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	<title>Polianders Zeitreisen &#187; Erregung</title>
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	<description>ULRIKE GRAMANN SCHWENKT DEN HUT</description>
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		<title>Die Erinnerung schnauzt</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Sep 2011 08:46:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Endstation]]></category>
		<category><![CDATA[Worte und Sprüche]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Niemand&#8221;, sagte P., &#8220;niemand von uns wäre auf die Idee gekommen, den Tränenbunker als Palast zu bezeichnen.&#8221; Koordinaten: 52° 31&#8242; 13&#8221; N, 13° 23&#8242; 13&#8221; O, 1961 bis 1989, Berliner Schnauze, bündig erklärt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Niemand&#8221;, sagte P., &#8220;niemand von uns wäre auf die Idee gekommen, den Tränenbunker als Palast zu bezeichnen.&#8221;</p>
<p>Koordinaten: 52° 31&#8242; 13&#8221; N, 13° 23&#8242; 13&#8221; O, 1961 bis 1989, <a href="http://www2.hu-berlin.de/linguistik/institut/semantik/LNDW_Wahrzeichen.pdf">Berliner Schnauze, bündig erklärt</a></p>
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		<title>Mehr vom Aberwitz</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Aug 2011 13:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Hafenhotel]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Hamburger Schreibschrift-Debatte erhitzt die Gemüter zwar noch nicht derart wie die Bahnhofs-Debatte in Stuttgart, doch auch den HamburgerInnen möchten wir aus dem Hause Poliander zurufen: &#8220;Oben bleiben!&#8221; Denn mag es auch tausend Plateaus geben, Niveau gibt es nur eines, und wo könnte Niveau noch dringlicher gewünscht werden als in der schulischen Bildung? Bereits im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Hamburger Schreibschrift-Debatte erhitzt die Gemüter zwar noch nicht derart wie die Bahnhofs-Debatte in Stuttgart, doch auch den HamburgerInnen möchten wir aus dem Hause Poliander zurufen: &#8220;Oben bleiben!&#8221; Denn mag es auch tausend Plateaus geben, Niveau gibt es nur eines, und wo könnte Niveau noch dringlicher gewünscht werden als in der schulischen Bildung? <span id="more-3165"></span></p>
<p>Bereits im Juni äußerte ein Sprecher der Hamburger Behörde, man sehe in der Abschaffung der &#8220;Schreibschrift-Pflicht&#8221; eine Chance, nämlich die, &#8220;durch die Vereinfachung die Kernkompetenz des lesbaren Schreibens zu    stärken.&#8221; (<a href="http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article1938610/Wie-sollen-Hamburgs-Schueler-schreiben.html">Beitrag im Hamburger Abendblatt</a>) Wer je über die mangelhaften Lese- und Schreibfertigkeiten von  Absolventen und Absolventinnen deutscher Schulen klagte, sollte lieber keine (ohnehin nur vermeintliche) Vereinfachung fordern, sondern dafür sorgen, dass der hochgeschätzten Kernkompetenz der gebührende Raum eingeräumt wird, damit alle Kinder gut und auch mit der Hand schreiben lernen.</p>
<p>Eine <a href="http://www.taz.de/Neue-Schriftart/!75543/">schöne Polemik gegen die Abschaffung der Schreibschrift</a> erschien in der taz. Darin wird darauf hingewiesen, dass beim längeren Schreiben einer Druckschrift die Hand verkrampft. Mit einem fiesen Foto versehen wurde dieser <a href="http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//schueler-muessen-keine-schreibschrift-mehr-lernen.html">dpa-Bericht auf shz.de</a>. Das Bild zeigt eine Kinderhand, die sich mit einem viel zu kurzen Stiftrest abmüht. Wer je die Handschrift eines Erwachsenen