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	<title>Polianders Zeitreisen &#187; Ohrenschmaus</title>
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	<description>ULRIKE GRAMANN SCHWENKT DEN HUT</description>
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		<title>Bleibende Werte: Poliander hört Radio</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 12:52:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Souvenir]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Radio läuft, das brachte Polianders Begleiter schon manchmal auf die Palme. Morgens, abends, zwischendurch, bei der ersten oder dritten Tasse Tee. Aktuelles aus Politik und Wirtschaft, da kommen die Einfamilienhausbesitzer in ihrer Einfamilienhaushölle ins Schwitzen, dazu ist eine Hölle ja auch da, nicht wahr? Und dann die Wetterberichte:  Sturm und Gewitterdonner im Januar. Poliander [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Radio läuft, das brachte Polianders Begleiter schon manchmal auf die Palme. Morgens, abends, zwischendurch, bei der ersten oder dritten Tasse Tee. Aktuelles aus Politik und Wirtschaft, da kommen die Einfamilienhausbesitzer in ihrer Einfamilienhaushölle ins Schwitzen, dazu ist eine Hölle ja auch da, nicht wahr? Und dann die Wetterberichte:  Sturm und Gewitterdonner im Januar. Poliander hört die Nachrichten, wartet ab und trinkt Tee. Das ist jetzt aber keine aktuelle Anspielung, weder politisch noch sexuell!</p>
<p><span id="more-3801"></span>Poliander musste einfach nur mal 119 Jahre warten und Tee trinken, schon berichtet das Radio über die skandalöse und wundervolle Gründung des ersten deutschen Mädchengymnasiums durch die <a href="http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/hedwig-kettler/">Frauenrechtlerin Hedwig Kettler</a>, 1893 in Karlsruhe. Aus dem Gymnasium ging später jene Schule hervor, die, seit 1973 in Koedukation, heute den Namen Lessings trägt. Nichts gegen Lessing, doch schade ist es schon,  dass das Lehrerkollegium 1993 eine Umbenennung in Hedwig-Kettler-Gymnasium ablehnte. Aber jetzt der Deutschlandfunk: 2012 erinnert er an die Frau, und das ist, da ihr Name nicht grade an allen Ecken ertönt, ein bleibender Wert. Denn Einfamilienhaus vergeht, höhere Bildung besteht!</p>
<p>Koordinaten: Schöne Sendung <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/">Kalenderblatt</a>. <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kalenderblatt/1640028/">Hedwig Kettler im DLF-Kalenderblatt vom 5. Januar 2012</a> (Manuskript).<br />
Hinweis: Bleibende Werte sind nicht immer mit bleibenden Links verbunden, deshalb: Gleich lesen!</p>
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		<title>Sie leiden an Heimatgefühlen?</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 20:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Durchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Schlechter Stern]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie fühlen in dieser Jahreszeit Nostalgie nach Ihrer verflossenen Kindheit oder anderen schweren Lebensumständen? Sie brauchen Urlaub, kennen aber keinen Industriellen, der Ihnen dafür seine Finca zur Verfügung stellt? Sie werden ohne literarische Unterstützung nicht mit der akuten Adventskrise fertig? Sie brauchen poetische Schützenhilfe, um politisch wieder klar zu werden? Poliander empfiehlt: &#8220;Die Froschfotzenlederfabrik&#8221;, Hörspiel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie fühlen in dieser Jahreszeit Nostalgie nach Ihrer verflossenen Kindheit oder anderen schweren Lebensumständen? Sie brauchen Urlaub, kennen aber keinen Industriellen, der Ihnen dafür seine Finca zur Verfügung stellt? Sie werden ohne literarische Unterstützung nicht mit der akuten Adventskrise fertig? Sie brauchen poetische Schützenhilfe, um politisch wieder klar zu werden?</p>
