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	<title>Polianders Zeitreisen</title>
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	<description>ULRIKE GRAMANNS SKIZZENBUCH</description>
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		<title>Poliander übt Pangramme</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Aug 2010 06:49:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchstabenfracht]]></category>
		<category><![CDATA[Worte und Sprüche]]></category>

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		<description><![CDATA[
Pangramme sind eine Leidenschaft Sibylle Mühlkes von Textanfall. Und auch uns ließen sie nicht ruhn, die Sätze, in denen alle Buchstaben des Alphabets vorkommen. Et voilà! 
Für Janeks Prachtbeet weiß Xenia Yams, Ölbaum und Quitte lustvoll zu gärtnern.
Für Jans Parknacht weiß Xenia Yams, Ölbaum und Quitte lustvoll zu gärtnern.

Poliander staunte bloß, welche Buchstaben sich bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pangramm"></a></p>
<div id="attachment_1775" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/08/blaue-blume.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1775" title="Im Garten" src="http://www.poliander.de/files/2010/08/blaue-blume-150x150.jpg" alt="Im Garten" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Im Garten</p></div>
<p>Pangramme sind eine Leidenschaft Sibylle Mühlkes von <a href="http://textanfall.de/">Textanfall</a>. Und auch uns ließen sie nicht ruhn, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pangramm">die Sätze, in denen alle Buchstaben des Alphabets vorkommen</a>. Et voilà!<em> </em></p>
<p><em>Für Janeks Prachtbeet weiß Xenia Yams, Ölbaum und Quitte lustvoll zu gärtnern.</em><br />
<em>Für Jans Parknacht weiß Xenia Yams, Ölbaum und Quitte lustvoll zu gärtnern.<br />
</em></p>
<p><span id="more-1759"></span>Poliander staunte bloß, welche Buchstaben sich bis zum Ende sträubten: das K nämlich und das P. Beinahe hätten wir das ß vergessen! In der Schweiz wären wir damit wohl durchgekommen:<em> </em></p>
<p><em>Nachts gärtnert Xenia, lustvoll, Yamswurz, Ölbaum und Quitte für Jans Park.<br />
</em></p>
<p>Nicht ganz jugendfrei brachten wir jedoch das ß auch noch unter:<em> </em></p>
<p><em>Yamswurz, Ölbaum, Quitte gärtnert Xenia, prachtvoll und bloß,  für Janek. </em></p>
<p>&#8230;. wobei überaschenderweise der Satz kürzer statt länger wurde. Ganz leicht ist es nicht, in einem deutschen Satz, der dazu noch kurz sein soll, alle Buchstaben des Alphabets unterzubringen. Demnächst versuchen wir es ohne Ä, Ö, Ü und ß. Doch nun erst einmal: Pst! Die Gärtnerin schläft noch.</p>
<p>Koordinaten: 65, 63, 60, 58 Buchstaben. © für Polianders Pangramme: Ulrike Gramann. Weiterverbreitung unter Namensnennung ist wohlgelitten.</p>
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		<title>Schreibschrift perdu? Poliander erschreckend nostalgisch.</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/08/24/schulschrift-schreibschrift-perdu/</link>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 12:51:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgrabung]]></category>
		<category><![CDATA[Endstation]]></category>
		<category><![CDATA[Schlechter Stern]]></category>
		<category><![CDATA[Umsteigen]]></category>

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		<description><![CDATA[Polianders Sonntagsvergnügen und meines: die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, die aus Papier natürlich, in unserer tiefbürgerlichen Straße oft zeitig ausverkauft, weswegen der Zeitungsmann schon gegen 9 in Räuberzivil oder sogar Schlafanzug (kaschiert durch jahreszeitlich passende Überwürfe) aufgesucht wird, um beim Kaffee genüsslich einander die Herzblattgeschichten vorlesen zu können oder das Neueste aus Natur und Wissenschaft. Doch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Polianders Sonntagsvergnügen und meines: die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, die aus Papier natürlich, in unserer tiefbürgerlichen Straße oft zeitig ausverkauft, weswegen der Zeitungsmann schon gegen 9 in Räuberzivil oder sogar Schlafanzug (kaschiert durch jahreszeitlich