sah, der als Kind auf Druckschrift &#8220;umgeschult&#8221; wurde, begreift gleich, was mit &#8220;Verkrampfung&#8221; gemeint ist. Eine viel benutzte, ausgeschriebene Druck-Handschrift ist weit unleserlicher als die meisten ausgeschriebenen Schreib-Handschriften. Sicher, die meisten Erwachsenen, die überhaupt mit der Hand schreiben, haben eine eigene, für sie charakteristische Schrift entwickelt, die oft auch Druckschrift-Elemente enthält. Doch das wird entscheidend davon befördert, dass sie erst einmal Zeit und Energie auf das Erlernen einer verbunden und leicht dahinfließenden Schrift aufgewendet haben. Und übrigens: Wer die Schreibschrift gut schreiben kann, hat es leichter, der eigenen Hand auch eine leicht fließende Druckschrift anzugewöhnen.</p>
<p>Womöglich gehen deutsche Grundschullehrerinnen gar nicht mehr davon aus, dass ihre SchülerInnen eines Tages viel schreiben werden. Das, Lehrerinnen!, könnte sich als self-fulfilling prophecy erweisen. Der Ruf deutscher <a href="http://www.youtube.com/watch?v=DKB6XH9i__s">Deutschlehrer</a> ist bereits ruiniert. Grundschullehrerinnen, sind Sie gar nicht bange?</p>
<p>Koordinatenlos.</p>
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		<title>Funktioneller Analphabetismus</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Aug 2011 21:24:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt Menschen, die planen, das Nützlichste abzuschaffen, was Kinder &#8211; außer dem Lesen natürlich &#8211; in der Schule lernen, das Schreiben.  Man nennt diese Menschen Politiker. Die FAZ berichtet, ein Hamburger Schulsenator plane ernsthaft, das Erlernen der Schreibschrift in der Grundschule abzuschaffen. Ersetzt werden soll die schöne, schwingende, verbundene Schreibschrift durch eine sogenannte &#8220;Grundschrift&#8221;. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Menschen, die planen, das Nützlichste abzuschaffen, was Kinder &#8211; außer dem Lesen natürlich &#8211; in der Schule lernen, das Schreiben.   Man nennt diese Menschen Politiker. Die <a href="http://www.faz.net">FAZ</a> berichtet, ein Hamburger Schulsenator plane ernsthaft, das Erlernen der Schreibschrift in der Grundschule abzuschaffen. Ersetzt werden soll die schöne, schwingende, verbundene Schreibschrift durch eine sogenannte &#8220;Grundschrift&#8221;. Gemeint ist eine Schrift, die die Druckschrift nachahmen soll. Dass oder warum dies besser sein soll, ist <a href="http://www.faz.net/artikel/C30923/druckschrift-statt-schreibschrift-politische-handschriften-30478096.html">nach den dankenswerten Recherchen der FAZ</a> zwar nicht erwiesen, aber was gemeint ist, sagt recht anschaulich das Wort: <em>Grund</em>schrift. <span id="more-3149"></span> Grundschrift wie Grundversorgung, kein Luxus, sondern Basics für die, die es nicht besser wissen, nicht schöner lernen oder sich nichts anderes leisten können. Grundschrift wie Grundversorgung, ganz wie bei der Zahnärztin, wo man zwischen dem krankenkassengezahlten Zement (bröckelmürb), selbst zu zahlenden dauerhaften Edelmetallen und nervenschädigend teurer, aber farblich stimmiger und zugleich harter Keramik wählen kann, wobei jede Variante, die Ärztin und Vernunft empfehlen, richtiges Geld kostet, und zwar immer das eigene. &#8220;Grundschrift&#8221; &#8211; Grundversorgung für alle, deren Mütter und Väter sich nicht die Zeit nehmen, ihr Kind das richtige Schreiben mit der Hand zu lehren, beispielsweise weil sie diese Zeit nicht haben, nicht zu haben glauben, weil es auch ihnen niemand beibrachte, weil sie es, der <a href="http://www.theoi.com/Ouranios/MousaKalliope.html">Kalliope</a> sei&#8217;s geklagt, womöglich nicht wert befinden.</p>