<p>Poliander empfiehlt: <a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/hoerspiel-studio/die-froschfotzenlederfabrik/-/id=660014/nid=660014/did=8838402/1p75qc2/">&#8220;Die Froschfotzenlederfabrik&#8221;</a>, Hörspiel von Oliver Kluck, Regie Leonhard Koppelmann.</p>
<p>Koordinaten: SWR2, <a href="http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/hoerspiel-studio/die-froschfotzenlederfabrik/-/id=660014/nid=660014/did=8838402/1p75qc2/">Inhaltsangabe und online hören hier</a>, und zwar noch bis zum 23. Dezember 2011, 22:30 Uhr.</p>
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		<title>90 Jahre Musik im Pelz</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Oct 2011 15:23:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Bahnstation]]></category>
		<category><![CDATA[Große Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Leuchtfeuer]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; Kulturamtsleiter Riedmann sagt: »Die Donaueschinger betrachten die Musiktage mit Neugierde &#8211; und mit Skepsis.« Sind denn nicht oft Donaueschinger selbst beteiligt? Innenmarketing wäre es nicht, aber wenn es ins künstlerische Konzept passe, 300 Blasmusiker finde man durchaus. 2006 waren es sogar 350, die der amerikanische Komponist Alvin Curran für seine Performance »Oh Brass on [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3413" class="wp-caption alignleft" style="width: 197px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/10/FF-Sammlungen-bei-Nacht.jpg"><img class="size-medium wp-image-3413" src="http://www.poliander.de/files/2011/10/FF-Sammlungen-bei-Nacht-187x300.jpg" alt="Nachtmusik in Donaueschingen" width="187" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Nachtmusik in Donaueschingen</p></div>
<p>&#8230; Kulturamtsleiter Riedmann sagt: »Die Donaueschinger betrachten die Musiktage mit Neugierde &#8211; und mit Skepsis.« Sind denn nicht oft Donaueschinger selbst beteiligt? Innenmarketing wäre es nicht, aber wenn es ins künstlerische Konzept passe, 300 Blasmusiker finde man durchaus. 2006 waren es sogar 350, die der amerikanische Komponist Alvin Curran für seine Performance »Oh Brass on the Grass Alas« in den Blaskapellen von Donaueschingen und der unmittelbaren Umgebung fand. Auch Poliander und ich drängten uns mit anderen Stehplatzinhabern<span id="more-3411"></span>  auf der Empore der Erich-Kästner-Sporthalle und beobachteten, wie weit jenseits der großen Fensterwand Jugendliche und Erwachsene aus dem Wald und, immer blasend, über das Feld kamen. Einweiser stellten sie zu geometrischen Formationen zusammen. Am Ende zogen sie ums Haus und bliesen Bach »Es ist genug«. Wer nicht ergriffen war, hatte kein Herz&#8230;</p>
<p>Donaueschingen: ein 21.000-Seelen-Städtchen, Zuhause der Donaueschinger Musiktage. Kleine Stadt am Schwarzwaldrand und Musik-Avantgarde &#8211; wie verträgt sich das?</p>
<p>Poliander  besuchte Donaueschingen vor den Musiktagen im 90. Jahr:<br />
Reportage von Ulrike Gramann am 15. Oktober 2011 in der Tageszeitung ND, direkt zum ganzen Text <a href="http://www.neues-deutschland.de/artikel/208989.90-jahre-laus-im-ohr.html">hier</a>.</p>
<p>Koordinaten: 47° 57&#8242; 11&#8221; N, 8° 30&#8242; 12&#8221; O, <a href="http://www.swr.de/swr2/musik/-/id=661124/did=8747254/pv=mplayer/vv=popup/nid=661124/r6szw4/index.html">Hörermeinungen beim SWR</a>.</p>