passende Überwürfe) aufgesucht wird, um beim Kaffee genüsslich einander die Herzblattgeschichten vorlesen zu können oder das Neueste aus Natur und Wissenschaft. Doch letzten Sonntag wurde die Milch im Kaffee sauer:  &#8220;<a href="http://www.faz.net/s/Rub268AB64801534CF288DF93BB89F2D797/Doc~E616F1C24F4D6434E87B6FEFEC8F7BA5F~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Schreibschrift adé</a>&#8221; drohte die Überschrift, im Text wurde das baldige Ende des Schreibens in Schreibschrift  prophezeit. <span id="more-1743"></span>Kinder sollen nicht mehr &#8220;schönschreiben&#8221; lernen, das heißt: keine verbundene, leicht geneigte Schrift, die später die Grundlage einer individuellen charaktervollen Handschrift wird. Es bereite Kindern &#8220;Frust&#8221; und &#8220;koste Zeit&#8221;, eine solche Schrift zu erlernen, meint der in unserem Sonntagslieblingsblatt zitierte Grundschulverband. Angemessener und ausreichender Ersatz sei die &#8220;Grundschrift&#8221;, eine handgeschriebene Schrift, die an gerade stehende Druckbuchstaben angelehnt ist und manchmal ein kleines Häkchen rechts unten haben darf, ein ideologisches Schwänzchen für unverbesserliche Grundschüler, denen der lockere Schwung nicht auszutreiben ist. Und darüber hinaus seien ergonomische Tastaturen gefragt.</p>
<p>Für alle, die noch schönes Schreiben lieben, hier ein paar Links:</p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schulausgangsschrift">Schulausgangsschrift</a>, geschaffen von Renate Tost, Elisabeth Kaestner und dem berühmten Kalligraphen Albert Kapr<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ausgangsschrift"><br />
Lateinische Ausgangsschrift<br />
</a><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinfachte_Ausgangsschrift">Vereinfachte Ausgangsschrift</a></p>
<p>Und leider ohne Link: Schulschrift kursiv, eine Schrift, die alle, die in den 1960er Jahren in der DDR zur Schule gingen, im Zeichenunterricht erlernten, zu schreiben mit einer Atofeder. Es machte Lehrerinnen und Kindern Arbeit, kostete Zeit, und der Umgang mit der raffiniert angeschrägten Feder war frustrierend, so lange man ihn  nicht beherrschte.</p>
<p>Die erste Übung beim Schreibenlernen waren übrigens &#8220;Dachziegel&#8221;, ganze Hefte voll Dachziegelumrisse (Rundschnitt-Doppeldeckung) wurden geschrieben.  Und dann jeder einzelne Buchstabe mit seinen &#8220;Häkchen&#8221;, &#8220;Anfassern&#8221; und freien oder gemessenen Schwüngen. Wegen all dieser Mühe, bei der wir uns auf nichts als nur das Lesen und Schreiben von Buchstaben konzentrierten, die Buchstaben unser Sinnen und Trachten waren und eine Welt aus Buchstaben entstand, beherrschten alle Kinder nach einem halben Jahr Unterricht alle Buchstaben des Alphabets, auch die, die vorher keinen einzigen gekannt hatten. Der Weg war frei, Zettelchen zu schreiben und wahlweise unter der Bank durchzureichen oder zu einem Flieger zu falten und bei gutem Glück unbemerkt von der Schönschreiblehrerin über Reihen hinweg der besten Freundin zuzusenden. Ob demnächst die Drucker rattern, um ein gekritzeltes &#8220;Willst du mit mir gehen? Ja Nein Vielleicht&#8221; auszuwerfen?</p>
<p>Das ist nicht euer Ernst, Grundschullehrerinnen! Schaut in eure Küchen und Handwerkerinnenkästen! Habt Ihr beim Erwerb einer Brotschneidemaschine das handliche Messer entsorgt? Und habt Ihr den Fuchsschwanz weggeschmissen, seit die Kettensäge erfunden ist?</p>
<p>Koordinaten: FAS vom 22. August 2010. Polytechnische Oberschule Bad Klosterlausnitz im Jahr 1967</p>
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		<title>Wilde Hochzeit</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/08/13/wilde-hochzeit/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 14:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchstabenfracht]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzweg]]></category>
		<category><![CDATA[Lockung]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>
		<category><![CDATA[Worte und Sprüche]]></category>

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		<description><![CDATA[Die erste Lieferung ist ausverkauft!
Die neue Lieferung kann bestellt werden.