<p>Poliander sagt es nicht gern, aber gern öfter: Schreiben mit der Hand, jene ausgreifende, auf und ab schwingende Bewegung, die sinnvolle Zeilen aufs Papier bringt, bringt uns erst ins Bewusstsein, was Schrift, was Text ist, ja sie bringt diesen Text aus uns hervor, aus den lockeren, regelmäßgen Schwüngen, die uns so gemäß sind. Das verbundene Schreiben mit der Hand formt nicht nur unsere Handschrift, es transferiert unsere Gedanken in Zeichen auf Papier, und schließlich, verselbständigt, hilft es uns, unsere Gedanken zu ordnen, ja, sie überhaupt erst zu finden. Bewegungsmuster und Gedankenspiel, Motorik und Formulierung sind eng verbunden. Wer viel schreibt, viel mit der Hand schreibt, weiß, wie sich, wenn es erst einmal habituell geworden ist, die Gedanken einstellen, sobald die Hand den Stift ergreift &#8211; nichts regt so sehr zum Schreiben an wie das Schreiben. Unausweichlich ist die Verbindung zwischen der lockeren Handbewegung und dem Gedächtnis, die Bewegung des Schreibens verbindet sich mit dem Inhalt des Geschriebenen, oft so sehr, dass die Schreiberin das Notizbuch gar nicht mehr öffnen muss, hat sie das Schöne und Wichtige erst einmal notiert. Doch nur eines fürchten Politiker mehr als unsere Gedanken: unser Gedächtnis.</p>
<p>Koordinaten: 53° 33&#8242; N, 10° 00&#8242; O. <a href="http://www.poliander.de/2010/08/24/schulschrift-schreibschrift-perdu/">Frühere Erregung</a>.</p>
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		<title>Sensibel für Geschichte</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/07/21/sensibel-fuer-geschichte/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Jul 2011 21:24:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Schlechter Stern]]></category>

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		<description><![CDATA[Kommunikationssituation 1 ICE, zwischen Wolfsburg und Berlin, Durchsage: Während der Bauarbeiten im Ost-West-Korridor entschädigen wir Sie mit zusätzlichem Service. An den Plätzen der ersten Klasse bieten wir besondere Lektüre am Platz an. Poliander: Vielleicht ein Geschichtsbuch? Kommunikationssituation 2 Poliander: Wissen Sie, wie die Bahn die Strecke zwischen Wolfsburg und Berlin nennt? Kollege: Nein? Poliander: &#8220;Ost-West-Korridor&#8221;. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong></strong><strong>Kommunikationssituation 1</strong><em><br />
ICE, zwischen Wolfsburg und Berlin, Durchsage: </em>Während der Bauarbeiten im Ost-West-Korridor entschädigen wir Sie mit zusätzlichem Service. An den Plätzen der ersten Klasse bieten wir  besondere Lektüre am Platz an.<br />
<em>Poliander: </em>Vielleicht ein Geschichtsbuch?<span id="more-3091"></span></p>
<p><strong>Kommunikationssituation 2<br />
</strong><em>Poliander:</em> Wissen Sie, wie die Bahn die Strecke zwischen Wolfsburg und Berlin nennt?<em><br />
Kollege:</em> Nein?<em><br />
Poliander:</em> &#8220;Ost-West-Korridor&#8221;.<em><br />
Kollege: </em>Wieso &#8211; denken die, es ist ein Transit?<em><br />
</em><em></em></p>
<p>Koordinaten:<strong> </strong>&#8220;Man pflegt das Schiller-Distichon von der &#8216;gebildeten Sprache, die für  dich dichtet und denkt&#8217;, rein ästhetisch und sozusagen harmlos  aufzufassen.&#8221; (Victor Klemperer)</p>
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		<title>Kommunikationsstau im Freibad</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 07:40:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>