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		<title>Mehr bessere Laune im Novaugustvember</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/08/10/bessere-laune-im-stiefelsommer/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 09:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Durchzug in Berlin, Schauer, Passanten ziehn die Schultern hoch. Niemand lässt die Jacke offen, unterm Reißverschluss bleibt das S verborgen, Superman inkognito. Stiefelsommer: Man lächelt sparsam. Eine Tasche geht vorbei: Plastikplane, wetterfest, Aufschrift: North Face. Der englische Gitarrist ist abgereist, kein heiseres Singen mehr im U-Bahn-Bereich, das Schimpfen: Keiner zahlt!, bleibt aus. Fußgänger mit Herbstdepression. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3195" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/08/rue-des-rosiers-paris.jpg"><img class="size-medium wp-image-3195" src="http://www.poliander.de/files/2011/08/rue-des-rosiers-paris-300x168.jpg" alt="Tiger in der Rue des Rosiers, November 2010" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Tiger in der Rue des Rosiers, Paris, November 2010</p></div>
<p>Durchzug in Berlin, Schauer, Passanten ziehn die Schultern hoch. Niemand lässt die Jacke offen, unterm Reißverschluss bleibt das S verborgen, Superman inkognito.<span id="more-3183"></span></p>
<p>Stiefelsommer: Man lächelt sparsam. Eine Tasche geht vorbei: Plastikplane, wetterfest, Aufschrift: North Face.</p>
<p>Der englische Gitarrist ist abgereist, kein heiseres Singen mehr im U-Bahn-Bereich, das Schimpfen: Keiner zahlt!, bleibt aus. Fußgänger mit Herbstdepression.<br />
Launen aus, Lautsprecher an: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sp3G50jBRuU">Les passants</a><br />
(Jaja, Leserin, auf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sp3G50jBRuU">Les passants</a> klicken!)<br />
Laune steigern? <a href="http://www.youtube.com/watch?v=AQ9zeDd0mpg">Hit!</a><br />
Koordinaten: 52° 33&#8242; N, 13° 22&#8242; O, 48° 50&#8242; N, 2° 19&#8242; O, Musik: <a href="http://www.zazofficial.com/fr">ZAZ</a></p>
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		<title>Bombarde blasen</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/10/24/bombarde-blasen/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 Oct 2010 23:17:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Endstation]]></category>
		<category><![CDATA[Magie]]></category>

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		<description><![CDATA[Es soll aber das Spiel der Bombarden des Teufels und in den Kirchen verboten gewesen sein.  Zack! wurde zu Holz im Geschnitz des Chorgestühls, wer das Verbot übertrat, der spielt für immer. Koordinaten:  48° 41&#8242; N, 3° 59&#8242; W, St. Pol de Leon Sehen: schönes Exemplar in der Encyclopaedia Britannica Hören: Bombarde et biniou Mehr:  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1987" class="wp-caption alignleft" style="width: 227px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/10/chorgestühl_st_pol_de_leon.jpg"><img class="size-medium wp-image-1987" title="Chorgestühl in St. Pol de Leon" src="http://www.poliander.de/files/2010/10/chorgestühl_st_pol_de_leon-217x300.jpg" alt="Für immer Spiel" width="217" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Spielwerk</p></div>
<p>Es soll aber das Spiel der Bombarden des Teufels und in den Kirchen verboten gewesen sein.  Zack! wurde zu Holz im Geschnitz des Chorgestühls, wer das Verbot übertrat, der spielt für immer.</p>
<p>Koordinaten:  48° 41&#8242; N, 3° 59&#8242; W, St. Pol de Leon<br />
Sehen: schönes <a href="http://www.britannica.com/EBchecked/topic/72508/bombarde">Exemplar in der Encyclopaedia Britannica</a><br />
Hören: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=rDwfBx2MzYc&amp;NR=1">Bombarde et biniou</a><br />
Mehr:  <a href="http://www.youtube.com/watch?v=-f3nsTqfcwg&amp;feature=related">C&#8217;est magnifique!</a></p>
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		<title>Rimbaud, zufällige Begegnung</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/09/12/rimbaud-zufaellige-begegnung/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 16:19:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbild]]></category>

