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	<title>Polianders Zeitreisen &#187; Schönste Stellen</title>
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	<description>ULRIKE GRAMANN SCHWENKT DEN HUT</description>
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		<title>Es führt eine Brücke übern Kanal</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 16:34:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
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		<category><![CDATA[Destination]]></category>
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		<category><![CDATA[Sternbild]]></category>

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		<description><![CDATA[Durch die Straßen schleicht eine Alte mit steingrauem Haar, im Perlonbeutel klappern Bierflaschen. Der einjährige, zottige Hund zerrt an der Leine. Sie ist dem Tier nicht mehr gewachsen. An der Admiralbrücke bleibt sie stehn, schlingt die Hundeleine um das Geländer, zieht den Knoten fest an. Sie lehnt sich ans Geländer, greift eine Flasche heraus. &#8220;Habter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3789" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/12/admiralbr%C3%BCcke-2011.jpg"><img class="size-medium wp-image-3789" src="http://www.poliander.de/files/2011/12/admiralbr%C3%BCcke-2011-300x243.jpg" alt="Prosit 2012" width="300" height="243" /></a><p class="wp-caption-text">Prosit 2012</p></div>
<p>Durch die Straßen schleicht eine Alte mit steingrauem Haar, im Perlonbeutel klappern Bierflaschen. Der einjährige, zottige Hund zerrt an der Leine. Sie ist dem Tier nicht mehr gewachsen. An der Admiralbrücke bleibt sie stehn, schlingt die Hundeleine um das Geländer, zieht den Knoten fest an. Sie lehnt sich ans Geländer, greift eine Flasche heraus. &#8220;Habter mal n Siebzehner?&#8221;, ruft sie den Punks zu, die am andern Ende der Brücke lungern. <span id="more-3781"></span>&#8220;Hasten Euro?&#8221;, fragt der irokesenschnittige Junge, der ihr die Flasche aus der Hand nimmt und sie geschickt mit den Zähnen öffnet, &#8220;türlich nich, was?&#8221; Die Frau schüttelt den Kopf, nimmt einen süchtigen Zug aus der Flasche und reicht dem Jungen ihren Beutel mit den restlichen Bierflaschen: &#8220;Brauch ich nich mehr.&#8221; Der lässt sich seine Überraschung nicht merken, fragt aber höflich: &#8220;Un ne Penne, willste mitkomm?&#8221; Die Alte schüttelt den Kopf. Die Bengel trollen sich, den Bierbeutel schwenkend. Sie trinkt ihr Bier in kleinen Schlucken, beugt sich runter und lässt auch den Hund aus der Flasche saufen. Wien Baby, denkt sie und lächelt plötzlich in Erinnerung an eine Jugendliebe, sie lässt sich neben den Hund aufs Brückenpflaster sinken und schaut zum Himmel hoch. Vom Himmel hoch, da komm ich her, murmelt sie. Orion lockert seine Schultern, schüttelt Beteigeuze und Bellatrix. Alte Liebe rostet nicht, murmelt die Alte. Nicht weit weg knallen ein paar Böller, dann wieder Stille. &#8220;Insel Poel&#8221; heißt das Schiff, über und über bedeckt mit Graffiti, auf dem die Geister des abgelebten Jahres Pogo tanzen. Im neuen Jahr wird der Bezirk es abschleppen lassen, stand im Berliner Nachtspiegel. Gepflegte Biere sind was andres, die alte Frau lacht und beugt sich übern Kanal. Sie spuckt Zahn um Zahn ins Wasser, dass ölige Tropfen aufspritzen, die sie, plötzlich flink, mit ihrem Feuerzeug zündet. Ihr Mantelgürtel beginnt zu blinken, etwas heult auf, für einen Augenblick ist die Brücke gleißend erleuchtet. &#8220;Leute&#8221;, ruft die Zahnlose, &#8220;die paar Stunden macht ihr ohne mich!&#8221; Kichernd fährt sie ab, voll ins Dunkel, dreht sich noch einmal und wirft die Bierflasche, die knallt und in tausend spiegelnde Splitter zerstiebt. Wer jetzt einen aufhöbe, könnte das eigne Gesicht in den Stufen des Alters erblicken. Niemand kommt vorbei, nur der Hund schaut sich noch einmal als Welpe.</p>
