<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Polianders Zeitreisen &#187; Augenweide</title>
	<atom:link href="http://www.poliander.de/category/augenweide/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.poliander.de</link>
	<description>ULRIKE GRAMANN SCHWENKT DEN HUT</description>
	<lastBuildDate>Mon, 30 Jan 2012 19:50:18 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Hindurch zwischen Porträts und Parallelitäten</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/11/18/hindurch-zwischen-portraits/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2011/11/18/hindurch-zwischen-portraits/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 18 Nov 2011 11:11:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Durchgang]]></category>
		<category><![CDATA[Magie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=3577</guid>
		<description><![CDATA[Stein aus Stahl, Stein aus Stein Baum aus Stahl, Baum aus Holz und Blattwerk Einer hat den Stein vermessen, hat den Baum vermessen. Einer hat den Stein und den Baum nachgebaut aus Stahl. &#160; &#160; &#160; Was hält länger, Stein aus Stahl oder Stein aus Stein? Kommt ein Vogel, wetzt seinen Schnabel am Stein, wetzt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3591" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/11/baum-und-stein-detail.jpg"><img class="size-medium wp-image-3591" src="http://www.poliander.de/files/2011/11/baum-und-stein-detail-300x184.jpg" alt="Detail, mehr nach &quot;Mehr&quot;" width="300" height="184" /></a><p class="wp-caption-text">Detail</p></div>
<p>Stein aus Stahl, Stein aus Stein<br />
Baum aus Stahl, Baum aus Holz und Blattwerk</p>
<p>Einer hat den Stein vermessen, hat den Baum vermessen. Einer hat den Stein und den Baum nachgebaut aus Stahl.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span id="more-3577"></span></p>
<div id="attachment_3585" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/11/baum-und-stein-portraits.jpg"><img class="size-medium wp-image-3585" src="http://www.poliander.de/files/2011/11/baum-und-stein-portraits-300x194.jpg" alt="Grenze und Beschilderung" width="300" height="194" /></a><p class="wp-caption-text">Grenze und Beschilderung (klicken für Vergrößerung)</p></div>
<p>Was hält länger, Stein aus Stahl oder Stein aus Stein?<br />
Kommt ein Vogel, wetzt seinen Schnabel am Stein, wetzt seinen Schnabel am Stahl. Nach wieviel hundert Jahren ist der Stein weggewetzt, der Stahl weggewetzt?<br />
Der Stahlbaum, denkt man, hält länger. Der Baumbaum, weiß man, wächst schneller als der Steinstein vergeht.</p>
<p>Der Weg zwischen Baum und Baum und Stein und Stein führt in den Park.<br />
Wiewohl es evident ist, ist es noch kein Gedicht.</p>
<p>Ich war hier und drüben.<br />
Wenn ich wiederkomme, möcht sein, dass Steine und Bäume noch da sind<br />
Ich gehe dann in den Park und tauche die Füße in den Fluss.</p>
<p>Das Porträt des Flusses ist nur im Text.<br />
Der Fluss ist schmal, rasch. Im Bild ist nur seine Feuchte.</p>
<p>Koordinaten: 47° 57′ 11” N, 8° 30′ 12” O, Künstler: <a href="http://www.museum-biedermann.de/cms/upload/presse/pressemitteilungen/Museum_Biedermann_Interview_Kang.pdf">Jinmo Kang</a>, <a href="http://www.museum-biedermann.de/">Ort der Porträts</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2011/11/18/hindurch-zwischen-portraits/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Zieh dich aus und geh ins Museum</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/10/04/bodemuseum-gesichter-renaissance/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2011/10/04/bodemuseum-gesichter-renaissance/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 19:57:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Rätseln]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=3327</guid>