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		<description><![CDATA[Viel beklagt in Schwimmerbecken werden Kampfschwimmer. Sie tragen Schwimmbrillen, einteilige Badeanzüge, ihr Stil ist pflügend. Von den Nichtschwimmern spricht keiner, die kurz vorm Beckenrand, wo man grad noch steht, eine Mauer bilden, oder sich in einer Art höherem Hundepaddeln wassertretend jenem Rand nähern, an dem man nicht mehr steht. Sie tragen riesige Sonnenbrillen und Hüte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viel beklagt in Schwimmerbecken werden Kampfschwimmer. Sie tragen Schwimmbrillen, einteilige Badeanzüge, ihr Stil ist pflügend. Von den Nichtschwimmern spricht keiner, die kurz vorm Beckenrand, wo man grad noch steht, eine Mauer bilden, oder sich in einer Art höherem Hundepaddeln wassertretend jenem Rand nähern, an dem man nicht mehr steht. Sie tragen riesige Sonnenbrillen und Hüte, stets ins Gespräch vertieft, und viel fehlt nicht, dass sie sich im Wasser gegenseitig die Rücken cremen.</p>
<p>Koordinaten: Luft 28°, Wasser 21°</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Jagdglück</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jun 2011 10:08:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Schlechter Stern]]></category>
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		<description><![CDATA[Aa-ach-kreck! Erschreckt wendet sie den Blick zum offenen Fenster, vierter Stock, sieht die Vögel vorbeistürzen, die Elster eigentlich nur, nicht das kleinere, von ihr erwischte Tier, von dem nun ganze Federbüschel hochfliegen, am Fenster vorbei, grau und gewölbt, sie passten ins Innere der Kinderhand, die sie fängt. Ein Kind ist nicht da, und schon ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aa-ach-kreck!</p>
<p>Erschreckt wendet sie den Blick zum offenen Fenster, vierter Stock, sieht die Vögel vorbeistürzen, die Elster eigentlich nur, nicht das kleinere, von ihr erwischte Tier, von dem nun ganze Federbüschel hochfliegen, am Fenster vorbei, grau und gewölbt, sie passten ins Innere der Kinderhand, die sie fängt. Ein Kind ist nicht da, und schon ist es zu spät, sich aus dem Fenster zu lehnen, auch nur eine zu haschen, über Augenhöhe ein Federschwarm,  über Traufhöhe nun, eine einzelne Feder schwebt hinterher, hinauf, zögert vorm Fenster und wird erwischt vom weitmaschig fallenden Regen. Der Blick findet sie nicht, die Vögel, nicht die Jägerin, nicht das Gejagte. Oder ist das der Entkommene dort, auf einem der obersten Äste der Birke? Er scheint schwer zu atmen, oder bildet sie sich das ein?</p>
<p>Minutenlang zetert noch die beutelose Elster.</p>
<p>Koordinaten: zehn Meter haushoch, Nachgewitterlandregen.</p>
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		<title>Komm doch, Arbeit</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 12:18:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon morgens ist es warm, auf dem Balkon steht  Dunst, der legt roten Schimmer auf die heißgelben Blumenblätter. Ach Arbeit, leg doch das Notebook auf den langen Tisch, wo sonst der Wein, die Oliven, das Brot, du weißt schon, und wenn du zu schreiben beginnst, tropft es bald von der Stirn, du hast noch nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1465" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/06/blumen_sonne.jpg"><img class="size-medium wp-image-1465" title="Solches Licht" src="http://www.poliander.de/files/2010/06/blumen_sonne-300x224.jpg" alt="Solches Licht" width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Solches Licht</p></div>