<p>Stunden später, das Feuerwerk  ist in vollem Gang, kläfft er, noch immer festgeleint. Die Brücke ist voller Leute jetzt, Sektflaschen kullern, Raketen schießen ab und away!, Orion fängt sie mit den Händen und lässt ihre Sterne erblühn. Es kracht hier und da und schnell hinternander, jemand fängt eine Radiosendung: &#8220;Die Frage ist doch&#8221;, spricht ein Mann von der Polizeigewerkschaft ins Mikrofon, &#8220;ob die Berliner wirklich die Gebrauchsanweisung der neuartigen Feuerwerkskörper beachten und die vier Batterien sorgfältig voneinander getrennt zünden!&#8221;, Besorgnis wabert im Studio, niemand hört zu. Ein paar Sterne stürzen in den Landwehrkanal. Der Hund schiebt Panik. Gläser klingen kurz und klirren lang, &#8220;Zu mir oder zu dir?&#8221;, fragt eine einen, der Morgen ist fern und nah, das Erwachen in fremden Betten, das verstohlene Tasten nach der Armbanduhr und das vorsichtige Wischen am verschmierten Lippenstift, damit der Gefährte der Nacht nicht überm Clownsmund erschreckt. Als obs darauf ankäm. Doch noch sind wir nicht soweit. Während die Brücke sich langsam leert, der Hund erschöpft, resigniert, kommt von hinten ich weiß nicht von wo kommt ein Junge, der längst im Bett sein sollte, aber eben nicht ist, und der weiß, was er will, geht auf den Hund zu, lässt ihn am Handrücken riechen, seine Hand riecht gut, irgendwie nahrhaft, der Junge sagt nichts, aber der Hund ist entschlossen, zu winseln, sollte er die Leine nicht vom Geländer lösen, der Hund weiß, er muss nicht winseln, der Junge knüpft ihn vom Geländer, &#8220;gleich&#8221;, sagt er und sieht dabei schon fast erwachsen aus und grinst verlegen und nimmt das Tier doch sicher an seine Seite und geht mit zielstrebigen Schritten über die Brücke und jenseits und verschwindet irgendwo, vorn in der Körte und hält die Nase in den plötzlich eiskalten Wind und beugt sich zum Hund: &#8220;Butterbrot mit Zucker, in Milchkaffee gestippt, na?&#8221; Das neue Jahr knurrt leise und hebt die Nase.</p>
<p>Koordinaten:<br />
<strong>Poliander wünscht allen Leserinnen und Lesern Glück, Liebe, Gesundheit und Erfolg, Brot und Wein! </strong></p>
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		<title>Guess I must be having fun</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 17:47:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Durchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Umsteigen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kafka, das wird kolportiert bis zum Überdruss, war im Kino und weinte. Das Kino ist einer der besten Orte dafür, wenn nicht der beste &#8211; wo sonst wäre man so anonym und so geborgen zugleich, wo sonst flössen Bilder und Töne so durch eine hindurch und blanke Seligkeit bleibt hängen? Dass Kafka im Kino weinte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kafka, das wird kolportiert bis zum Überdruss, war im Kino und weinte. Das Kino ist einer der besten Orte dafür, wenn nicht der beste &#8211; wo sonst wäre man so anonym und so geborgen zugleich, wo sonst flössen Bilder und Töne so durch eine hindurch und blanke Seligkeit bleibt hängen? <span id="more-3657"></span>Dass Kafka im Kino weinte &#8211; abgesehen davon, dass er es einmal erwähnt hat -  überrascht nicht. Aber kam er deswegen unglücklich aus dem Kino? Und wenn, war es das Kino, das ihn unglücklich gemacht hat? Die Wahrheit ist: Kino macht glücklich. Nicht lange rumreden: In diesem Herbst gibt es einen Film, in dem einer seine Depression auf so coole wie herzerwärmende Art zugleich heilt (das geht also), sich rächt (angemessen), und auf sehr sympathische Art erwachsen wird. Und außerdem nimmt die Zuschauerin minutenlang an einem Konzert teil, das sie gern live gehört hätte.</p>
<p>Falls jemand ihn wirklich noch nicht gesehen hat (was Poliander und ich für kaum denkbar halten):<br />
Hingehen! Später auf DVD sehen könnt ihr ihn außerdem!</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=q0ryRwKkKI4&amp;NR=1&amp;feature">Originaltrailer: This must be the place.</a> Nur Musik hören: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=cUEiMQfSrZw&amp;feature">This must be the place.</a></p>
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		<title>Feministische Kampfsportschule in der Urban</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Nov 2011 10:10:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Fenster zu bei laut!&#8221; hat jemand auf ein Blatt Papier geschrieben und es ans Fenster gepappt. Zitronengelbe Matten auf dem Boden. Boxsäcke sind an der Wand festgegurtet, die schon abgeplatzte Stellen und Verfärbungen vom Anprall des dunklen Leders zeigen. Bei &#8220;Lowkick&#8221;, sechzig Stufen über dem Fabrikhinterhof in der Berliner Urbanstraße, beginnt das Selbstverteidigungstraining für Mädchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Fenster zu bei laut!&#8221; hat jemand auf ein Blatt Papier geschrieben und es ans Fenster gepappt. Zitronengelbe Matten auf dem Boden. Boxsäcke sind an der Wand festgegurtet, die schon abgeplatzte Stellen und Verfärbungen vom Anprall des dunklen Leders zeigen. Bei &#8220;Lowkick&#8221;, sechzig Stufen über dem Fabrikhinterhof in der Berliner Urbanstraße, beginnt das Selbstverteidigungstraining für Mädchen ab acht. Die Kinder sind überdreht, ein Mädchen im Sternchen-T-Shirt umkreist den Raum und bellt. Zwölfjährige mit fest geschlungenen Kopftüchern tun erhaben&#8230;</p>