		<description><![CDATA[Liebe Freundin, in Berlin zeigen sie Gesichter. (Ach, wenn sie nur Gesicht zeigten *** nebenbei.) Alle reden davon. Alle stehen Schlange.  Poliander kam mittwoch früh, ging an der Schlange vorbei, Privileg, Zeitfensterkarte, die Polianders Begleiterin geschickt vorab im Internet erworben hatte, so dass nun eigentlich Poliander die Begleitung war. 1., 2., 3., 4. Kontrolle, Sprechfunk: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3333" class="wp-caption alignleft" style="width: 195px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/10/Gentile-Bellini-Bildnis-eines-Mannes-Detail.jpg"><img class="size-medium wp-image-3333" src="http://www.poliander.de/files/2011/10/Gentile-Bellini-Bildnis-eines-Mannes-Detail-185x300.jpg" alt="Subtiler Gebrauch des Zeichenwerkzeugs" width="185" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Subtiler Gebrauch des Werkzeugs</p></div>
<p>Liebe Freundin,</p>
<p>in Berlin zeigen sie <a href="http://www.smb.museum/smb/gesichter/">Gesichter</a>. (Ach, wenn sie nur Gesicht zeigten *** nebenbei.) Alle reden davon. Alle stehen Schlange.  Poliander kam mittwoch früh, ging an der Schlange vorbei, Privileg, Zeitfensterkarte, die Polianders Begleiterin geschickt vorab im Internet erworben hatte, so dass nun eigentlich Poliander die Begleitung war. 1., 2., 3., 4. Kontrolle, Sprechfunk: &#8220;Kann ich zwei durchlassen?&#8221; (Ja.) Ja, wir hatten unsere Sachen abgegeben, denn ja, es ist warm in den dunklen Räumen, in denen sie die italienischen Porträts zeigen, sehr warm, um genau zu sein, wer hätte gedacht, dass die Bilder es lieben, derart warm gehalten zu werden? Dunkel, ja, aber so warm? Liebe Freundin, wenn du das sehen willst, ich sag es dir gleich:  Zieh dich aus und mach dich locker, denn es ist nicht nur warm, sondern auch voll. <span id="more-3327"></span>Und dann tauche in die Dunkelheit. Ein Audioguide ist nicht nötig, es reicht, wenn du sehen kannst. Finde dich damit ab, dass es voll ist. Dränge dich nicht vor die Tafelbilder, denn gleich am Eingang wirst du verstehen, was die eigentliche Attraktion dieser sonst so konventionellen Ausstellung von Hits der Renaissancemalerei ist: die Zeichnungen. Vor den Zeichnungen gehst du in die Knie. Subtile Handhabung des Zeichenwerkzeugs, Nähe zum Porträtierten (ja, es ist oft ein Mann. <a href="http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Ghirlandaio,+Domenico%3A+Kopf+einer+alten+Frau">Doch nicht  immer, schau hier.</a>), wenn es hier irgendwo Porträtähnlichkeit gibt, dann in den Zeichnungen. Du wirst einen Mann sehen, den du gern kennen würdest, nein, wir haben hier kein Bild. Wo die Tafeln repräsentativ sind, sind die Zeichnungen sinnlich. Und wirf auch ein paar Blicke auf die Medaillen, fein und gut mittelalterlich, <a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/af/CdM,_pisanello,_medaglia_di_leonello_d%27este_1444_verso.JPG">wer Leonello heißt, hat einen Löwen</a> im Rücken, opus pisani pictoris, mit lockigem Bauchfell und geflügeltem Knaben dabei. Von Engeln reden wir hier nicht.</p>
<p>Erst am Ende, erschöpft,  triffst du, rechts des Mittel- und Höhepunkts im letzten Zimmer (da Vincis Dame mit Hermelin, was sonst?) <a href="http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/43.86.5">jene junge Frau vor Wacholdergesträuch</a>, eine Witwe vielleicht, sie hat den Ring leer in den Fingern statt auf dem Finger, entrückt rätselhaft. Sie wird noch da sein, wenn die Dame mit dem Hermelin abgereist ist, doch nicht für immer, sie wohnt in New York. Geh also und sieh <a href="http://www.metmuseum.org/toah/works-of-art/43.86.5">sie</a> dir an. Und wenn du schon da bist, gut, wirf auch einen Blick auf die Hermelin-Dame (Es ist keines, kein Hermelin, meine ich, doch das kümmert bitte wen?) Und dann geh wieder.</p>
<p>Was soll ich sagen, es hat mir gefallen und auch wieder nicht.<br />
Sei umarmt, liebe Freundin<br />
P.</p>