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		<description><![CDATA[J&#8217;inventai la couleur des voyelles ! &#8211; A noir, E blanc, I rouge, O bleu, U vert. &#8211; Je réglai la forme et le mouvement de chaque consonne, et, avec des rythmes instinctifs, je me flattai d&#8217;inventer un verbe poétique accessible, un jour ou l&#8217;autre, à tous les sens. Je réservais la traduction. (aus: Une [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1793" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/09/landerneau-rimbaud-web.jpg"><img class="size-medium wp-image-1793" title="Pochoir, gesehen auf einer Hauswand in Landerneau" src="http://www.poliander.de/files/2010/09/landerneau-rimbaud-web-225x300.jpg" alt="Pochoir, gesehen auf einer Hauswand in Landerneau" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Auf einer Hauswand in Landerneau</p></div>
<p>J&#8217;inventai la couleur des voyelles ! &#8211; A noir, E blanc, I rouge, O bleu, U vert. &#8211; Je réglai la forme et le mouvement de chaque consonne, et, avec des rythmes instinctifs, je me flattai d&#8217;inventer un verbe poétique accessible, un jour ou l&#8217;autre, à tous les sens. Je réservais la traduction.<br />
<em>(aus: Une saison en enfer, DELIRES II ALCHIMIE DU VERBE, zitiert nach: Arthur Rimbaud, Gedichte. Leipzig: Reclam 1989)</em></p>
<p>Sie begegnen Poliander: <a href="http://www.kettererkunst.de/lexikon/pochoir.shtml">Pochoirs</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stencil">Stencils</a> an Häuserwänden, in Städten, an den Wänden verlassner Buden auf dem Land, Mauern aller Art, P. sucht diese Bildchen mit den Augen, liebt ihre strenge Technik, die sie wiederholbar macht. Genau so. Nie genau so, unterschiedlich je nach Unebenheit des Untergrunds oder nach Eile der Person, die sie aufbrachte, nach der Viskosität der Sprühfarbe, an den Rändern von Mal zu Mal ein wenig verwischter, indem die Schablone weich wird, wenn sie aus Pappe ist, vielleicht- Eine kleine Stadt in der Bretagne, ein paar Straßen entfernt von der Brücke, dem Hauptplatz, dem Markt und dem Office de Tourisme, der Waschsalon könnte in der Nähe gewesen sein oder die kleinere Bäckerei, etwas mit Geruch jedenfalls, eine Bar-Tabak, in der eine zerlesene Ouest-France auf dem Tresen lag, Rimbaud wie ein Schlag, blitzartige Erinnerung, an jene Stunde am Hügel, als der Kunstdozent, Verfasser eines Kinderbuchs über griechische Mythologie, behauptete, das gebe es nicht, das könne es niemals geben, dass Vokale Farben hätten oder Tonfolgen farbige Flächen ergäben. Vor dem Fenster klirrte das Laub, gefärbt von der Saison und und jenem schwer zu atmenden Gasgemisch, das dazu führte, dass P. abends einen Schnaps wollte und ein Reclamheft.</p>
<p>Koordinaten: 48° 27&#8242;    6&#8243; N, 4° 14&#8242; 53&#8243; W<br />
Selber lesen: <a href="http://www.azurs.net/arthur-rimbaud/rimbaud_listp.htm#9">Une saison en enfer</a><br />
Etwas anderes sehen: <a href="http://www.poliander.de/2010/07/20/nabel-der-welt/">Stencil, gesehen auf einem Straßenmöbel in Berlin</a></p>
<div id="_mcePaste" style="width: 1px;height: 1px;overflow: hidden">J&#8217;inventai la couleur des voyelles ! &#8211; A noir, E blanc, I rouge, O bleu, U vert. &#8211; Je réglai la forme et le mouvement de chaque consonne, et, avec des rythmes instinctifs, je me flattai d&#8217;inventer un verbe poétique accessible, un jour ou l&#8217;autre, à tous les sens. Je réservais la traduction.</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Reh</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/07/27/reh/</link>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 09:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Schlechter Stern]]></category>