<p>Ganzen Text lesen: am 12. November 2011 in der Wochenendbeilage der Tageszeitung ND oder <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/210903.kronleuchter-boxsack.html">hier</a>.<br />
<a href="http://www.poliander.de/2011/01/21/bewegte-frauen-lowkick/">Poliander über Lowkick</a>.<br />
Koordinaten: 52° 28&#8242; 53&#8221; N, 13° 26&#8242; 7&#8242;, <a href="http://www.lowkick-berlin.de/">Lowkick</a></p>
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		<title>Precious Liquids, Reminiszenz</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 19:10:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Gegend]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzweg]]></category>
		<category><![CDATA[Ströme]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Du darfst nicht über die Brücke gehn!&#8221; Du darfst nicht über die Brücke gehen. Der schmale Fluss, mehr als ein Bach, im Park, jenseits der baufälligen Brücke (sie ist baufällig) ein verschlossenes Tor. Woher ich das weiß, ich weiß es nicht, die Leute sagen es. Ich nehme die Kamera. Eine Frau mit Kinderwagen kommt, zögert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3401" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/10/flüssiges-laufen.jpg"><img class="size-medium wp-image-3401" src="http://www.poliander.de/files/2011/10/flüssiges-laufen-300x224.jpg" alt="Auch die Luft verflüssigt." width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Auch die Luft verflüssigt.</p></div>
<p>&#8220;Du darfst nicht über die Brücke gehn!&#8221; Du darfst nicht über die Brücke gehen. Der schmale Fluss, mehr als ein Bach, im Park, jenseits der baufälligen Brücke (sie ist baufällig) ein verschlossenes Tor. Woher ich das weiß, ich weiß es nicht, die Leute sagen es. Ich nehme die Kamera. Eine Frau mit Kinderwagen kommt, zögert, ich senke die Kamera, ich habe Zeit heute genug gearbeitet, ich mache ein Foto, als sie vorbei ist, ich fotografiere schlecht, nur zur Erinnerung. Ich gehe tiefer in den Park, da sind Stimmen über dem Wasser und dem selbst unterm bewölkten Himmel goldflüssigen Laub, Goldfluss wie Blutfluss. <span id="more-3391"></span>Die Stimmen sind, kein Zweifel, künstlich, das hat eine Frau gemacht, denke ich (zwei, um genau zu sein), ich gehe weiter, es ist so feucht, die Stimmen werden lauter. Gänse landen, die Vögel schwimmen in Richtung der Stimmen, gehen nicht ans Ufer. Ein Mann mit albernem Riesenroller und ernstem Riesenhund kommt vorbei, er bleibt am Übertragungswagen stehen. Da, das muss das Fischhaus sein, rechts vom Ü-Wagen, Kabel im schlammigen Weg, und links eine Brücke, wieder, deren Tragebalken mit ein paar schräg liegenden Brettern bedeckt sind, &#8220;Brücke baufällig! Nicht betreten!&#8221;, als ob man das nicht sähe, dass kein Fuß aus Fleisch und Blut hier drüber geht, drunter das Wasser, grünlich, freigesetzt: precious liquids (Louise Bourgeois you remember), Fischhaus-Rückseite, große Planke mit kleinem Öffnungsquadrat, Lautsprecher, gegen die Nässe mit Müllsäcken bedeckt, jetzt halb entblößt, der Ursprung der flüssigen Stimmen. Vielleicht. Eine Frau joggt heran, die Seelen verstummen. Es war nur zur Probe. Ich gehe zur nächsten Brücke, sie führt ans Gatter, der Weg am Gatter führt zur Stadt, kleine Häuser, die Straße hoch, links liegt das Schloss, ich gehe hoch, das Schloss duckt unten, was duckt es sich, es ist ein Schloss. Ich schau runter, ich sehe: Der Fuhrpark ist zu repräsentativ, um vom Vordach verdeckt zu werden. Louise Bourgeois konnte Fließendes auch mit den Mitteln der Eingrenzung zeigen.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.poliander.de/2009/04/24/im-feuchten/">Feuchte Gärten Privatbesitz</a>, Liquid Souls: Komposition im Auftrag des SWR bei den <a href="http://www.swr.de/donaueschingen">Donaueschinger Musiktagen 2011</a>, Urheberinnen: Claudia Brieske, Franziska Baumann. <a href="http://www.centrepompidou.fr/education/ressources//ENS-bourgeois-EN//popup08.html">Precious Liquids</a>.</p>