<p>Koordinaten: 52° 31&#8242; 14&#8221; N, 13° 23&#8242; 50&#8221; O, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bode-Museum">Bodemuseum</a>, 15. Jahrhundert, noch bis 20. November 2011, &#8220;Dame mit Hermelin&#8221; nur bis 30. Oktober 2011.<br />
Abbildung: Gentile Bellini, Bildnis eines Mannes, Detail (Pressefoto: Staatliche Museen Berlin)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2011/10/04/bodemuseum-gesichter-renaissance/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mehr bessere Laune im Novaugustvember</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/08/10/bessere-laune-im-stiefelsommer/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2011/08/10/bessere-laune-im-stiefelsommer/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 09:26:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Pferdewechsel]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=3183</guid>
		<description><![CDATA[Durchzug in Berlin, Schauer, Passanten ziehn die Schultern hoch. Niemand lässt die Jacke offen, unterm Reißverschluss bleibt das S verborgen, Superman inkognito. Stiefelsommer: Man lächelt sparsam. Eine Tasche geht vorbei: Plastikplane, wetterfest, Aufschrift: North Face. Der englische Gitarrist ist abgereist, kein heiseres Singen mehr im U-Bahn-Bereich, das Schimpfen: Keiner zahlt!, bleibt aus. Fußgänger mit Herbstdepression. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_3195" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/08/rue-des-rosiers-paris.jpg"><img class="size-medium wp-image-3195" src="http://www.poliander.de/files/2011/08/rue-des-rosiers-paris-300x168.jpg" alt="Tiger in der Rue des Rosiers, November 2010" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Tiger in der Rue des Rosiers, Paris, November 2010</p></div>
<p>Durchzug in Berlin, Schauer, Passanten ziehn die Schultern hoch. Niemand lässt die Jacke offen, unterm Reißverschluss bleibt das S verborgen, Superman inkognito.<span id="more-3183"></span></p>
<p>Stiefelsommer: Man lächelt sparsam. Eine Tasche geht vorbei: Plastikplane, wetterfest, Aufschrift: North Face.</p>
<p>Der englische Gitarrist ist abgereist, kein heiseres Singen mehr im U-Bahn-Bereich, das Schimpfen: Keiner zahlt!, bleibt aus. Fußgänger mit Herbstdepression.<br />
Launen aus, Lautsprecher an: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sp3G50jBRuU">Les passants</a><br />
(Jaja, Leserin, auf <a href="http://www.youtube.com/watch?v=sp3G50jBRuU">Les passants</a> klicken!)<br />
Laune steigern? <a href="http://www.youtube.com/watch?v=AQ9zeDd0mpg">Hit!</a><br />
Koordinaten: 52° 33&#8242; N, 13° 22&#8242; O, 48° 50&#8242; N, 2° 19&#8242; O, Musik: <a href="http://www.zazofficial.com/fr">ZAZ</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2011/08/10/bessere-laune-im-stiefelsommer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Neid auf Frankfurter Filmlust</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/05/02/neid-auf-frankfurter-filmlust/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2011/05/02/neid-auf-frankfurter-filmlust/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 May 2011 17:01:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=2835</guid>
		<description><![CDATA[11. bis 15. Mai 2011: Poliander muss zu Hause bleiben. Frankfurterinnen haben ein Festival. Koordinaten: Internationales Frauenfußball-Filmfestival Einzelheiten hier Und über lesen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2837" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/05/Logo-Kick-it-bei-Asta-Nielsen.jpg"><img class="size-medium wp-image-2837" src="http://www.poliander.de/files/2011/05/Logo-Kick-it-bei-Asta-Nielsen-300x158.jpg" alt="Kick it, Asta! " width="300" height="158" /></a><p class="wp-caption-text">Kick it, Asta!</p></div>
<p>11. bis 15. Mai 2011:<br />
Poliander muss zu Hause bleiben.<br />