&#8220;Was die Dörfler nicht hören: wie sie sich einmischt, Venus, die verflixte Göttin, wie sie Bertschi ins Ohr bläst: &#8216;Möchtest du entflammen, möchtest du verzehrt werden von Liebe zu mir und von Sehnsucht.&#8217; Das flüstert sie in Bertschis linkes, das heidnische Ohr.&#8221; (aus: Meetchens Hochzeit von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1683" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/08/metzli_rück.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1683" title="Buchrückseite mit Stempel" src="http://www.poliander.de/files/2010/08/metzli_rück-150x150.jpg" alt="Buchrückseite mit Stempel" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Von Hand und einzeln gedruckt: die Musiker (Bildrechte: C. Schwiegk)</p></div>
<p style="text-align: left"><strong>Die erste Lieferung ist ausverkauft!<br />
Die neue Lieferung kann bestellt werden.<br />
</strong></p>
<p style="text-align: left">&#8220;Was die Dörfler nicht hören: wie sie sich einmischt, Venus, die verflixte Göttin, wie sie Bertschi ins Ohr bläst: &#8216;Möchtest du entflammen, möchtest du verzehrt werden von Liebe zu mir und von Sehnsucht.&#8217; Das flüstert sie in Bertschis linkes, das heidnische Ohr.&#8221;<em> (aus: Meetchens Hochzeit von Ulrike Gramann)</em></p>
<p><strong><span id="more-1679"></span>Die wilde, unanständige, gewalttätige und am Ende auch lehrreiche<br />
Geschichte von Meetchens Hochzeit</strong></p>
<p>nach Motiven aus Wittenwilers Ring neu erzählt von Ulrike Gramann</p>
<p>Ausgabe mit handgeschöpftem Umschlag und anderen feinen Details<br />
Bestellung gern <a href="http://www.poliander.de/ueber/">direkt bei mir</a> oder genauso gern bei der <a href="http://www.buchbinderei-schwiegk.com/shop/article_12/Die-wilde%2C-gewaltt%C3%A4tige-und-am-Ende-auch-lehrreiche-Geschichte-von-Meetchens-Hochzeit.html?shop_param=cid%3D5%26aid%3D12%26">Edition LILINI</a></p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.poliander.de/2010/06/18/meetchens-hochzeit-ist-da/">anderer kleiner Auszug</a></p>
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		<title>Geheimnisvoller Besuch &#8211; Vodou in Berlin</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/07/30/geheimnisvoller-besuch/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Jul 2010 13:55:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Begegnung]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzweg]]></category>
		<category><![CDATA[Magie]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist einer dieser schwülen Tage, an denen man schwitzt, obwohl man friert, an denen auf Gewitterwolkendunkelheit spitzes, weißes Licht folgt, wechselnd und wieder von vorn. Kein Jogger rennt durch die Sonntagsmittagsöde der Archivstraße im bürgerlichen Süden, gleich hinter jener Kreuzung mit Gartenlokal, wo sich Schnauzbebartete und Damen im Blumenkleid zum Dixieland-Frühschoppen treffen. Also die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1647" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/07/Bizango-des-Kreuzwegs.jpg"><img class="size-medium wp-image-1647" title="Bizango des Kreuzwegs (Bild: Staatliche Museen Berlin)" src="http://www.poliander.de/files/2010/07/Bizango-des-Kreuzwegs-199x300.jpg" alt="Bizango des Kreuzwegs (Bild: Staatliche Museen Berlin)" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Bizango des Kreuzwegs (Staatliche Museen Berlin, Pressefoto)</p></div>
<p>Es ist einer dieser schwülen Tage, an denen man schwitzt, obwohl man friert, an denen auf Gewitterwolkendunkelheit spitzes, weißes Licht folgt, wechselnd und wieder von vorn. Kein Jogger rennt durch die Sonntagsmittagsöde der Archivstraße im bürgerlichen Süden, gleich hinter jener Kreuzung mit Gartenlokal, wo sich Schnauzbebartete und Damen im Blumenkleid zum Dixieland-Frühschoppen treffen. Also die Archivstraße, vorbei am Preußischen Geheimen Staatsarchiv, an dem jedoch ein Blick hinauf zum preußischen Adler nicht schaden kann, der hier wie ein aufgescheuchtes Huhn die Beine hebt, dem gleich der Hals abgeschlagen wird. Zauberei!, oder wozu braucht man Hühnerblut? Da hat er Glück, der Adler, Relief und Stein.  