Polianders Zeitreisen

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Füchsischer Januar

31.01.2017 · poliander

straßenfuchs

Eleganter Läufer Straßenfuchs.

Januar, alle husten. “Ein Rosinenbrot bitte”, sagt der Mann beim Bäcker, und die Frau an seiner Seite ergänzt: “Ohne Rosinen!” Der Bäckereifachverkäufer zuckt nicht mit der Wimper. Ich drehe mich nicht um, um zu schauen, wie Mann und Frau aussehen, sondern nehme das Wechselgeld und trage mein Vollkornbrot nach Hause.

In der Stadt ist es trüb, Schnee fällt und schmilzt  wieder. Wir üben hier Informationsmanagement: Man darf auch dann über das Wetter schreiben, wenn zahlreiche BewohnerInnen der Stadt oder Region ihren Emotionen folgen, ohne sich der politischen Himmelsrichtung zu vergewissern, in die sie sich wenden. Wir hören morgens die Presseschau und abends “Der Hintergrund”, und am Sonntag lesen wir die Zeitung ganz durch und streiten miteinander über die Artikel. Wir sind gern uneins, aber wir sprechen nicht von “Lüge”, wenn wir bloß Irrtum für möglich halten.  [Mehr →]

Begegnung
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Wünschen

24.12.2016 · poliander

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Beten, strampeln, kochen

Beten, strampeln, kochen

Poliander und Ulrike Gramann wünschen Ihnen, wünschen euch friedliche und frohe Weihnachten.

In dulci jubilo,
nun singet und seid froh,
unsers Herzens Wonne liegt in praesepio,
und leuchtet wie die Sonne matris in gremio,
Alpha es et O.

Koordinaten: In dulci jubilo, Geschichte des Liedes, freisinnig zweisprachiger Text und Lied auf der Weihnachtsliederseite von SWR 2.

Augenweide · Ohrenschmaus
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Gedächtnis

21.12.2016 · poliander

Berlin ist unsere Stadt, sagt P., sie gehört uns nicht, aber wir besitzen sie, wir laufen herum, wir reden mit Leuten. Berlin, das sind diese Brandmauern mit der fehlenden Ecke links oder rechts oben. Je dichter die Stadt wird, desto seltener sieht man das. Im Künstlerviertel, sagt P., wurden noch letztes Jahr Fassaden saniert, in die Granatsplitter Löcher geschlagen hatten, viele faustgroß, etliche wie ein Kinderkopf. Die hatte man nicht absichtlich so gelassen, diese Fassaden, sondern es dauerte seine Zeit. Eben. [Mehr →]

Ausgrabung
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Religion (2): Lesen

15.12.2016 · poliander

Vierzig Regeln der Liebe

Vierzig Regeln der Liebe

Absichtslos in einen Buchladen deiner Wahl gehn. Den nassen Schirm auf den Boden legen, ein Buch nehmen, zu blättern beginnen, eine Seite aufschlagen. [Mehr →]

Schönste Stellen
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Maulkörbe niemals anschnallen. Maulkörbe immer lesen

05.12.2016 · poliander

Poliander freut sich, das Erscheinen eines neuen Maulkorbs anzukündigen:

Im Foyer des Dresdner Societaetstheaters
am 13. Dezember 2016, 19 Uhr
erscheint:

Maulkorb Nr. 18

Präsentiert wird die neue Ausgabe von Maulkorb. Blätter für Literatur und Kunst. Gezeigt werden Malerei, Grafik und Insektenkästen von Duwe, Garff, Kaufhold, Pahlke. Ab 20 Uhr lesen Bibrach, Fuchs, Gneuß, Wilden Lyrik und Prosa. Herausgeber Silvio Colditz moderiert, Musik macht Mojib Majidi.

Nicht in Dresden, aber im Heft dabei ist Ulrike Gramann mit Prosa.

Wer nicht nach Dresden fahren, aber den Maulkorb lesen möchte, schaut hier. Erwerben und bestellen hier.

Koordinaten: Maulkorb, 51° 3′ N, 13° 44′ O, Societaetstheater.