Frankfurterinnen haben ein Festival.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.kickit.kinothek-asta-nielsen.de/Kickit!/info_files/kickit-flyer-1.pdf">Internationales Frauenfußball-Filmfestival</a><br />
Einzelheiten <a href="http://www.kickit.kinothek-asta-nielsen.de/Kickit!/Start.html">hier</a><br />
Und über <a href="http://www.poliander.de/2011/02/11/augen-kino-archaeologie/">die Augenfängerinnen bei Poliander</a> lesen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2011/05/02/neid-auf-frankfurter-filmlust/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Polianders historischer Hedonismus: Staufer in Mannheim</title>
		<link>http://www.poliander.de/2011/01/25/polianders-staufer-in-mannheim/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2011/01/25/polianders-staufer-in-mannheim/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 23:41:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Souvenir]]></category>
		<category><![CDATA[Völkerwanderung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=2515</guid>
		<description><![CDATA[Der Mantel liegt unter Glas, ein perfekter Halbkreis: Viermal zeigt das Muster den Adler mit der Träne, der auf Schlangen tritt. Sie umklammern seine Klauen. Die elegant stilisierten Tiere und die Halbmonde im Mustergrund zeigen Geschmack, Gesinnung und Geschick der arabisch-normannischen Handwerkskünstler des frühen 13. Jahrhunderts auf Sizilien. Eine später hinzugefügte Borte mit Kreuzigungsmotiv stört [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2517" class="wp-caption alignleft" style="width: 215px"><a href="http://www.poliander.de/files/2011/01/stauferausstellung-barbarossakopf.jpg"><img class="size-medium wp-image-2517" title="Foto: Frank Boxle (Bildrechte: Curt-Engelhorn-Stiftung, Mannheim)" src="http://www.poliander.de/files/2011/01/stauferausstellung-barbarossakopf-205x300.jpg" alt="Foto: Frank Boxle (Bildrechte: Curt-Engelhorn-Stiftung, Mannheim)" width="205" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: Frank Boxle (Bildrechte: Curt-Engelhorn-Stiftung, Mannheim)</p></div>
<p>Der Mantel liegt unter Glas, ein perfekter Halbkreis: Viermal zeigt das Muster den Adler mit der Träne, der auf Schlangen tritt. Sie umklammern seine Klauen. Die elegant stilisierten Tiere und die Halbmonde im Mustergrund zeigen Geschmack, Gesinnung und Geschick der arabisch-normannischen Handwerkskünstler des frühen 13. Jahrhunderts auf Sizilien. Eine später hinzugefügte Borte mit Kreuzigungsmotiv stört kaum. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_II._%28HRR%29">Friedrich II.</a> soll den Mantel bei seiner Krönung getragen haben, Barbarossas Enkel, geboren auf Sizilien, genannt &#8220;stupor mundi&#8221;, Staunen der Welt. <span id="more-2515"></span></p>
<p>&#8220;Die Staufer und Italien&#8221; lautet der Titel der <a href="http://www.staufer2010.de/">Ausstellung</a> der Länder Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz im <a href="http://www.rem-mannheim.de/">Mannheimer REM, dem Reiss-Engelhorn-Museum</a>, 33 Jahre nach der legendären Stuttgarter Staufer-Ausstellung von 1977. Darin wendet sich das REM weniger der staufischen Herrschaft zu als ihrer Verortung in Raum und Zeit.  Das Staufergeschlecht und sein schwärmerisch überformtes Abbild erfreut sich ungebrochener Popularität im Gedächtnis der Deutschen. <a href="http://www.badische-seiten.de/wissen/kaiser-friedrich-1.php">Friedrich I. Barbarossa</a>, der auf dem dritten Kreuzzug ertrank und der Sage nach im Kyffhäuser schläft, Symbol der &#8220;Reichseinheit&#8221;, von dessen Körper ein Teil beinah zur Reliquie geworden wäre: Trunken, so will die Legende, stolperte er auf der Treppe einer italienischen Schenke und schlug sich einen Zahn aus, welcher, von unbekannter Hand geborgen und geschickt verpackt, sich über die Jahrhunderte erhalten haben soll. In Mannheim ist der Inhalt der Verpackung zu sehen: ein Holzspan, ein