Poliander und ich gehen nach Dahlem Dorf, bürgerlich und akademisch, nur Dorf, das grade nicht, und noch ein paar Schritte weiter, endlich, finden P. und ich das Ethnologische Museum. Es ist warm, zu warm, jedes Stockwerk wird es wärmer, wenn auch nicht so warm, wie es sein sollte, dass wir uns fühlen wie auf Haiti. Der Eingang nach Haiti befindet sich hinter dieser Tür, hinter Vorhängen aus dunklem, flauschigem Zeug. Durch die muss man sich erst einmal winden. Und dann steht man in der feuchten Kälte einer Klimaanlage, konservatorische Gründe? Haitianische Objekte sind Hitze und Kummer gewohnt. P. zieht mich zu den Bildern, P.  kommt ja auch nicht aus dieser Welt, zuerst, will P., sollen wir auf dieses Video schauen, auf die weißgekleideten Leute, die tanzen, Röcke schwingen, trommeln, ernsthaft, routiniert, in Trance, in ihrem Rücken, in ihrer Mitte der geschmückte Baum oder Pfahl: ein Mittelpunkt einer Welt,  der Pfahl ist der Weg, der zu den Geistern führt, sie und wen noch?, uns verbindet. Abseits der Stier, dem gleich die Kehle durchschnitten wird. <span id="more-1639"></span>Die <a href="http://www.museumsportal-berlin.de/startseiteninhalte/ausstellungen/die-kunst-des-vodou.html">Ausstellung</a> handelt von heiligen Gegenständen, Gegenständen mit Zweck, der geheim ist, handelt von Leuten, die in einem Wasserfall stehen, sitzen, sich die Sachen vom Körper ziehen, die das zu einem ferneren Ende tun, nicht grad der körperlichen Reinigung wegen, untrennbar von anderen Zwecken: auch ihr zuliebe.</p>
<p>Wir gehen und sehen die Dinge, die auch Personen sind oder Wesen, mit ihnen zu kommunizieren wäre wie ein Telefonat in die andere Welt. Sie sind hier doch auch fremd! Eine ordnende Hand hat sie zueinandergestellt, dass ihnen nicht so kalt ist, bei dieser Klimaanlage, bei uns Fremden, die wir nur schauen. Wenigstens hat keiner sie geputzt und niemand von ihren Füßen den Staub des Gehens von Welt zu Welt und die getrockneten Spuren der Opfergaben, der Bitten, der Benutzung entfernt. So bleiben sie warm in sich. Die Kunst: Liebe und Mühe haben die Perlenschnüre auf die Flaggen genäht, die man für Rituale und Feste benötigt, die geschwenkt werden, in Bewegungen, die genau richtig sind, nicht sparsam, nicht pathetisch. Die Sorgfalt hat dicke Futterformen unter die Perlen genäht, die Flaggen sind bunte, comicartige Reliefs. Die Leute setzen ein, was sie haben, Textilien, Beton, Knochen, Schädel. Und so weiter, es ist alles eins, es ist alles zusammen, und die Figuren der Geister sind die Geister und trotzdem das von Menschenhand Genähte, Bestickte, mit Spiegelchen Versehene. Es ist arme Kunst, für die genommen wird, was eben da ist, es ist reiche Kunst, für die gefunden wird, was sich eignen, sich anverwandeln kann.</p>
<p>Das Gemischte: Erzulie Dantor ist Göttin, Geist und die schwarze Madonna von Czestochowa, sie liebt Kinder über alles, sie ist eine Freundin. Das sind Geschichten, die über sie umlaufen. Eine von ihnen ist in Dahlem, jetzt. Erzulie Freda, die hilft den unglücklich Liebenden, sie ist eine Babypuppe, und sie ist selbst unglücklich verliebt. Kraze Bize, ein Iwa, ein Geist des Todes, der ein Gesicht hat, zur Hälfte ein Schädel, der eine Sonnenbrille trägt, mit nur einem Glas, das andere Auge ist leer: weil er in diese und in jene Welt schauen kann. Das Gemischte: das Geistige und das Praktische. Große Flaschen und Pakete mit Sättigung aus der, von der anderen Welt, für diese und die andere. Flaschen, die gehörnt sind, Flaschen mit Elixieren, die an ihrem oberen Ende Messer und Gabel haben, damit die Geister sich ihrer bedienen beim Essen. Das Gemischte: barocke Spiegel, die überformt sind mit Dingen des Vodou. Das Gemischte: die Liebe und die Macht, die Revolution, die von den Geheimnisgesellschaften gemacht wurde, der Machtmissbrauch, der sich dieser Formen bediente, die der Ermächtigung der Ohnmächtigen dienten. Poliander stößt mich an: ein halbdunkler Raum, in dem die Spiegelchen von den roten Kleidern der Bizango-Armee leuchten. Es ist nicht wie im Kino, es ist