Buchstabenfracht

Religion (1): Singen

08.11.2016 · poliander

Foto: Rafael Herlich

Foto: Rafael Herlich

„Fr – fr – fr –fr.“
Der 5. Oktober 2016, ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag. Die SängerInnen des Chors kommen ins Gemeindehaus. Poliander sieht die SängerInnen und Stuhlreihen, Jacken, Rucksäcke, Fahrradhelme, Plakate, Flyer, Eintrittskarten.
Die Kantorin singt: „Froh – froh – froh – frohes neues Jahr!“
Der Chor singt: “„Froh – froh – froh”
Sie singen: „Schana tova!”
Der 5. Oktober 2016 ist ein Tag zwischen den höchsten Feiertagen, vor zwei Tagen war Neujahr 5777 und acht Tage später ist Jom Kippur, Versöhnungstag.
SängerInnen im Interreligiösen Chor, eines bundesweit einmaligen Projekts, wissen, wann die anderen und was sie feiern. Und sie lernen noch mehr.

Poliander Musikhörerin besuchte im September und Oktober den Interreligiösen Chor Frankfurt am Main, nahm an einem Bibliodrama teil und an einer chorprobe, sprach mit der evangelischen Kantorin Bettina Strübel und Chasan Daniel Kempin, dem jüdischen Kantor, sowie vielen Chormitgliedern. Strübel und Kempin leiten einen Laienchor, der besonders ist durch sein Programm und seine MitsängerInnen, nämlich Angehörige des christlichen, jüdischen und muslimischen Glaubens sowie religiös nicht Gebundene.

Jedes Konzert, jedes Tehillim-Psalmen-Projekt kreist um einen Psalm. Jedes Programm schlägt Brücken und Bögen zwischen Religionen und durch die Jahrhunderte.

Warum singen sie Psalmen? Warum ist der Chor interreligiös? Was macht Spaß daran? Was ist schwer? Wie sehen die Programme aus? Und wie geht das alles?

Polianders Reportage über den
Interreligiösen Chor Frankfurt am Main
erscheint
am Sonnabend, dem 12. November 2016
in der Wochenendbeilage des ND.

Koordinaten: IRCF, 50° 7′ N, 8° 41′ O

Begegnung · Ohrenschmaus

Pfeif aufs Noble, Frau, und lies, was Frauen schreiben

13.10.2016 · poliander

Ilse Aichinger *Aleida Assmann *Margaret Atwood *Rose Ausländer *Alison Bechdel *Augustina Bessa-Luís *Ana Blandiana *Lily Brett *Hélène Cixous *Simone de Beauvoir *Margriet de Moor *Assia Djebar *Marguerite Duras *Elke Erb *Louise Erdrich *Janet Frame *Marylin French *Erzébeth Galgóczi *Maja Haderlap *Eveline Hasler *Bessie Head *Nora Okja Keller *A. L. Kennedy *Hanna Krall *Ursula Krechel *Julia Kristeva *Audre Lorde *Dominique Manotti *Friederike Mayröcker *Kate Millet *Joni Mitchell *Irmtraud Morgner *Inge Müller *Iris Murdoch * Helga M. Novak *Joyce Carol Oates *Yoko Ogawa *Marge Piercy *Sylvia Plath *E. Annie Proulx *Brigitte Reimann *Christa Reinig *Adrienne Rich *Nelly Sachs *Elif Shafak *Susan Sontag *Marlene Streeruwitz *Alice Walker *Maxie Wander * * * * *

Lesen ist ein Akt der Liebe. (Hélène Cixous) * * * * *

Koordinaten: 50 Schriftstellerinnen und Dichterinnen des 20. und 21. Jahrhunderts, subjektive Auswahl ohne Ansehen von literarischem Renomme, Berühmtheit oder der Möglichkeit, noch, das heißt: bei Lebzeiten den Nobelpreis zu erhalten. Begleitmusik von Dichterinsängerin Joni Mitchell.

P. lässt nicht unerwähnt, dass einige oben nicht genannte Autorinnen den Nobelpreis erhielten, darunter Toni Morrison und Alice Munro, um zwei zu nennen.

Erregung
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