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		<title>Im Untergrund bewegt sich das Salz</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/09/12/im-untergrund-bewegt-sich-salz/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 15:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnstation]]></category>
		<category><![CDATA[Hafenhotel]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt zwei Bahnhöfe in Lüneburg. Auf dem einen hält der ICE, von dem andern fahrn die Bähnchen ins Wendland, ja, da, dahin, die Strecke ist gemeint, über die auch die Brüder des Pollux rollen, der nämlich, Pollux meine ich, nicht bloß einen hat, und alle, alle heißen sie gleich. Lüneburg ist noch nicht Wendland, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3271" class="wp-caption alignleft" style="width: 173px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/09/turm-bus-lueneburg.jpg"><img class="size-medium wp-image-3271" src="http://www.poliander.de/files/2011/09/turm-bus-lueneburg-163x300.jpg" alt="Alles schief, hält trotzdem." width="163" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Alles schief, hält trotzdem.</p></div>
<p>Es gibt zwei Bahnhöfe in Lüneburg. Auf dem einen hält der ICE, von dem andern fahrn die Bähnchen ins Wendland, ja, da, dahin, die Strecke ist gemeint, über die auch die Brüder des Pollux rollen, der nämlich, Pollux meine ich, nicht bloß einen hat, und alle, alle heißen sie gleich. Lüneburg ist noch nicht Wendland, Lüneburg liegt am Rand der Heide, nicht mittendrin, nein, und der Fluss heißt die Ilmenau. Lüneburg sieht ganz aus wie eine Stadt für Touristen. Aber schön.<span id="more-3261"></span></p>
<p>Lüneburg ist alt und hatte einen kostbaren Hafen, um das Salz zu verschiffen, das unter Lüneburg in einem Salzstock liegt, und die Schiffe waren gar nicht groß, mit denen das geschah. So kostbar war das Salz, dass es sich lohnte, es mit kleinen Schiffen in die Welt zu bringen. Manche sagten, der Name der Stadt käme von <em>Luna</em>, und ließen sich halbe Monde in die Wappen und Hauszeichen fügen. Die Wissenschaft schritt fort, die Monde wurden abgeschlagen, als man zu meinen begann, der Name käme doch von <em>hliuni</em>, Zuflucht, von einer Burg der Billunger, die 951 eine Burg auf dem kalküberwölbten Salzstock bauten. Da gab es die Saline schon, und erst 1980 wurde sie geschlossen. Weil das Salz sich bewegte. Und es bewegt sich so, dass ganze Stadtteile sich senken, Kirchen in Schiefstand geraten. Lamberti wurde abgerissen, St. Johannis steht schief, aber steht. Ja, links schauen, aufs Bild! St. Nikolai steht auch, und um so fester. Das Schönste darin sind zwei moderne Fenster, durch die grau und zart das Licht fällt, und rot wie Blut ist Glas über diese neuen Fenster geflossen. Schön, ja. Das Allerschönste ist ein Altar, der zeigt die ganze Geschichte, den heiligen Comic und auch Polianders Lieblingsgeschichte, Karsamstag: Christus steigt von seinem Grab tiefer, in die Vorhölle hinab, von dort die Gerechten zu befrein, was nicht ohne <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Redentiner_Osterspiel">Streit mit den Teufeln</a> abging.</p>
<div id="attachment_3279" class="wp-caption alignleft" style="width: 161px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/09/christus-in-der-vorhoelle-lueneburg.jpg"><img class="size-medium wp-image-3279" src="http://www.poliander.de/files/2011/09/christus-in-der-vorhoelle-lueneburg-151x300.jpg" alt="Holt sie hier raus." width="151" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Holt sie hier raus.</p></div>