wie im Traum. Aber wir vergessen nicht ganz, dass wir in Dahlem sind, Berlin, Westberlin, genau zu sein. Wir vergessen nur die Zeit, den Rückspazierweg, das Eisessen. Das hat Zeit. Wir gehen lieber noch einmal zurück, noch einmal durch die Zimmer, wir schauen noch einmal in die Gucklöcher, hinter denen eine jenseitige Welt liegt oder das Nachbarzimmer, der Nebenschauplatz, das Zentrum der Welt, wo alles anders ist, handgemacht, gebraucht, wo die Gehörnten sind und die Zauberspiegel und die drei Babies aus Stoff, die ungelenk auf ihrem Stuhl klemmen und wahrscheinlich machtvolle Geister sind. Wahr schein lich. Gehen Sie hin, der Oktober kommt schneller, als man meint.</p>
<p>Koordinaten: Haiti in Dahlem, 52° 27&#8242; 29&#8221; N, 13° 17&#8242; 32&#8221; O, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ethnologisches_Museum">Ethnologisches Museum</a>, 18. Mai bis 24. Oktober 2010<br />
Anderswo lesen: <a href="http://www.lettre.de/archiv/88-Gold.html">Herbert Gold über Haiti in Lettre International Nr. 88</a></p>
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		<title>Reh</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 09:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Schlechter Stern]]></category>

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		<description><![CDATA[Mann mit spitzem Bart: (ins Klapphandy) Stell dir vor, du kriechst mit einma son Kind offs Auche gedrückt. &#8220;Da, halt ma, deine Nichte.&#8221; Du willst det gar nich, und denn stehste da wie, also wie soll ick, also wie son Reh aufer Schnellstraße, und dir kommt n Lastwachen entgechen mit Aufblendlicht. Und denn saß ick [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mann mit spitzem Bart:</em><em> (ins Klapphandy)</em> Stell dir vor, du kriechst mit einma son Kind offs Auche gedrückt. &#8220;Da, halt ma, deine Nichte.&#8221; Du willst det gar nich, und denn stehste da wie, also wie soll ick, also wie son Reh aufer Schnellstraße, und dir kommt n Lastwachen entgechen mit Aufblendlicht. Und denn saß ick da auf der Couch und hat die so festgehalten, also das wollt ick ja gar nich! Und sacht nischt, kann se ja nich, un ick sach ooch nischt, und denn hat se sich mir entwunden und is offn Teppich gefalln. Und denn isse erst ma so untern Tisch und kommt hoch und denn an die Ecke dran mittn Kopf. Und denn hat se erst ma gar nischt gesacht, konntse ja nich. Und denn sah man so an den Oochen, wie ihr langsam die Erkenntnis dämmerte, also der Zusammenhang zwischen den Runterfallen und den Tisch und den Schmerz, sah man regelrecht. Und dann hat se erst geschrien. Un ihre große Schwester kommt ausn Nachbarzimmer und nimmt se hoch und duddelt se, und denn kommt ihre Mutter und duddelt se och, un blökt aber dabei immer mich an. Wat ick forn schlechter Mensch bin un so weiter. Und ich sach nur: „Awer du hast mir doch det Kind offs Auche gedrückt.“<br />
<em>Poliander: (steigt aus)</em></p>
<p>Koordinaten: S 41 Wedding, Gesundbrunnen, Schönhauser Allee<br />
<a href="http://www.poliander.de/2010/02/23/wish-you-were-here/">Mehr von Poliander in der S-Bahn</a></p>
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		<title>Nabel der Welt</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/07/20/nabel-der-welt/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Jul 2010 21:15:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reisebrief]]></category>
		<category><![CDATA[Völkerwanderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Koordinaten:
32°C Berlin, 33°C Madrid, 34°C Bukarest, 35°C Tokio, 36°C Timbuktu
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1603" class="wp-caption alignleft" style="width: 215px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/07/zentrum.jpg"><img class="size-medium wp-image-1603" title="Temperierter Größenwahn in Berlin" src="http://www.poliander.de/files/2010/07/zentrum-205x300.jpg" alt="Temperierter Größenwahn in Berlin" width="205" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Temperierter Größenwahn in Berlin</p></div>
<p>Koordinaten:<br />