<p>Schon morgens ist es warm, auf dem Balkon steht  Dunst, der legt roten Schimmer auf die heißgelben Blumenblätter. Ach Arbeit, leg doch das Notebook auf den langen Tisch, wo sonst der Wein, die Oliven, das Brot, du weißt schon, und wenn du zu schreiben beginnst, <span id="more-1463"></span>tropft es bald von der Stirn, du hast noch nichts getan, beinahe nichts, von der offnen Tür zieht der Wind herein und wieder hinaus auf der andren Seite, heiß rein, kühl raus, sie geht leicht von der Hand, die Arbeit, die Wörter fließen von selbst, und Stille und das leise Pulsieren, das vom Kaffee kommt, der die Ströme beschleunigt in den Adern, und da treiben sie vorbei, die <em>AnjedemAbhanglehnteinGlück</em>, <em>IchwerdesehraltwerdenundSaschavergessen</em>, <em>SiehattebeiihrerArbeitderDornennichtgeachtet</em>, die Fetzenzitate, ja, es ist heiß, komm in den Strom, wir lassen uns treiben mit den Fetzen, mit den Zitaten, sie treiben wie Stroh, wie Holz, das sich entfärbt und schwarz wird, vor Nässe und Sonne, <em>Mankannnichtschreiben/UmseineSeelezuretten/Dieaufgegebenetreibtdahinundsingt</em>, komm in den Strom, wo die Zitate weich werden und sich auflösen, langsam, und__</p>
<p>Koordinaten: Gottfried Benn, Sarah Kirsch, Theodor Storm, Marieluise Kaschnitz (Zitate), Poliander (willkürliche Auswahl)</p>
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		<title>Louise Bourgeois, ihr nachschauen</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/06/01/louise-bourgeois-ist-nicht-tot/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 07:15:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Destination]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Zuerst mache ich eine Zeichnung, dann übertrage ich den Entwurf auf Pappe und dann auf Wellpappe. Hier &#8211; ich zeige es Ihnen. Ich bin dann vom Thema ganz besessen und mache Entwürfe und Zeichnungen. Die Besessenheit dauert Monate. Dann verschwindet sie, um erst nach Jahren wieder aufzutauchen. Ich bewege mich wie in einer Spirale, einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Zuerst mache ich eine Zeichnung, dann übertrage ich den Entwurf auf Pappe und dann auf Wellpappe. Hier &#8211; ich zeige es Ihnen. Ich bin dann vom Thema ganz besessen und mache Entwürfe und Zeichnungen. Die Besessenheit dauert Monate. Dann verschwindet sie, um erst nach Jahren wieder aufzutauchen. Ich bewege mich wie in einer Spirale, einer Spiralbewegung der Motivation. Das Material selbst, Stein oder Holz, interessiert mich nicht als solches. Es ist ein Mittel; es ist nicht das Ziel. Man ist nicht Bildhauer, weil man Holz liebt. Das wäre absurd. Man ist Bildhauer, weil einem Holz erlaubt, etwas auszudrücken, was in einem anderen Material nicht möglich wäre.&#8221;<br />
<em>Louise Bourgeois, Destruction of the Father &#8211; Reconstruction of the Father. Schriften und Interviews 1923 &#8211; 2000. Zürich: Amman 2001, S. 175 f.</em></p>
<p>Koordinaten: 25. Dezember 1911 bis 1. Juni 2010. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=JMdWNwOWnng">The subject of the artist is emotions and ideas both.</a></p>
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		<title>Wörterwort</title>
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		<pubDate>Mon, 10 May 2010 15:47:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Rätseln]]></category>

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		<description><![CDATA[KÜNSTLERINSCHRIFT Koordinaten: zwei in einem]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>KÜNSTLERINSCHRIFT</p>
<p>Koordinaten: zwei in einem</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zwischen Zeiten</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/01/12/heilige-zwolf-nachte/</link>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 16:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Destination]]></category>