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		<description><![CDATA[Mann mit spitzem Bart: (ins Klapphandy) Stell dir vor, du kriechst mit einma son Kind offs Auche gedrückt. &#8220;Da, halt ma, deine Nichte.&#8221; Du willst det gar nich, und denn stehste da wie, also wie soll ick, also wie son Reh aufer Schnellstraße, und dir kommt n Lastwachen entgechen mit Aufblendlicht. Und denn saß ick [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mann mit spitzem Bart:</em><em> (ins Klapphandy)</em> Stell dir vor, du kriechst mit einma son Kind offs Auche gedrückt. &#8220;Da, halt ma, deine Nichte.&#8221; Du willst det gar nich, und denn stehste da wie, also wie soll ick, also wie son Reh aufer Schnellstraße, und dir kommt n Lastwachen entgechen mit Aufblendlicht. Und denn saß ick da auf der Couch und hat die so festgehalten, also das wollt ick ja gar nich! Und sacht nischt, kann se ja nich, un ick sach ooch nischt, und denn hat se sich mir entwunden und is offn Teppich gefalln. Und denn isse erst ma so untern Tisch und kommt hoch und denn an die Ecke dran mittn Kopf. Und denn hat se erst ma gar nischt gesacht, konntse ja nich. Und denn sah man so an den Oochen, wie ihr langsam die Erkenntnis dämmerte, also der Zusammenhang zwischen den Runterfallen und den Tisch und den Schmerz, sah man regelrecht. Und dann hat se erst geschrien. Un ihre große Schwester kommt ausn Nachbarzimmer und nimmt se hoch und duddelt se, und denn kommt ihre Mutter und duddelt se och, un blökt aber dabei immer mich an. Wat ick forn schlechter Mensch bin un so weiter. Und ich sach nur: „Awer du hast mir doch det Kind offs Auche gedrückt.“<br />
<em>Poliander: (steigt aus)</em></p>
<p>Koordinaten: S 41 Wedding, Gesundbrunnen, Schönhauser Allee<br />
<a href="http://www.poliander.de/2010/02/23/wish-you-were-here/">Mehr von Poliander in der S-Bahn</a></p>
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		<title>Poliander erzählt</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/05/17/mittelalter-literatur-fest/</link>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 16:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Die wilde, unanständige, gewalttätige und am Ende auch lehrreiche Geschichte von Meetchens Hochzeit&#8221; Nach Motiven von Wittenwiler erzählt von Ulrike Gramann Für alle, die Ohren haben zu hören und Augen zu sehn, erzählt und gelesen von der Verfasserin am 11. Juni 2010 Schlag 19 Uhr im Atelier Else Gold am Hahnemannsplatz 9 in Meißen Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1343" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/05/Löwen-und-Böckchen.JPG"><img class="size-medium wp-image-1343" src="http://www.poliander.de/files/2010/05/Löwen-und-Böckchen-300x208.jpg" alt="Kein Frieden zwischen Löwen und Böcklein" width="300" height="208" /></a><p class="wp-caption-text">Was geschieht zwischen Löwen und Böcklein?</p></div>
<p><strong>&#8220;Die wilde, unanständige, gewalttätige und am Ende auch lehrreiche Geschichte von Meetchens Hochzeit&#8221;</strong></p>
<p>Nach Motiven von Wittenwiler erzählt von Ulrike Gramann</p>
<p>Für alle, die Ohren haben zu hören und Augen zu sehn, erzählt und gelesen von der Verfasserin</p>
<p>am 11. Juni 2010 Schlag 19 Uhr<br />
im Atelier Else Gold<br />
am Hahnemannsplatz 9 in Meißen<span id="more-1341"></span></p>
<p>Die Erzählung von Meetchens Hochzeit wird auch, und zwar gesetzt, gedruckt und gebunden von <a href="http://www.buchbinderei-carla-schwiegk.de/">Carla Schwiegk</a>, in einem Büchlein feil und zu haben sein, das grad am 11. Juni zum ersten Mal dem hochverehrten Publikum präsentiert wird. Zu sehen sind <a href="http://www.elsegold.de/">Else Golds</a> Objekte und Assemblagen von heiligen Legenden und Zeichnungen von <a href="http://www.weherbst.de/">Wolfgang E. Herbst</a>. Alle, die heutigentags zu Text, Buch und Bild beigetragen, werden anwesend sein und Rede und Antwort stehn.</p>