32°C Berlin, 33°C Madrid, 34°C Bukarest, 35°C Tokio, 36°C Timbuktu</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Komm doch, Arbeit</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/07/05/komm-doch/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 12:18:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon morgens ist es warm, auf dem Balkon steht  Dunst, der legt roten Schimmer auf die heißgelben Blumenblätter. Ach Arbeit, leg doch das Notebook auf den langen Tisch, wo sonst der Wein, die Oliven, das Brot, du weißt schon, und wenn du zu schreiben beginnst, tropft es bald von der Stirn, du hast noch nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1465" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/06/blumen_sonne.jpg"><img class="size-medium wp-image-1465" title="Solches Licht" src="http://www.poliander.de/files/2010/06/blumen_sonne-300x224.jpg" alt="Solches Licht" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Solches Licht</p></div>
<p>Schon morgens ist es warm, auf dem Balkon steht  Dunst, der legt roten Schimmer auf die heißgelben Blumenblätter. Ach Arbeit, leg doch das Notebook auf den langen Tisch, wo sonst der Wein, die Oliven, das Brot, du weißt schon, und wenn du zu schreiben beginnst, <span id="more-1463"></span>tropft es bald von der Stirn, du hast noch nichts getan, beinahe nichts, von der offnen Tür zieht der Wind herein und wieder hinaus auf der andren Seite, heiß rein, kühl raus, sie geht leicht von der Hand, die Arbeit, die Wörter fließen von selbst, und Stille und das leise Pulsieren, das vom Kaffee kommt, der die Ströme beschleunigt in den Adern, und da treiben sie vorbei, die <em>AnjedemAbhanglehnteinGlück</em>, <em>IchwerdesehraltwerdenundSaschavergessen</em>, <em>SiehattebeiihrerArbeitderDornennichtgeachtet</em>, die Fetzenzitate, ja, es ist heiß, komm in den Strom, wir lassen uns treiben mit den Fetzen, mit den Zitaten, sie treiben wie Stroh, wie Holz, das sich entfärbt und schwarz wird, vor Nässe und Sonne, <em>Mankannnichtschreiben/UmseineSeelezuretten/Dieaufgegebenetreibtdahinundsingt</em>, komm in den Strom, wo die Zitate weich werden und sich auflösen, langsam, und__</p>
<p>Koordinaten: Gottfried Benn, Sarah Kirsch, Theodor Storm, Marieluise Kaschnitz (Zitate), Poliander (willkürliche Auswahl)</p>
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		<title>Hyänen</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/06/28/hyaenen/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Jun 2010 13:10:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausgrabung]]></category>
		<category><![CDATA[Wegelagerei]]></category>
		<category><![CDATA[Worte und Sprüche]]></category>

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		<description><![CDATA[Buchversand:
&#8220;Liebe Poliander!
Da Sie Bücher von Ror Wolf gekauft oder bewertet haben, freut es Sie sicher, dass &#8216;Schau heimwärts, Engel&#8217; am Juli 2010 erscheint.  Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar vor! Thomas Wolfe, Schau heimwärts, Engel, Preis 29,90€, Erscheinungsdatum Juli 2010. Mit freundlichen Grüßen &#8211; Ihr Buchversand&#8221;
Poliander:
&#8220;Lieber Buchversand,
das haben sich Ihre Maschinen gut gemerkt, ich habe Bücher [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Buchversand:</em><br />
&#8220;Liebe Poliander!<br />
Da Sie Bücher von Ror Wolf gekauft oder bewertet haben, freut es Sie sicher, dass &#8216;Schau heimwärts, Engel&#8217; am Juli 2010 erscheint.  Bestellen Sie jetzt Ihr Exemplar vor! Thomas Wolfe, Schau heimwärts, Engel, Preis 29,90€, Erscheinungsdatum Juli 2010. Mit freundlichen Grüßen &#8211; Ihr Buchversand&#8221;</p>
<p><em>Poliander:</em><br />
&#8220;Lieber Buchversand,<br />