bizarres kleines Objekt, das irgendwann den Zahn, wenn je einer in der Verpackung lag, ablöste. Heilig wurde das Dingelchen nicht, wie auch Friedrich es nicht zum Heiligen, sondern zur Sagengestalt brachte, als nationales Symbol nur immer missverstanden. Aber das vergoldete, zum Kaiserkopf idealisierte Abbild Friedrichs I. birgt buchstäbliche Heiligkeit: winzige Päckchen, allerliebst umhüllt mit textilem Material, die Fragmente heiligen menschlichen Gebeins enthalten. Dem Kopf, der ein Reliquiar ist, entnommen, liegen sie hingebreitet vor der Besucherin, wundertätiges Kunstgewerbe, in dem steckt, was modernen Geistern makaber scheint.</p>
<p>Die Mannheimer Ausstellung, mag eine von ihr halten, was sie will, und Poliander sieht sie <a href="https://www.neues-deutschland.de/artikel/189238.wo-er-ist-ist-das-reich.html">ordentlich kritisch</a>, zeigt in großer Fülle, was das Mediävistinnenherz zu sehen begehrt: Skulpturen, Siegel, Handschriften, Spolien, Merkwürdigkeiten. Polianders Lieblingsstück: ein bronzegegossner Pelikan, dessen Rücken eine Buchstütze hergibt, dessen Brust aber eine Traube von Blutstropfen entquillt, die schwer und satt die Natur des Metallvogels enthüllen:  Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Physiologus">Physiologus</a> sagt von ihm, dass er sich die Brust aufreißt, die eigenen Jungen mit seinem stets quellenden Blut zu nähren, &#8220;schön spricht der Physiologus vom Pelikan.&#8221; Die Ausstellung zeigt auch gleich zwei Handschriften von Friedrichs II. Falkenbuch: die älteste und eine besonders schön illuminierte. Sie zeigt, Wunder über Wunder, Grabsteine aus dem polyglotten Sizilien des 12. Jahrhunderts, in dem man arabisch sprach, griechisch, hebräisch.</p>
<p>Wer über derlei staunen will, sollte eilen:  Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Februar 2011 geöffnet.</p>
<p>Koordinaten: <a href="http://www.staufer2010.de/">Die Staufer und Italien</a>. <a href="https://www.neues-deutschland.de/artikel/189238.wo-er-ist-ist-das-reich.html">Polianders Kritik, erschienen am 25. Januar 2011</a>.<br />
Die Abbildung oben links zeigt den &#8220;<a href="http://www.histosem.uni-kiel.de/legitimation/quellenbild/cappenberger.html">Cappenberger Barbarossakopf</a>&#8220;, Westdeutschland, um 1160, Bronze; H: 31,4 cm / Gewicht: 4605 g, Selm, St. Johannes Ev., Schloss Cappenberg.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2011/01/25/polianders-staufer-in-mannheim/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Blattrot</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/11/04/blattrot/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2010/11/04/blattrot/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Nov 2010 10:42:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Fahrwasser]]></category>
		<category><![CDATA[Souvenir]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=2009</guid>
		<description><![CDATA[Koordinaten: 52° 33´ N,   13° 22´ O Mehr sehen: auf das Bild klicken.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2019" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/11/fall-in-berlin_foto-warschau.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2019" title="fall in berlin_foto warschau" src="http://www.poliander.de/files/2010/11/fall-in-berlin_foto-warschau-150x150.jpg" alt="Blattrot, kein Wasserfall" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Kein Wasserfall, keine Leute Foto: Kirstin Warschau</p></div>
<p>Koordinaten: 52° 33´ N,   13° 22´ O<br />
Mehr sehen: auf das Bild klicken.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2010/11/04/blattrot/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Rimbaud, zufällige Begegnung</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/09/12/rimbaud-zufaellige-begegnung/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2010/09/12/rimbaud-zufaellige-begegnung/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 12 Sep 2010 16:19:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>