<p>Es ist, wie jeder bibelfeste Christ weiß, eine inoffizielle Geschichte, die nichtsdestotrotz im Mittelalter große Berühmtheit erlangte. Poliander malt sich aus, wie der Erlöser im Untergrund tätig wurde, den Streit und wie wohl die Gerechten überrascht waren. Die Flammen züngeln zwar, berühren aber die Gerechten nicht. Und die Teufel blicken stumm. Und in der Kirche ist es finster, wie das Bild zeigt. Poliander blitzt nicht in fremden Kirchen rum. Wer aufs Bild klickt, kann dennoch die Fratzen der Teufel erkennen. Draußen vor St. Nikolai wechseln Licht und Regenhuschen. Poliander fragt sich, was der viele Regen mit dem Salzstock macht, unter der Stadt. Sie bewegt sich noch immer. (Und das ist nicht der einzige Grund, warum P. und die anderen die Brüder des Pollux nicht wollen.) Und dann fahren sie raus, ins Wendische, wo der Mond weich und voll über den Feldern hängt, zu den Leuten, die den reichen Lüneburgern einst suspekt waren und jedem, der aufrichtig fragt, warum die Kreuze dort schräg stehen, so freundlich Bescheid sagen.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCneburg">53° 15&#8242; N, 10° 25&#8242; O</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Perspektive Wechselfrau. Polianders Lieblingssätze</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 20:49:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Große Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbild]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonja Eismann, Missy: &#8220;Wie erreicht man die Leute, ohne sie zu bevormunden?&#8221; Marianne Pitzen, Direktorin des Frauenmuseums Bonn: &#8220;Eine Einzelne kann sich durchsetzen und es schaffen. Aber sie kann nicht allein die Strukturen verändern. Das kann nur die Gruppe.&#8221; &#8220;Wir sollten selbstbewusst sein! Wir sind nicht so eine Art großer Kindergarten, wir müssen den Blick [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong></p>
<div id="attachment_2797" class="wp-caption alignleft" style="width: 270px"><strong><strong><a href="http://www.poliander.de/files/2011/04/stephanie-mueller-RAGarella.jpg"><img class="size-full wp-image-2797" src="http://www.poliander.de/files/2011/04/stephanie-mueller-RAGarella.jpg" alt="RAG*treasure - Stephanie Müller" width="260" height="339" /></a></strong></strong><p class="wp-caption-text">RAG*treasure - Stephanie Müller</p></div>
<p><strong><a href="http://missy-magazine.de/about/">Sonja Eismann</a>, Missy:</strong><br />
&#8220;Wie erreicht man die Leute, ohne sie zu bevormunden?&#8221;</p>
<p><strong>Marianne Pitzen, Direktorin des <a href="http://www.frauenmuseum.de/">Frauenmuseums</a> Bonn:</strong><br />
&#8220;Eine Einzelne kann sich durchsetzen und es schaffen. Aber sie kann nicht allein die Strukturen verändern. Das kann nur die Gruppe.&#8221;<br />
&#8220;Wir sollten selbstbewusst sein! Wir sind nicht so eine Art großer Kindergarten, wir müssen den Blick nach außen richten. Die jungen Frauen kommen nicht, wenn wir sie bitten, wir müssen ihnen etwas bieten. Die dürfen mal eine kleine Revolution machen, wenn ihnen das hier zu altmodisch ist, müssen sie sagen: Leute, gebt uns das Geld!&#8221;<br />
&#8220;Wir verstehen uns aus der Mitte der Gesellschaft. Unser letztes Thema war &#8216;Moneta. Das große Geld&#8217; <em>(zeigt den Katalog, spricht: &#8216;Werbung &#8211; immer dabei!&#8217;)</em>, nicht, wie arm Frauen sind, sondern wie Frauen an das große Geld kommen. Wir müssen die Welt ein bisschen erschrecken.&#8221;<span id="more-2787"></span></p>
<p><strong><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Halina_Bendkowski">Halina Bendkowski</a>, Agentin für Feminismus und Geschlechterdemokratie, angesprochen auf das Wort &#8220;Kleinfamilienhorror&#8221;:</strong><br />
&#8220;Ich bin erstaunt, wo haben Sie das gelesen, dass ich das geschrieben habe? Na, es wird nicht falsch sein.&#8221;</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.zkm.de/">Zentrum für Kunst und Medientechnologie</a>, 49° 0&#8242; 5&#8221; N, 8° 23&#8242; 1&#8221; O, Frauen Perspektiven Wechsel. <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/195879.solidaritaet-in-generation-und-schicht.html">Ulrike Gramanns Kongressbericht lesen</a>.</p>
<p>Alle hier zitierten Lieblingssätze Polianders wurden eilig in Handschrift notiert. Sollte eine sich falsch zitiert fühlen, bitte ich freundlich um <a href="http://www.poliander.de/ueber/">Nachricht</a>.</p>