das haben sich Ihre Maschinen<span id="more-1541"></span> gut gemerkt, ich habe Bücher von Ror Wolf gekauft, auch ein Hörspiel übrigens. (Letzteres scheinen Ihre Maschinen vergessen zu haben.) Ror Wolf ist einer meiner liebsten Hörspielautoren. Auch andere Wölfe in der Literatur, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Virginia_Woolf">Virginia</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christa_Wolf">Christa</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wolf">Friedrich</a> (doch! auch Friedrich, besonders die Geschichte von Pit Pikus und der Möwe Leila) &#8211; und meinetwegen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Wolfe">Tom</a> sind mir jenseits von Schreibweisen lieb und wert. Vom Film (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Wolf">Konrad</a>) ganz zu schweigen. Doch reizt mich der Kauf von R.s Büchern zum Kauf von T.s  so viel und so wenig, wie mich das Handbuchs der Frauenkräuter zum Kauf der Neuauflage des japanischen Gebrauchsmusterrechts verlockt. So. Und über Präpositionen reden wir ein andermal. Mit freundlichen Grüßen &#8211; Ihre Poliander&#8221;</p>
<p>Liebe Leserin,<br />
ob Sie Bücher von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ror_Wolf">Ror Wolf</a> gelesen, womöglich auch bewertet haben &#8211; ich weiß es nicht. Haben Sie eines seiner Hörspiele gehört? Tun Sie es! Nicht mir, sich selbst zur Liebe! Wenn Sie nicht wissen, wo beginnen, hören Sie &#8220;Hyänen&#8221;. Und, liebe Leserin, wenn Ihr Herz ein feministisches, ja wenn es überhaupt ein Herz, sagen wir, wenn Ihr Herz ein Herz und also feministisch ist, finden Sie den Weg zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCpfelhy%C3%A4ne#Sozialverhalten">Tüpfelhyäne</a>. Herzlich grüßt: Ihre Poliander</p>
<p>Koordinaten: * 29.  Juni 1932, * 3. Oktober 1900 † 15. September 1938, offener Brief, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eigentliche_Hy%C3%A4nen">Eigentliche Hyänen</a></p>
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		<title>Freitag und Montag am selben Fluss</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/06/27/freitag-und-montag-am-fluss/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 11:58:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Rätseln]]></category>
		<category><![CDATA[Souvenir]]></category>
		<category><![CDATA[Ströme]]></category>

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		<description><![CDATA[Kleine Stadt mit Burg überm Fluss, wo der Wind leicht ging durch die Gassen und heiß und kalt fauchte oben am Berg. Hier, rief der Ladner, der Weihnachten feilbot im Juni, Hier, rief er: Der Brunnen im Haus ist zwölfmännertief. Wir schauten in die Tiefe, die ein Spot beleuchtete. Ein Tropfen fiel in glasbedeckte Stille. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1503" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/06/oberlauf.jpg"><img class="size-medium wp-image-1503" title="Am Oberlauf des Flusses" src="http://www.poliander.de/files/2010/06/oberlauf-300x234.jpg" alt="Am Oberlauf des Flusses" width="300" height="234" /></a><p class="wp-caption-text">Am Oberlauf des Flusses</p></div>
<p>Kleine Stadt mit Burg überm Fluss, wo der Wind leicht ging durch die Gassen und heiß und kalt fauchte oben am Berg. Hier, rief der Ladner, der Weihnachten feilbot im Juni, Hier, rief er: Der Brunnen im Haus ist zwölfmännertief. Wir schauten in die Tiefe, die ein Spot beleuchtete. Ein Tropfen fiel in glasbedeckte Stille. Höflich sahen wir uns im Laden um, all die Räuchermännel, sagte Poliander, doch daheim haben wir ein Räucherfrauel, das! sollten Sie sehn, mit einer Kloßschüssel, aus der der heilige Rauch steigt! Geduld mit Touristen gewohnt nickte der Mann. Schnell griff Poliander die besten Räucherkegel, die kleinen, Pfennigware, kostbare. <span id="more-1493"></span>Früher, sagte Poliander, wurde Weihnachten nicht an der Elbe verkauft, aber heute gibt es Weihnachten überall, wo Touristen sind.- Sie missgönnen es mir, sagte der Ladner ernst, dabei steckt mein ganzer Kredit drin. Kann schließlich nicht jeder vom Porzellan leben. Poliander lächelte verbindlich, Auch nicht vom Brunnenzeigen, wir wissen es ja. Zur Burg ging&#8217;s hoch, wie sonst, zuletzt Treppen und Treppen, und von oben klangen Glocken, das aus Erde geformt wurde wie jene Vögel, die das Jesuskind formte aus Uferschlamm, zum Ärger seiner Mutter, denn sie flogen alle lebendig davon. Poliander phantasiebegabt sah&#8217;s schon, wie auch die Glocken flogen, rasch, übern Fluss. Aber sie hingen noch und schwangen. Polianders Begleiter stieß sie an: Drüben warn Weinberge.  Die Stadt, das Museum, sie liefen zurück zum goldnen Grund, wo Installateure werkten. Oben in der Kammer saß die Fei am Computer und herrschte über Buchstaben und Bilder und formte multiple Skulturen aus Restholz, Industrieabfall und Uferlehm. Im Vogelfutterhaus hatte die Amsel ihr Nest gebaut, sie beobachtete Poliander genau, ehe sie reinflog und kurz angebunden die Eier begrüßte.</p>
