solches Licht" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Solches Licht</p></div>
<p>Schon morgens ist es warm, auf dem Balkon steht  Dunst, der legt roten Schimmer auf die heißgelben Blumenblätter. Ach Arbeit, leg doch das Notebook auf den langen Tisch, wo sonst der Wein, die Oliven, das Brot, du weißt schon, und wenn du zu schreiben beginnst, <span id="more-1463"></span>tropft es bald von der Stirn, du hast noch nichts getan, beinahe nichts, von der offnen Tür zieht der Wind herein und wieder hinaus auf der andren Seite, heiß rein, kühl raus, sie geht leicht von der Hand, die Arbeit, die Wörter fließen von selbst, und Stille und das leise Pulsieren, das vom Kaffee kommt, der die Ströme beschleunigt in den Adern, und da treiben sie vorbei, die <em>AnjedemAbhanglehnteinGlück</em>, <em>IchwerdesehraltwerdenundSaschavergessen</em>, <em>SiehattebeiihrerArbeitderDornennichtgeachtet</em>, die Fetzenzitate, ja, es ist heiß, komm in den Strom, wir lassen uns treiben mit den Fetzen, mit den Zitaten, sie treiben wie Stroh, wie Holz, das sich entfärbt und schwarz wird, vor Nässe und Sonne, <em>Mankannnichtschreiben/UmseineSeelezuretten/Dieaufgegebenetreibtdahinundsingt</em>, komm in den Strom, wo die Zitate weich werden und sich auflösen, langsam, und__</p>
<p>Koordinaten: Gottfried Benn, Sarah Kirsch, Theodor Storm, Marieluise Kaschnitz (Zitate), Poliander (willkürliche Auswahl)</p>
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		<title>Louise Bourgeois, ihr nachschauen</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/06/01/louise-bourgeois-ist-nicht-tot/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2010/06/01/louise-bourgeois-ist-nicht-tot/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 07:15:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Destination]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Zuerst mache ich eine Zeichnung, dann übertrage ich den Entwurf auf Pappe und dann auf Wellpappe. Hier &#8211; ich zeige es Ihnen. Ich bin dann vom Thema ganz besessen und mache Entwürfe und Zeichnungen. Die Besessenheit dauert Monate. Dann verschwindet sie, um erst nach Jahren wieder aufzutauchen. Ich bewege mich wie in einer Spirale, einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Zuerst mache ich eine Zeichnung, dann übertrage ich den Entwurf auf Pappe und dann auf Wellpappe. Hier &#8211; ich zeige es Ihnen. Ich bin dann vom Thema ganz besessen und mache Entwürfe und Zeichnungen. Die Besessenheit dauert Monate. Dann verschwindet sie, um erst nach Jahren wieder aufzutauchen. Ich bewege mich wie in einer Spirale, einer Spiralbewegung der Motivation. Das Material selbst, Stein oder Holz, interessiert mich nicht als solches. Es ist ein Mittel; es ist nicht das Ziel. Man ist nicht Bildhauer, weil man Holz liebt. Das wäre absurd. Man ist Bildhauer, weil einem Holz erlaubt, etwas auszudrücken, was in einem anderen Material nicht möglich wäre.&#8221;<br />
<em>Louise Bourgeois, Destruction of the Father &#8211; Reconstruction of the Father. Schriften und Interviews 1923 &#8211; 2000. Zürich: Amman 2001, S. 175 f.</em></p>
<p>Koordinaten: 25. Dezember 1911 bis 1. Juni 2010. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JMdWNwOWnng">The subject of the artist is emotions and ideas both.</a></p>
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