<p><strong>Neugierige von nah und fern sind herzlich willkommen!</strong></p>
<p>Koordinaten: 51° 10′ N, 13° 29′ O, 11. Juni, <a href="http://www.literaturfest-meissen.de/">Mittelalter-Literaturfest</a>, <a href="http://www.elsegold.de/">Else Gold</a>, <a href="http://www.weherbst.de">Wolfgang E. Herbst</a>, <a href="http://www.buchbinderei-carla-schwiegk.de">Carla Schwiegk</a><br />
Löwen und Böcklein: Dom, Mainz.<br />
Hören: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=9hB7Lt7a4eI&amp;feature=related">Es fuegt sich</a> (Oswald von Wolkenstein, Wittenwilers Zeitgenosse)</p>
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		<title>Poliander rückwärts</title>
		<link>http://www.poliander.de/2009/12/23/fur-immer-westberlin/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 10:19:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Magie]]></category>
		<category><![CDATA[Souvenir]]></category>
		<category><![CDATA[Völkerwanderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Fragt mich das alte Westberlin: &#8220;Gehn wir mal in die Badensche?&#8221;, ja, gehn wir hin. Die Badensche Straße liegt dunkel, die Fenster haben die Jalousie übers Gesicht gezogen, die hängt noch so vom Sommer, oder hängt die immer so, ja die hängt immer so. &#8220;Ihr seht aus, als wär draußen Winter&#8221;, ruft der Wirt.Es ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1001" class="wp-caption alignleft" style="width: 233px"><a href="http://www.poliander.de/files/2009/12/westhafen.JPG"><img class="size-medium wp-image-1001" src="http://www.poliander.de/files/2009/12/westhafen-223x300.jpg" alt="Alter Westhafen" width="223" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Alter Westhafen</p></div>
<p>Fragt mich das alte Westberlin: &#8220;Gehn wir mal in die Badensche?&#8221;, ja, gehn wir hin. Die Badensche Straße liegt dunkel, die Fenster haben die Jalousie übers Gesicht gezogen, die hängt noch so vom Sommer, oder hängt die immer so, ja die hängt immer so. &#8220;Ihr seht aus, als wär draußen Winter&#8221;, ruft der Wirt.<span id="more-983"></span>Es ist warm, innen, es ist Freitag, als wir das letzte Mal hier waren, war es voll, nicht, dass wer denkt, das wär in den Achtzigern gewesen, oder doch, sicher bin ich nicht, es wäre, zum Beispiel, der 15. Juli 89, dagegen spricht das Wetter und dass es dunkel ist draußen, und nicht, dass ich wüsste, wer am 15. Juli 89 hier gespielt hat oder welcher Wochentag das war, es ist ein Beispiel. Es könnte auch der 27. November 1988 sein. Dafür spricht der mit dem mickrigen Zopf, der jetzt hinter die Bühne rennt, wieder vorkommt, wieder hinter rennt. Später wird er mit anfassen, wenn die Pianistin das Klavier entkleidet. Nicht dass er hier angestellt wäre, er sitzt an der Bar, oder doch, man weiß nie. &#8220;Da saß er auch letztes Mal, als diese Sängerin&#8221;, sagt Westberlin zu mir, &#8220;bitte erinnere dich doch mal, genau, du hattest dieses Hemd an, zu aufgeknöpft, wenn du mich fragst&#8221;, das kann nicht sein, sage ich, aber ich erinnere mich genau. Da mussten wir schon rausgehen zum Rauchen.  Undenkbar in den echten Achtzigern, ich gebe es zu. Ich habe den ersten Wein getrunken, im alten Westberlin trank man Bier und Wein und niemals Schorle. Ich also, ja, Wein, ja, getrunken, als sie kommt. Sie ist wie damals, das Kleid, von dem sie die Jacke abzieht, rückenfrei und schwarz, an den Nähten schon etwas grau, genau zu sein. Sagte ich, dass wir sitzen, in dem Raum, wo das Podium steht? Wirst du alt? &#8220;Nee&#8221;, sagt er, ganz altes Westberlin, &#8220;du bist das doch, die immer ganz  genau sehen will.