Ein Mädchen mit einem Schirm ist ein Motiv dieses Films, das P. nicht vergisst. Die Kleine geht und holt ihren besoffnen Vater aus der Kneipe. Ihre Beharrlichkeit und Unverdrossenheit in ihrem schweren Kinderleben hat P. damals beeindruckt, sie, die im Film wohl Edith hieß, jedenfalls sagt das Polianders Erinnerung im Nachhinein, ist eine seltsame, wunderbare Nebenfigur der Filmgeschichte (nee, wir haben es jetzt mal nicht kleiner, liebe Leute!) Der Film “Jadup und Boel” war, als P. ihn sah, 1988 wahrscheinlich, das Radikalste, was im Osten zu sehen war, nimmt man das, was offiziell zu sehen war, für das Ganze. (Was nicht ganz korrekt ist, im Großen und Ganzen aber doch.) [Mehr →]
Keine Nostalgie
14.01.2012 · poliander
Ausgrabung
Déjà-vu · Endstation · Ströme
Bleibende Werte: Poliander hört Radio
05.01.2012 · poliander
Das Radio läuft, das brachte Polianders Begleiter schon manchmal auf die Palme. Morgens, abends, zwischendurch, bei der ersten oder dritten Tasse Tee. Aktuelles aus Politik und Wirtschaft, da kommen die Einfamilienhausbesitzer in ihrer Einfamilienhaushölle ins Schwitzen, dazu ist eine Hölle ja auch da, nicht wahr? Und dann die Wetterberichte: Sturm und Gewitterdonner im Januar. Poliander hört die Nachrichten, wartet ab und trinkt Tee. Das ist jetzt aber keine aktuelle Anspielung, weder politisch noch sexuell!
Es führt eine Brücke übern Kanal
31.12.2011 · poliander
Durch die Straßen schleicht eine Alte mit steingrauem Haar, im Perlonbeutel klappern Bierflaschen. Der einjährige, zottige Hund zerrt an der Leine. Sie ist dem Tier nicht mehr gewachsen. An der Admiralbrücke bleibt sie stehn, schlingt die Hundeleine um das Geländer, zieht den Knoten fest an. Sie lehnt sich ans Geländer, greift eine Flasche heraus. “Habter mal n Siebzehner?”, ruft sie den Punks zu, die am andern Ende der Brücke lungern. [Mehr →]
Schönste Stellen
Absteigen · Destination · Hafenhotel · Sternbild
Polianders Märchengeschenk
23.12.2011 · poliander
Brüder Grimm: Der Dreschflegel vom Himmel
Es zog einmal ein Bauer mit einem Paar Ochsen zum Pflügen aus. Als er auf den Acker kam, da fingen den beiden Tieren die Hörner an zu wachsen, wuchsen fort, und als er nach Haus wollte, waren sie so groß, daß er nicht mit zum Tor hinein konnte. Zu gutem Glück kam gerade ein Metzger daher, dem überließ er sie, und schlossen sie den Handel dergestalt, daß er sollte dem Metzger ein Maß Rübsamen bringen, der wollt ihm dann für jedes Korn einen Brabanter Taler aufzählen. Das heiß ich gut verkauft! [Mehr →]
Ausgrabung · Buchstabenfracht
Kreuzweg
Sie leiden an Heimatgefühlen?
20.12.2011 · poliander
Sie fühlen in dieser Jahreszeit Nostalgie nach Ihrer verflossenen Kindheit oder anderen schweren Lebensumständen? Sie brauchen Urlaub, kennen aber keinen Industriellen, der Ihnen dafür seine Finca zur Verfügung stellt? Sie werden ohne literarische Unterstützung nicht mit der akuten Adventskrise fertig? Sie brauchen poetische Schützenhilfe, um politisch wieder klar zu werden?
Poliander empfiehlt: “Die Froschfotzenlederfabrik”, Hörspiel von Oliver Kluck, Regie Leonhard Koppelmann.
Koordinaten: SWR2, Inhaltsangabe und online hören hier, und zwar noch bis zum 23. Dezember 2011, 22:30 Uhr.
Ohrenschmaus
Déjà-vu · Durchgang · Schlechter Stern
Geschüttelte Faust und eleganter Fingerzeig
18.12.2011 · poliander
Es muss zwischen September 1983 und Mai 1989 gewesen sein, dass in der Berliner Almstadtstraße eine Galerie öffnete. Wahrscheinlich ist es nicht vor 1985 gewesen, da Poliander und ich in unseren ersten beiden Jahren in Berlin die Almstadtstraße, die frühere Grenadierstraße im Scheunenviertel, sicher nicht kannten. Wir wohnten in Ostkreuz. Am wahrscheinlichsten ist, dass ich um 1987 zum ersten Mal in der Galerie war. Sie hieß sicher “Weißer Elefant”. Beim ersten Besuch sahen P. und ich dort Bilder von Gundula Schulze, später erneut. Ihre Fotografien waren vor allem eines: radikal. [Mehr →]
Ausgrabung
Sternbild · Völkerwanderung
Poliander behielt recht, wurde traurig, ist froh. Besuchen Sie Leipzig!
16.12.2011 · poliander
2009 reiste ich nach Leipzig und traf dort Frau Scharff, die über ein Reich aus feinen Sächelchen herrscht, und mir zeigte, wie sie damit anderen Menschen den Alltag versüßt. Frau Scharffs Geschäft in der Reichsstraße, nicht weit vom Bahnhof, nah am Bildermuseum gefiel mir sehr. [Mehr →]