		<category><![CDATA[Sternbild]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=1791</guid>
		<description><![CDATA[J&#8217;inventai la couleur des voyelles ! &#8211; A noir, E blanc, I rouge, O bleu, U vert. &#8211; Je réglai la forme et le mouvement de chaque consonne, et, avec des rythmes instinctifs, je me flattai d&#8217;inventer un verbe poétique accessible, un jour ou l&#8217;autre, à tous les sens. Je réservais la traduction. (aus: Une [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1793" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/09/landerneau-rimbaud-web.jpg"><img class="size-medium wp-image-1793" title="Pochoir, gesehen auf einer Hauswand in Landerneau" src="http://www.poliander.de/files/2010/09/landerneau-rimbaud-web-225x300.jpg" alt="Pochoir, gesehen auf einer Hauswand in Landerneau" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Auf einer Hauswand in Landerneau</p></div>
<p>J&#8217;inventai la couleur des voyelles ! &#8211; A noir, E blanc, I rouge, O bleu, U vert. &#8211; Je réglai la forme et le mouvement de chaque consonne, et, avec des rythmes instinctifs, je me flattai d&#8217;inventer un verbe poétique accessible, un jour ou l&#8217;autre, à tous les sens. Je réservais la traduction.<br />
<em>(aus: Une saison en enfer, DELIRES II ALCHIMIE DU VERBE, zitiert nach: Arthur Rimbaud, Gedichte. Leipzig: Reclam 1989)</em></p>
<p>Sie begegnen Poliander: <a href="http://www.kettererkunst.de/lexikon/pochoir.shtml">Pochoirs</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stencil">Stencils</a> an Häuserwänden, in Städten, an den Wänden verlassner Buden auf dem Land, Mauern aller Art, P. sucht diese Bildchen mit den Augen, liebt ihre strenge Technik, die sie wiederholbar macht. Genau so. Nie genau so, unterschiedlich je nach Unebenheit des Untergrunds oder nach Eile der Person, die sie aufbrachte, nach der Viskosität der Sprühfarbe, an den Rändern von Mal zu Mal ein wenig verwischter, indem die Schablone weich wird, wenn sie aus Pappe ist, vielleicht- Eine kleine Stadt in der Bretagne, ein paar Straßen entfernt von der Brücke, dem Hauptplatz, dem Markt und dem Office de Tourisme, der Waschsalon könnte in der Nähe gewesen sein oder die kleinere Bäckerei, etwas mit Geruch jedenfalls, eine Bar-Tabak, in der eine zerlesene Ouest-France auf dem Tresen lag, Rimbaud wie ein Schlag, blitzartige Erinnerung, an jene Stunde am Hügel, als der Kunstdozent, Verfasser eines Kinderbuchs über griechische Mythologie, behauptete, das gebe es nicht, das könne es niemals geben, dass Vokale Farben hätten oder Tonfolgen farbige Flächen ergäben. Vor dem Fenster klirrte das Laub, gefärbt von der Saison und und jenem schwer zu atmenden Gasgemisch, das dazu führte, dass P. abends einen Schnaps wollte und ein Reclamheft.</p>
<p>Koordinaten: 48° 27&#8242;    6&#8243; N, 4° 14&#8242; 53&#8243; W<br />
Selber lesen: <a href="http://www.azurs.net/arthur-rimbaud/rimbaud_listp.htm#9">Une saison en enfer</a><br />
Etwas anderes sehen: <a href="http://www.poliander.de/2010/07/20/nabel-der-welt/">Stencil, gesehen auf einem Straßenmöbel in Berlin</a></p>
<div id="_mcePaste" style="width: 1px;height: 1px;overflow: hidden">J&#8217;inventai la couleur des voyelles ! &#8211; A noir, E blanc, I rouge, O bleu, U vert. &#8211; Je réglai la forme et le mouvement de chaque consonne, et, avec des rythmes instinctifs, je me flattai d&#8217;inventer un verbe poétique accessible, un jour ou l&#8217;autre, à tous les sens. Je réservais la traduction.</div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2010/09/12/rimbaud-zufaellige-begegnung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Poliander erzählt</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/05/17/mittelalter-literatur-fest/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2010/05/17/mittelalter-literatur-fest/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 17 May 2010 16:52:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Ohrenschmaus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=1341</guid>