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		<title>Billy Wilder</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/04/19/billy-wilder/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Apr 2011 22:55:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Absteigen]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Oh&#8221;, sagte die Frau, als sie den Sportwagen vor sich her in Richtung Ausgang schob und dabei zwischen Barhockern und dem  Tisch von Poliander und Polianders Begleiterin aneckte. Aus dem Wägelchen schauten zwei Hunde, einer klein und schwarz, der andere groß und hellbeige, beide mit samtglattem Fell und abgeplatteter Schnauze, während Poliander mit langem Arm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Oh&#8221;, sagte die Frau, als sie den Sportwagen vor sich her in Richtung Ausgang schob und dabei zwischen Barhockern und dem  Tisch von Poliander und Polianders Begleiterin aneckte. Aus dem Wägelchen schauten zwei Hunde, einer klein und schwarz, der andere groß und hellbeige, beide mit samtglattem Fell und abgeplatteter Schnauze, während Poliander mit langem Arm den Barhocker ein wenig beiseiterückte, so dass die Herrin der beiden Tiere deren Gefährt einfach würde durchschieben können. &#8220;Oh&#8221;, sagte Polianders hundekundige Begleiterin, &#8220;zwei Möpse!&#8221; <span id="more-2765"></span>Die Frau lächelte Polianders Begleiterin an, nahm die Hände vom Griff des Wagens und legte sie, in einer mehr sachverständigen als anzüglichen Geste locker auf ihre Brüste, um diese dann einige Male leicht auf und ab zu rucken, &#8220;zwei Möpse!&#8221;, wiederholte sie. Und während Poliander der Mund offen stehen blieb, erklärte die Frau in fehlerlosem, mit einem schönen Akzent versehenen Deutsch: &#8220;Das ist komisch im Deutschen, dass man solche Hunde Möpse nennt und auch das&#8221;, worauf sie nun erneut leicht ihre Brüste drückte. Sie trug ein anliegendes Kleid, darüber eine Lederjacke, die nur in Taillenhöhe geknöpft war, so dass das schöne, weiß-blaue Blumenmuster des Kleides Poliander ins Auge sprang. &#8220;Ja, das ist wahr&#8221;, sagte Polianders Begleiterin zu der Frau, die nun die Hände wieder um den Handgriff des Sportwagens schloss und ihn anschob, ihrerseits an den Schultern berührt von einem der beiden leicht untersetzten Männer, die hinter und mit ihr zum Ausgang strebten. &#8220;Einen schönen Abend noch die Damen!&#8221;, er nickte Poliander und Polianders Begleiterin zu.  Poliander nickte zurück, während Polianders Begleiterin sich bereits lachend zur Seite beugte. &#8220;Hast du die Schuhe gesehen?&#8221;, fragte Poliander. &#8220;Oh ja!, mindestens 12 cm Absatz.&#8221; Poliander nickte, &#8220;Ja, und an den Zehen offen!&#8221; Sie bestellten weitere Cocktails.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.hallohund.de/Hundewunsch/Der-richtige-Hund/Welche-Rasse-passt-zu-mir-Heute-Der-treue-Mops/781622">Mopshund</a>, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oMtCa-_ygto">Mopsgedicht</a></p>
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		<title>Flughafen Tempelhof befreit</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 12:10:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Blau]]></category>
		<category><![CDATA[Gegend]]></category>

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		<description><![CDATA[Leute gehen zu Fuß, rollern, skaten, fahren mit Rollschuhen, fahren mit Rädern, lassen Drachen fliegen, lassen sich von Drachen ziehen, sitzen im Gras, reden, schauen, schließen die Augen, halten das Gesicht in den Himmel. Freies Flugfeld, randständige Bäume, himmelbeschienene Fläche. Wir atmen die Unbebautheit. Koordinaten: 52° 28&#8242; 25&#8221; N, 13° 24&#8242; 6&#8221; O.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2691" class="wp-caption alignleft" style="width: 740px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/03/tempelhof-panoramic.jpg"><img class="size-full wp-image-2691" src="http://www.poliander.de/files/2011/03/tempelhof-panoramic.jpg" alt="Flugfeld Berlin Tempelhof im Frühling 2011" width="730" height="279" /></a><p class="wp-caption-text">Flugfeld Berlin Tempelhof im Frühling 2011</p></div>
<p>Leute gehen zu Fuß, rollern, skaten, fahren mit Rollschuhen, fahren mit Rädern, lassen Drachen fliegen, lassen sich von Drachen ziehen, sitzen im Gras, reden, schauen, schließen die Augen, halten das Gesicht in den Himmel. Freies Flugfeld, randständige Bäume, himmelbeschienene Fläche. Wir atmen die Unbebautheit.</p>
<p>Koordinaten: 52° 28&#8242; 25&#8221; N, 13° 24&#8242; 6&#8221; O.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Augenfängerinnen, Kinoleserinnen</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Feb 2011 22:05:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schönste Stellen]]></category>