<div id="attachment_1505" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/06/unterlauf.jpg"><img class="size-medium wp-image-1505" title="Am Unterlauf des Flusses" src="http://www.poliander.de/files/2010/06/unterlauf-300x168.jpg" alt="Am Unterlauf des Flusses" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Am Unterlauf des Flusses</p></div>
<p>Nicht leicht zu erreichen von jener Stadt ist die andre, im Norden, wo der Fluss sich in künstlich vertieften Betten zum Meer hin wälzt. Polianders Begleiter drängt jederzeit, den Ort zu besuchen. Aber das andere behalten wir für uns.</p>
<p>Koordinaten:<br />
Stromkilometer 82 sowie 609 bis 641 (deutsche Zählung)<br />
Wer die Lösung nicht weiß, kann fragen:<br />
poliander ((an)) diese domain</p>
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		<title>Meetchens Hochzeit ist da</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/06/18/meetchens-hochzeit-ist-da/</link>
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		<pubDate>Fri, 18 Jun 2010 09:31:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchstabenfracht]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzweg]]></category>
		<category><![CDATA[Lockung]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>
		<category><![CDATA[Worte und Sprüche]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Die Mädchen an der Quelle beichten nicht, was sie hier tun. Eine heißt Meetchen, die Leute reden über sie. Meetchen hat schwarze Zähne, sagen die Leute, die sollten weiß sein. Rissige Hände mit erdfarbnen Fingern, die sollten glatt sein und zart, einen Zopf wie ein Mauseschwanz, einen Kropf, einen krummen Rücken, der ist ein Geburtsfehler, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1673" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/06/metzli-vorn.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-1673" title="Meetchens Hochzeit" src="http://www.poliander.de/files/2010/06/metzli-vorn-150x150.jpg" alt="Meetchens Hochzeit" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Meetchens Hochzeit (Bildrechte: C. Schwiegk)</p></div>
<p>&#8220;Die Mädchen an der Quelle beichten nicht, was sie hier tun. Eine heißt Meetchen, die Leute reden über sie. Meetchen hat schwarze Zähne, sagen die Leute, die sollten weiß sein. Rissige Hände mit erdfarbnen Fingern, die sollten glatt sein und zart, einen Zopf wie ein Mauseschwanz, einen Kropf, einen krummen Rücken, der ist ein Geburtsfehler, und sie hat einen breiten und einen schmalen Fuß, so dass sie hinkt. Das sagen die Leute. Zerrauft ist sie, aber fleißig. Die Leute sagen auch, dass sie eine Häxe ist, mit Schmetterlingen im Bund, Augen wie Nebel über dem See, Atem, der nach Schwefel riecht. Die Leute fragen, was hat die unterm Kleid, und warum hinkt sie?&#8221;</p>
<p style="text-align: right"><em>(aus: Meetchens Hochzeit von Ulrike Gramann)</em><span id="more-1475"></span></p>
<p><strong>Die wilde, unanständige, gewalttätige und am Ende auch lehrreiche<br />
Geschichte von Meetchens Hochzeit</strong><br />
nach Motiven aus Wittenwilers Ring neu erzählt von Ulrike Gramann</p>
<p>Soeben am 11. Juni 2010 erschienen in der <a href="http://www.buchbinderei-carla-schwiegk.de/seite1.html">Edition LILINI (Carla Schwiegk)</a><br />
Besonders schöne Ausgabe mit handgeschöpftem Umschlag<br />
Direkt erhältlich bei der <a href="http://www.buchbinderei-carla-schwiegk.de/Kontakt.html">Editorin</a>. Bestellungen können aber auch <a href="http://www.poliander.de/ueber/">an mich</a> gerichtet werden.</p>
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