		<description><![CDATA[&#8220;Die wilde, unanständige, gewalttätige und am Ende auch lehrreiche Geschichte von Meetchens Hochzeit&#8221; Nach Motiven von Wittenwiler erzählt von Ulrike Gramann Für alle, die Ohren haben zu hören und Augen zu sehn, erzählt und gelesen von der Verfasserin am 11. Juni 2010 Schlag 19 Uhr im Atelier Else Gold am Hahnemannsplatz 9 in Meißen Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1343" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/05/Löwen-und-Böckchen.JPG"><img class="size-medium wp-image-1343" src="http://www.poliander.de/files/2010/05/Löwen-und-Böckchen-300x208.jpg" alt="Kein Frieden zwischen Löwen und Böcklein" width="300" height="208" /></a><p class="wp-caption-text">Was geschieht zwischen Löwen und Böcklein?</p></div>
<p><strong>&#8220;Die wilde, unanständige, gewalttätige und am Ende auch lehrreiche Geschichte von Meetchens Hochzeit&#8221;</strong></p>
<p>Nach Motiven von Wittenwiler erzählt von Ulrike Gramann</p>
<p>Für alle, die Ohren haben zu hören und Augen zu sehn, erzählt und gelesen von der Verfasserin</p>
<p>am 11. Juni 2010 Schlag 19 Uhr<br />
im Atelier Else Gold<br />
am Hahnemannsplatz 9 in Meißen<span id="more-1341"></span></p>
<p>Die Erzählung von Meetchens Hochzeit wird auch, und zwar gesetzt, gedruckt und gebunden von <a href="http://www.buchbinderei-carla-schwiegk.de/">Carla Schwiegk</a>, in einem Büchlein feil und zu haben sein, das grad am 11. Juni zum ersten Mal dem hochverehrten Publikum präsentiert wird. Zu sehen sind <a href="http://www.elsegold.de/">Else Golds</a> Objekte und Assemblagen von heiligen Legenden und Zeichnungen von <a href="http://www.weherbst.de/">Wolfgang E. Herbst</a>. Alle, die heutigentags zu Text, Buch und Bild beigetragen, werden anwesend sein und Rede und Antwort stehn.</p>
<p><strong>Neugierige von nah und fern sind herzlich willkommen!</strong></p>
<p>Koordinaten: 51° 10′ N, 13° 29′ O, 11. Juni, <a href="http://www.literaturfest-meissen.de/">Mittelalter-Literaturfest</a>, <a href="http://www.elsegold.de/">Else Gold</a>, <a href="http://www.weherbst.de">Wolfgang E. Herbst</a>, <a href="http://www.buchbinderei-carla-schwiegk.de">Carla Schwiegk</a><br />
Löwen und Böcklein: Dom, Mainz.<br />
Hören: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=9hB7Lt7a4eI&amp;feature=related">Es fuegt sich</a> (Oswald von Wolkenstein, Wittenwilers Zeitgenosse)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2010/05/17/mittelalter-literatur-fest/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Schöne träumt</title>
		<link>http://www.poliander.de/2010/04/23/schoene-goettin/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2010/04/23/schoene-goettin/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 10:14:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Aufenthalt]]></category>
		<category><![CDATA[Déjà-vu]]></category>
		<category><![CDATA[Raumflug]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=1221</guid>
		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1227" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.poliander.de/files/2010/04/schoene-goettin.jpg"><img class="size-medium wp-image-1227" src="http://www.poliander.de/files/2010/04/schoene-goettin-300x168.jpg" alt="Vogel und Frau" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Vogel und Frau</p></div>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2010/04/23/schoene-goettin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Im Feuchten</title>
		<link>http://www.poliander.de/2009/04/24/im-feuchten/</link>