		<category><![CDATA[Blau]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibwerk]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Gehn Sie halt auch mal ins Theater, nicht immer nur ins Kino&#8221;, sagte der Germanistikdozent und hob seine altachtundsechziger Augenbraue, damit niemand im überfüllten Seminarraum seine tiefe Missbilligung versäumte. Es war Kinotag. Poliander sank mit dem durchgesessnen Sessel fast bis auf den Fußboden. Kinolust kannte keinen Rückenschmerz. Tags schreiben, abends Kino. P.s Lieblingskino waren die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2573" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/02/asta-nielsen-im-schuber.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2573" title="Sternhafte Bände" src="http://www.poliander.de/files/2011/02/asta-nielsen-im-schuber-150x150.jpg" alt="Sternhafte Bände" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Sternhafte Bände</p></div>
<p>&#8220;Gehn Sie halt auch mal ins Theater, nicht immer nur ins Kino&#8221;, sagte der Germanistikdozent und hob seine altachtundsechziger Augenbraue, damit niemand im überfüllten Seminarraum seine tiefe Missbilligung versäumte. Es war Kinotag. Poliander sank mit dem durchgesessnen Sessel fast bis auf den Fußboden. Kinolust kannte keinen Rückenschmerz. Tags schreiben, abends Kino. P.s Lieblingskino waren die <a href="http://www.uwe-friedrich.com/Kino/source/30.html">Schlüter-Lichtspiele in der Schlüterstraße</a>, &#8220;Gefährliche Liebschaften&#8221;, immer kicherten sie, P. und P.s Begleiterin, wenn die Priester ihr englisches Latein aufsagten. Übrigens hatten sie den Lateinkurs geschmissen, P.s Freundin sagte: &#8220;Etwas derart Langweiliges kann ich nicht treiben&#8221;, aber im Kino, was!, da kannten sie ganze Passagen auswendig. &#8220;Literatur ist Text&#8221;, sagte der Dozent und saugte an dem Plastikhalm, der in die Tiefe einer Litermilchtüte führte, &#8220;Was gibt&#8217;s zu lachen?&#8221;, Germanistik war eine ernste Angelegenheit. Poliander lachte, ging ins Kino und schrieb.<span id="more-2561"></span></p>
<p>Kino kann man auch lesen. Nicht, dass Poliander das erst seit gestern weiß. Aber diesmal schleppt P. die Bücher mit sich rum wie die Katze ihr Junges. Sie sind schwer, sie sind substantiell. Es gibt noch andre Kinobücher, aber heute empfehlen wir dieses eine, dieses eine zu zweit. Es handelt von Asta Nielsen. P. hat schon einmal ein Buch über Asta Nielsen aus der Hand gegeben, das passiert P. aber nicht noch mal! Hier erfahren Sie alles. Warum die Vordertreppe etwas über das Hinterhaus erzählt. Warum man den Blick aus geschlossenen Augen sehen kann. Warum statt 5 Meter Weinen 2 Meter ausreichen. Warum manche Frauen im Kino 3 Sitze wollen. Was Hüte und Häuser gemeinsam haben. Über Produktion. Über Plakate. Und solche Sachen. P. kann noch mehr erzählen. Über die Autorinnen und ihr schönes Projekt hier lesen: <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/190744.was-wir-wollen-ist-relevant.html"><br />
Was wir wollen, ist relevant<br />
Von Ulrike Gramann<br />
</a>Erscheint am 12. Februar 2011.<a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/190744.was-wir-wollen-ist-relevant.html"></a></p>
<p>Ins Kino gehen.</p>
<p>Und die Bücher heißen so:</p>
<p><strong>Unmögliche Liebe. Asta Nielsen, ihr Kino</strong><br />
Herausgeberinnen: Heide Schlüpmann, Eric de Kuyper, Karola Gramann, Sabine Nessel, Michael Wedel<br />
<strong>Nachtfalter. Asta Nielsen, ihre Filme</strong><br />
Herausgeberinnen: Karola Gramann, Heide Schlüpmann<br />
Wien: <a href="http://filmarchiv.at/">verlag filmarchiv austria</a> 2010</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.frankfurt.de/">50° 7&#8242; N, 8° 41&#8242; O</a>. <a href="http://www.kinothek-asta-nielsen.de/">Kinothek Asta Nielsen</a>.<br />
Anmerkung der Geschichtsschreiberin: Das Schlüter in der Berliner Schlüterstraße bestand von 1912 bis 1996. Es wurde wegen einer unbezahlbaren Mietsteigerung geschlossen.</p>
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		<title>Beweglich in der Urbanstraße</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/01/21/bewegte-frauen-lowkick/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Jan 2011 00:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>
		<category><![CDATA[Umsteigen]]></category>