		<category><![CDATA[Kreuzweg]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Heilige zwölf Nächte&#8221;, rief Poliander, &#8220;eilt, das Jahr zu verträumen! Und stürzt nicht in den Spalt, der sich zwischen 9 und 10 auftut!&#8221; Polianders Gefährtin gähnte. &#8220;Auf auf&#8221;, rief Poliander, &#8220;wer in den Zwölfen geborn ist, darf träumen, aber nicht ruhn!&#8221; Polianders Gefährtin wälzte sich faul. &#8220;Rauf dein Haar&#8221;, sprach Poliander, &#8220;Werg oder Blei! Wirf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1077" class="wp-caption alignleft" style="width: 208px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/01/Ludmillas-Lust-im-Garten.JPG"><img class="size-medium wp-image-1077" src="http://www.poliander.de/files/2010/01/Ludmillas-Lust-im-Garten-198x300.jpg" alt="Im Garten von Ludmillas Lust" width="198" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Im Garten von Ludmillas Lust</p></div>
<p>&#8220;Heilige zwölf Nächte&#8221;, rief Poliander, &#8220;eilt, das Jahr zu verträumen! Und stürzt nicht in den Spalt, der sich zwischen 9 und 10 auftut!&#8221;<br />
Polianders Gefährtin gähnte.<br />
&#8220;Auf auf&#8221;, rief Poliander, &#8220;wer in den Zwölfen geborn ist, darf träumen, aber nicht ruhn!&#8221;<br />
Polianders Gefährtin wälzte sich faul.<br />
&#8220;Rauf dein Haar&#8221;, sprach Poliander, &#8220;Werg oder Blei! Wirf um, wer sich dir in den Weg stellt.&#8221;<br />
Polianders Gefährtin rührte träge in dem, was aus der Hennapackung rieselte.<br />
&#8220;Eile doch, streu Beifuß in die Suppe!&#8221;<br />
Gefährtin schmierte das grüne Zeug ins Haar und band den Fetzen Plastik drüber und das zerschlissne Handtuch mit dem Großmuttermonogramm. Überm Schnapsglas schillerte Absinthfeuer, Zucker für die grüne Fee, es gab süßes Dörrobst für die Percht und Mandeln, die Flugreisenden zu füttern.<br />
&#8220;Werg oder Blei?&#8221; schrie Poliander, die Gefährtin griff ihm in den Kragen, &#8220;Sag&#8217;s noch einmal!&#8221;, &#8220;Werg&#8221; sprach Poliander folgsam, &#8220;verlass sie, die Geduld.&#8221; Gefährtin lächelte. &#8220;S dauert, solangs dauert.&#8221; Mond schien, als sie den Freunden unhöflich Fragen stellte, beim Spiel betrog, Öl ins Feuer goss.<br />
Poliander flüsterte: &#8220;Gut, dass wir aufs Land gefahrn sind&#8221;, Schnee floss vom Himmel, vielhändiges Trommeln aus der Lautsprecheranlage, Wüste war Wüste, Schnee oder Sand. &#8220;Werg oder Blei?&#8221;, fragte die Gefährtin und schüttelte den Haarfilz, &#8220;Blei&#8221;, antworteten die Unkundigen und lagen gleich am Boden. Das Wort ruft die Tobsucht. Ums Haus schmolz der Schnee, &#8220;Werg&#8221;, keuchte die Gefährtin, &#8220;Werg heißt die Antwort.&#8221; Sie kämpften. Welt stand Kopf, ein Rauschen, die andern flogen vorbei, die außer der Zeit Gebornen. Gefährtin winkte, Gefährtin tanzte im Schnee, Poliander fing sie, grün spritzte der Schlamm aus den Haarn. Polianders Freunde fassten sich in Yoga, Poliander aber sprach: &#8220;Sie kann nicht anders.&#8221;<br />
Später in der Nacht kämmte die Gefährtin ihr Zerzaustes, das Haar, gingen sie zum Brennesselfeld und zündeten Raketen. Grün splitterte Gestern in den Himmel. Flug, bis Epiphanias das Kind erschien: das neue Jahr.</p>
<p>Koordinaten: Motiv bei Carlo Ginzburg: Hexensabbat. Berlin 1990.  Freier Umgang.<br />
Sehen und hören: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=pHZjabFv4p0">Canzonetta spagnuola</a> (Mienenspiel besiegt Wiedergabequalität)</p>
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