		<comments>http://www.poliander.de/2009/04/24/im-feuchten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Apr 2009 09:37:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>poliander</dc:creator>
				<category><![CDATA[Augenweide]]></category>
		<category><![CDATA[Erregung]]></category>
		<category><![CDATA[Destination]]></category>
		<category><![CDATA[Endstation]]></category>
		<category><![CDATA[Gegend]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.poliander.de/?p=237</guid>
		<description><![CDATA[Es muss nur alt sein, da wollen wir hin. Es muss nur eine Frau sagen (die wohnt da), sagen muss sie nur, dass der Park den Namen nicht verdient. Der Fürst &#8211; denn es ist ein Fürst, der das gewesene Wasserschloss bewohnt &#8211; vernachlässige den Schlossgarten bis zur Sträflichkeit. Nichts tut der, sagt die Frau, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_337" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><img class="size-medium wp-image-337" src="http://www.poliander.de/files/2009/04/schloss_furstenau_1-225x300.jpg" alt="Schloss Fuerstenau" width="225" height="300" /><p class="wp-caption-text">Schloss Fuerstenau</p></div>
<p>Es muss nur alt sein, da wollen wir hin. Es muss nur eine Frau sagen (die wohnt da), sagen muss sie nur, dass der Park den Namen nicht verdient. Der Fürst &#8211; denn es ist ein Fürst, der das gewesene Wasserschloss bewohnt &#8211; vernachlässige den Schlossgarten bis zur Sträflichkeit. Nichts tut der, sagt die Frau, als Naturschutzschilder aufzustellen.</p>
<p><span id="more-237"></span></p>
<p>Da wollen wir hin. Weil Sonntag ist und der Durchgang vom Hof geschlossen, muss, wer zu Fuß geht, erst einmal den Parkplatz finden. Sonntags geht es über den Parkplatz zum Park. Der Parkplatz ist voll, der Park ist leer, gelbgraue Weite, hohes Gras vom letzten Jahr. Und direkt daneben der tiefe Schatten, unter den Schuhen quatscht das Feuchte von gestern nacht. Noch zwei Schritte, da stehen wir, wo&#8217;s grün ist und dämmert, Lamellen aus Schatten, Lamellen aus Licht, da flüstert der Mümling, ein Wasser, Fluss nicht, Bach nicht. Und hinter uns das Schloss, windschief, riesig, bewohnt und feucht. So lange scheint keine Sonne, dass sie diesen Geruch austrocknete, den Geruch nach Lebendigem, den Geschmack nach Totem, Phantasien, schwankende, rasende Eifersucht, Melancholie des Täters, die in Musik mündet, gräßliche Taten, himmlische Madrigale&#8230; Gesualdo. Fang dich ein, krieg dich ein, das ist Hessen, wo der Mümling murmelt, der Fürst den Park zu seiner Wunderkammer macht. Grobnähtig Geschweißtes verrostet im Wald, übers Wasser schwankt ein Wesen heran, halb Mensch, halb Paddelboot,  über steinige Stellen mit kleinem Risiko. Wir winken nicht, wir schreiben nicht mal die Schuhe ab, wir gehen weiter bis zum Altenheim und bis zum Ort, kein abgrundtiefen Madrigale gellen durchs Herz, Sonntagsstille, Sonntagsgeruch, bedenkenlos verschwendete Stunden. Kein Abgrund gähnt so, keine Moral ist so doppelt und dreifach wie die in jenem Dorf, aus dem du selbst gekommen bist. Meide die Straße, geh im Feuchten zurück, finde den Schlosshof, den unbestellten Garten höchstwahrscheinlich harmloser Leute, übersieh nicht die Schale mit dem busenförmigen Wasserspeier in der Mitte, die Durchblicke zum Park wie in eine ferne Menagerie.</p>
<p>Und dann lehnen sie unter dem himmelhohen Bogen:  sie, die Sandsteinschöne mit dem offen stehenden Mund, er, der Bewaffnete, dem einer die Nase aus dem Gesicht schlug, eine Neige Grausamkeit, ein Bröckchen Melancholie. Und über ihnen, am Rand der ersten Himmelsschale, bläst ein dickschenkliger Engel die Bombarde oder was. Ach, der Park, der verdient den Namen.</p>
<p>Koordinaten: Michelstadt, Ortsteil Steinbach, fehlende Zeitachse</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.poliander.de/2009/04/24/im-feuchten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