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		<description><![CDATA[Grauer Januar, Split-Splitter knirschen untern Sohlen zehnzentimeterdick. Schnee zerfließt, Parkwege bleiben vereist, Wasser schwimmt sich selbst über die buckligen Spiegel, Weihnachtsbäume fliegen aus Fenstern, erwarten geduldig die Müllabfuhr, was bleibt ihnen auch?  Polianders Gefährtin zuckt&#8217;s in den Muskeln. Wir gehn heute nicht ins Kino, wir stehn nicht in Ausstellungen rum, wir liegen nicht mit dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2491" class="wp-caption alignleft" style="width: 261px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/01/lowkick-kondition.jpg"><img class="size-full wp-image-2491" title="Foto: Anne Hierholz" src="http://www.poliander.de/files/2011/01/lowkick-kondition.jpg" alt="Foto: Anne Hierholz" width="251" height="141" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Inken Waehner</p></div>
<p>Grauer Januar, Split-Splitter knirschen untern Sohlen zehnzentimeterdick. Schnee zerfließt, Parkwege bleiben vereist, Wasser schwimmt sich selbst über die buckligen Spiegel, Weihnachtsbäume fliegen aus Fenstern, erwarten geduldig die Müllabfuhr, was bleibt ihnen auch?  Polianders Gefährtin zuckt&#8217;s in den Muskeln. Wir gehn heute nicht ins Kino, wir stehn nicht in Ausstellungen rum, wir liegen nicht mit dem Buch auf dem Bauch. Wir nehmen die nächste Bahn zum <a href="http://www.berlin-hermannplatz.de/">Hermannplatz</a>.<span id="more-2459"></span> Übern U-Bahnhof schlabbern Trainingshosen, offne Turnschuhe schlurfen die Rolltreppe an, im Wiegeschritt geht, wer vor Kraft kaum laufen kann, dem Bier am Kioskfenster entgegen. Nee, das sind Vorurteile, Berlin ist ganz anders, Berlin ist <a href="http://www.peterfox.de/index.php?videogallery/videoindex/16">so</a>. Nee, so männlich ist es nun wieder nicht am Hermannplatz, sagt Polianders Gefährtin, deutet von der U-Bahn zur Urban. Schwester Leichtfuß guckt, Schwester Leichtfuß kichert, die Gefährtin hüpft die Bröckeltreppe rauf, Neukölln ist ein Ort zum Umsteigen, Hermannplatz ist ein Ort zum Aufsteigen: 60 Stufen, Schuhe fliegen von den Füßen. Barfuß auf den Matten, aber hier ist&#8217;s nicht gemütlich, hier ist&#8217;s beweglich. Verheißungsvoll schwingt der Kronleuchter</p>
<div id="attachment_2495" class="wp-caption alignleft" style="width: 261px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/01/lowkick-selbstverteidigung.jpg"><img class="size-full wp-image-2495" title="Foto: Anne Hierholz" src="http://www.poliander.de/files/2011/01/lowkick-selbstverteidigung.jpg" alt="Foto: Anne Hierholz" width="251" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Inken Waehner</p></div>
<p>im Sportverein. Schwester Leichtfuß grinst, eilt mit dem Rucksack in die Umkleide. Gefährtin dehnt das Gebein und prüft die Sandsäcke. Leichtfuß tippt an einen Ball, der springt zurück, beide, Leichtfuß und Gefährtin beugen blitzschnell den Nacken, der Ball saust vorbei, sie kommen hoch, beugen das Rückgrat locker zur Gegenseite. Ja was dachten Sie denn?, fragt die Gefährtin, schaut raus aus lauter Text, sie schüttelt die Strähnen: Was dachten Sie denn, Liebe? Dachten wohl, wir steigen hier die Zeiten auf und ab und haben kein Training? Nee. Leichtfuß grinst wieder. Wer Zeit und Raum durcheilt, muss Muskeln haben. Leichtfuß federt übern gelben Mattenboden, Gefährtin rollt übern Ball und beugt den Oberarm.  Ach nee, sagt die eine, und wo sind die andern? Sie kommen getrödelt, sie machen sich lang, beugen den Zeh, winken mit Augen, lassen Rucksäcke fliegen, auch das Fenster fliegt auf, Luft fliegt rein, zickzack laufen Achte durch den Raum und laufen gleich Achten, beugen beweglich die Hüften, treten elegant in die Luft. Zusammengezogne Brauen, feste Konzentration, lockere Haken, fix geschlagen. Was sagnse? Zu gesellig das Ganze? Zuviel Spaß für höheren Ernst und düsteren Intellekt? Zu wenig Rückenschmerz, um geistig beweglich zu sein?  Polianders Gefährtin schüttelt paar Worte aus dem Ärmel, klopft Leichtfuß&#8217; Rücken auf Buchstaben ab. Sie kullern eins zwei viele in ihre Hand, mehr, als Hosentaschen fassen können.</p>
<p>Koordinaten: 52° 29&#8242; 14&#8221; N, 13° 25&#8242; 20&#8221; O, <a href="http://www.lowkick-berlin.de/">Lowkick e.V. für Frauen am Hermannplatz</a>: &#8220;Du musst keine geborene Kämpferin sein, um mit uns zu trainieren.&#8221;</p>
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