&#8221; Das stimmt. Aber ich würde trotzdem lieber bei der Bar stehn, den Typen mit dem Mickerzopf im Rücken und zwei drei andre im Blickfeld, uneindeutige Botschaften tauschen, nur so, sag ich mal, keine Sorge. Jetzt kommt auch sie, braune Haare, braunes Kleid, ist jetzt aber ein Stilbruch, so ein Koller mit roten Blumen drauf, sind wir denn in den Sechzigern? Dafür ist sie auch zu jung, spielt Saxophon, ist eine Überraschung. Die Pianistin nicht. Sie spielt wie immer, sogar wie im Haus der Jungen Talente, das war im alten Ostberlin, das nicht alt wurde, aber sein Gesicht trotzdem verlor. Sie, die Klavier spielt, hat ihr Gesicht noch, greller jetzt, das kommt von Westberlin, einer trüben Droge, wenn man mich fragt, ich bin auch drauf. Sie spielt genau wie immer, ich weiß jetzt schon, was kommt, es ist kalt und heiß wie immer, gefällt nicht allen, Ornette Colemann, das steckt dahinter, manchmal huscht ein Melodiestreif durch wie ein Erkennen, nur ich erkenne vor allem sie, die sich verliert, &#8220;perdido&#8221;, das haben sie damals bei Amiga verkauft, das nur am Rande, sage ich zum alten Westberlin, Luftballons flogen über die Plattenhülle, es war der Montagstermin, aber früher 87 oder sogar 86, wer weiß, sie war größer damals, der Rücken frei, sie war kalt und glitzerte, wenn sie lachte, sie wohnte in Westberlin. Jetzt nimmt sie Aluminiumfolie aus einer Tüte und klemmt sie zwischen die Saiten. Ein Begeisterter beim Piano ist halb so alt, klatscht doppelt so heftig, muss hier eingeflogen sein, man ist nicht mehr kühl und melancholisch, nur ich. Rechts sitzt ein Mann und schreibt und schreibt, er schreibt nicht von der Musik ab, sondern aus seinem Kopf, was der wohl hört. Und ich trinke und trinke mit Westberlin und sehe den Rücken der Pianistin, dann ist das Saxophon still (ja, es ist schön, das Saxophon), die Pianistin greift mit einer Hand über die andere, hört sich zu, weiß, was sie tut, haut mit dem Ellenbogen auf die Tasten, so war, ist es, wird es sein. Später dann und dazwischen, die Überraschung, die Klarinette. Von jetzt, wenn Sie wissen, was jetzt ist.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.badenscher-hof.de/">Jazzklub</a>. Sehr alt. <a href="http://www.akitakase.com/">Aki Takase</a> (p),  Silke Eberhart (sax).</p>
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		<title>Wahnwa</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 16:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wegelagerei]]></category>

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		<description><![CDATA[Frau (lehnt sich über den Koffer, mit dem sie den Zugang zu ihrem Abteil verstellt hat): Wahnwa jetz schon in Fulda oda nich? Poliander (kommt aus Richtung von Wagen 8, trägt eine Teetasse): ? Frau: Wahnwa jetz schon in Fulda oda nich? Poliander (noch nicht ganz auf Höhe der Abteiltür): Sprechen Sie mit mir? Frau: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Frau (lehnt sich über den Koffer, mit dem sie den Zugang zu ihrem Abteil verstellt hat)</em>: Wahnwa jetz schon in Fulda oda nich?<em><br />
Poliander (kommt aus Richtung von Wagen 8, trägt eine Teetasse)</em>: ?<em><br />
Frau</em>: Wahnwa jetz schon in Fulda oda nich?<em><br />
Poliander (noch nicht ganz auf Höhe der Abteiltür)</em>: Sprechen Sie mit mir?<em><br />
Frau</em>: Ja.<em><br />
<span id="more-733"></span><br />
Poliander (auf Höhe der Abteiltür)</em>: Was haben Sie gefragt?<em><br />
Frau</em>: Wahnwa jetz schon in Fulda oda nich?<em><br />
Poliander</em>: Ich weiß nicht.<em><br />
Frau</em>: Weil ja keena mehr durchkommt.<em><br />
Poliander</em>: Der nächste Bahnhof wird normalerweise auf dem Monitor dort angezeigt <em>(deutet)</em>.<em><br />
Frau</em>: Un was steht da?<em><br />
Poliander</em>: Das kann ich von hier nicht lesen.<em><br />
Frau (lehnt sich über ihren Koffer, schaut zum Monitor, dann empört)</em>: Ich och nich!<em><br />
Poliander (ab)</em>.</p>
<p>Koordinaten: Zeitvertreib in Wagen 7, ICE nach Berlin zwischen Frankfurt und Kassel</p>
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